Höchste Zeit, endlich unser zerstörerisches Handeln zu beenden

Für alle LeserDie einen sagen – Klimaveränderungen gab es in der Vergangenheit immer wieder. Mal ist es kälter, mal ist es wärmer. Warum soll der Klimawandel menschengemacht sein? Wieder andere meinen – der Klimawandel ist schon greifbar, jeder Sommer wird heißer und trockener, die Wälder brennen, das Trinkwasser wird knapp. Dass die Witterung sich umstellt und anders wird, merken insbesondere die älteren Mitmenschen, inzwischen die Großelterngeneration. Es wird auch bei uns in Europa trockener und heißer, siehe die Jahre 2003, 2018 und 2019.

Die sich mit diesen Themen beschäftigenden Wissenschaftler in der Welt stellen fest, dass sich das Klima ändert. Die Durchschnittstemperaturen auf der gesamten Erde steigen an, insbesondere zunehmend in den letzten Jahren. Die Witterungsextreme nehmen zu.

Exkurs: Klimawandel?

In den zurückliegenden Millionen von Jahren gab es in Europa immer wieder Klimaschwankungen mit Warmzeiten bis zu subtropischem Klima und in den Kaltzeiten Vergletscherungen der verschiedenen Eiszeiten bis nach Mitteldeutschland.

In den Warmzeiten wuchsen unheimlich viele Bäume und andere Pflanzen am Rande und in warmen Meeren, die durch die Photosynthese einen Teil vom Luftkohlenstoff in ihrer Biomasse banden bzw. festlegten. Durch Überdeckung mit Erdschichten und unterschiedlichen Drücken entstanden dadurch Erdöl, Erdgas und Kohlelagerstätten. Damit wurde sehr viel Kohlenstoff bzw. CO2 der Atmosphäre entzogen und in der Erde gebunden.

Der Rückzug der letzten Eiszeitgletscher liegt etwa 10.000 Jahre zurück. Seitdem haben wir seit ca. 7.000 Jahren weltweit relativ stabile, für den Neuzeitmenschen angenehm warme Durchschnittstemperaturen um die 15° C, ohne allzu große Schwankungen oder Klimaextreme. Dadurch konnten in Europa die eingewanderten Steinzeitmenschen sesshaft werden und sich zum modernen Menschen der Jetztzeit entwickeln.

Diese recht lange Zeit von 7.000 Jahren lebten diese Menschen einigermaßen im Einklang mit der Natur. Die Natur wurde zum Leben genutzt, in wenigen Fällen in begrenzten Gebieten auch übernutzt.

Vor 150 Jahren begann mit der Entwicklung von Dampfmaschinen und der damit verbundenen verstärkten Gewinnung von Holz und Kohle zur Energiebereitstellung die Industrialisierung, das Zeitalter der Moderne. Zunehmend wurde auch Erdöl und Erdgas zur Energiegewinnung verbrannt. Durch diese Aktivitäten wurde der im Boden gebundene Kohlenstoff freigelegt und durch Verbrennung als CO2 wieder in der Atmosphäre frei gesetzt.

In der vorindustriellen Zeit lag der CO2 Anteil an der Luft bei ca. 280 ppm (Partikel pro 1 Million/ parts per million – Wikipedia). Heute nach 150 Jahren fossil-industrieller Entwicklung liegen wir schon bei über 410 ppm, d. h. der CO2 Anteil in der Atmosphäre hat fast um ein Drittel zugenommen. Auch wenn CO2 „nur“ einen Anteil von 0,04 % an der Luft ausmacht, hat das gravierende Auswirkungen.

Exkurs: Das Treibhausgas Kohlendioxid (CO2)

Kohlendioxid wird als Treibhausgas beschrieben, da es die kurzwellige Energie der Sonne als Wärmestrahlung bis zur Erdoberfläche durchdringen lässt, aber die von der Erdoberfläche zurück reflektierte langwellige Wärmestrahlung absorbiert. Das bedeutet, der 0,04 % Anteil an CO2 verhindert, wie das Glas eines Treibhauses, dass die Wärme von der Erde ins Weltall entweicht. Im Prinzip eine gute Sache: Gäbe es den natürlichen Treibhauseffekt nicht, wäre unser Planet eine karge Eiswüste mit Durchschnittstemperaturen um minus 18 Grad C.

Kohlendioxid ist ein unauffälliges Gas, das wir weder sehen noch riechen können. Wir atmen winzige Mengen davon mit der Luft ein und 100-mal so viel wieder aus. Als Kohlensäure perlt es in der Limo, und Pflanzen brauchen es zum Wachsen und Gedeihen. Das Gas wird auch freigesetzt, wenn Vulkane ausbrechen, Pflanzen verrotten oder Gestein zersetzt wird. CO2 wird aber außerdem in den Weltmeeren eingetragen und gebunden. Die Ozeane versauern dadurch und werden lebensfeindlich.

Neben diesen natürlichen CO2- Quellen wird viel Kohlendioxid durch den Menschen in die Atmosphäre entlassen.

Uns soll es ja immer besser gehen. Für diesen Anspruch nutzen wir die Ressourcen der Erde, unserer kleinen Welt.

Als Energiequelle für diesen Wohlstand verbrauchen wir seit Beginn der Industrialisierung vor etwa 150 Jahren Kohlenstoff, d. h. neben Holz immer mehr die fossilen Energieträger wie Kohle, Erdöl, Erdgas zum Erzeugen von Strom, für die Heizung, für den Verkehr, für die Herstellung von Plasten und von Produkten jeder Art. Dabei entstehen Unmengen von CO2, zehn bis zwanzig Mal mehr, als jemals bei natürlichen Veränderungen freigesetzt wurden. Der CO2-Gehalt in der Luft hat sich dadurch in den 150 Jahren seit Beginn der Industrialisierung dramatisch erhöht, auf heute etwa 410 ppm.

Das hat gravierende klimatische Auswirkungen.

Die Wissenschaft stellt fest, dass das Kohlendioxid nicht nur den Treibhauseffekt in der Atmosphäre ankurbelt, sondern auch das Wetter grundlegend verändert. Damit wird es nicht nur zunehmend wärmer, sondern mancherorts trockener, anderswo windiger oder nasser oder auch zeitweise kälter, da der Polarwirbel instabil geworden ist. Das Eis schmilzt und der Meeresspiegel steigt immer schneller.

Das Umweltbundesamt meldet eine sich weiter beschleunigende Erwärmung um 0,3 Grad in nur fünf Jahren für Deutschland. Das wären nicht nur 3 Grad mehr bis zum Ende des Jahrhunderts, sondern 6 oder gar 8 Grad – ein Schreckensszenario.

Der Klimawandel ist längst da und unabwendbar, aber vielleicht können wir ihn noch verlangsamen?

Exkurs: Zukunft für unsere Kinder und Enkel

Wir Menschen in den hochindustrialisierten Ländern leben in einem unglaublichen Überfluss. Seit 1980 hat sich unser sogenannter Wohlstand noch einmal verdreifacht, aber leben wir deshalb auch dreifach glücklicher? Denken wir dabei auch an unsere Kinder und Enkel?

Die Prognosen der Wissenschaftler, zusammengefasst in den Sachstandsberichten des Weltklimarates IPCC, sind seit Jahrzehnten durchweg negativ. Wenn wir so weitermachen wie bisher, droht eine weltweite Klimakatastrophe.

Da wir um die Auswirkungen unseres Handelns wissen, stellt sich die Frage, warum wir an den jetzigen Zuständen so unbedenklich festhalten? Warum können wir nicht Energiequellen nutzen, die unsere Umwelt gar nicht oder weitaus weniger belasten und uns zudem kostenlos von der Sonne/Natur zur Verfügung gestellt werden? Warum wollen wir weiter fossile, nicht erneuerbare Energieträger nutzen und verbrennen und unser Klima weiter anheizen, obwohl es Alternativen gibt?

Warum überziehen wir die Erde mit Chemikalien und verschmutzen die Meere und Landschaften mit Plaste und Müll? Wozu all dieses Wachstum, all diese Transporte um die Welt, all diese Verschwendung, all diese wachsende Effizienz, die immer mehr Energie verbraucht, wenn der Schaden doch inzwischen größer ist als der Nutzen und die irreversible Zerstörung der Lebensgrundlagen droht?

Im letzten Sonderbericht des Weltklimarates zur noch möglichen Begrenzung der Erderwärmung auf 1,5 Grad war zu lesen, was nötig wäre: eine Halbierung der globalen Treibhausgas-Emissionen bis 2030 und ein Herunterfahren der Emissionen auf netto null bis 2050. Wird dafür alles, was möglich und nötig ist, schnell genug getan?

Die Zeit läuft uns davon, ohne dass sich Grundlegendes ändert.

Ist es nicht im Interesse unserer Kinder und Enkel, dass wir unsere Energieversorgung endlich grundlegend umstellen?

Sie müssen ja mit unseren Hinterlassenschaften weiterleben.

Die bisherigen fossilen Energieträger Kohle, Erdöl, Erdgas, aber auch die Kernenergie stehen in nur begrenztem Umfang zur Verfügung. Ihre weitere Nutzung führt zur Klimakatastrophe und nicht kalkulierbaren Umweltproblemen. Aber von der Sonne erhalten wir dauerhaft und in ausreichender Menge Wärmeenergie, die wir „nur“ nutzen müssen. Wäre es nicht richtig, die Wirtschaft grundlegend umzubauen, neue regionale Arbeitsmöglichkeiten zu schaffen und viel effizientere, klimaschonendere Technologien und Produkte zu entwickeln und diese der gesamten Welt verfügbar zu machen.

Sollten wir diesen Umbau nicht als Vermächtnis an unsere Kinder und Enkel sehen, damit die Schönheit der Erde erhalten bleibt und den kommenden Generationen ein dauerhaftes Überleben möglich ist?

Ich denke, wir sollten es wenigstens versuchen.

„Wer Bäume setzt, obwohl er weiß, dass er nie in ihrem Schatten sitzen wird, hat zumindest angefangen, den Sinn des Lebens zu begreifen.“ Rabindranath Tagore (1861–1941)

Wir bremsen die Technologien der Zukunft aus

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