Lasst uns handeln

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 74, seit 20. Dezember im HandelIch stehe am Rand der Klimademo auf dem Marktplatz. Der Mann mir gegenüber hat graue Haare und ist nur wenig größer als ich. Neben uns ist Weihnachtsmarkt. Der Mann wirft uns vor, dass wir doch selbst noch nie Verantwortung getragen hätten. Und unsere Forderungen wären gar nicht detailliert genug. Zumindest die, die er durch die Presse kennt, nein, nicht die Leipziger, die liest er nicht. Er ist Ökochemiker im Lehrbetrieb. Er lässt mich nicht ausreden. Ich bitte ihn darum, ja, Entschuldigung. Unser Forderungspapier hat er nicht gelesen.

Die Demo hinter mir zieht weiter. Er will in eine andere Richtung und wir verabschieden uns. Er wünscht mir Frohe Weihnachten und geht in Richtung Weihnachtsmarkt, ich laufe zurück zur Demo.

Er ist nicht der erste Passant, mit dem ich auf einer Demo ins Gespräch komme. Stark unterscheiden sich die Diskussionen nicht von dem, was in den Medien zu hören ist: Schule schwänzen, persönlich nicht genug tun und dann das Verantwortungsargument. Ich frage mich immer, was eine Demo anderes ist, als gesellschaftliche Verantwortung wahrzunehmen. Und ob man nicht auch in einer H&M-Hose die Welt retten kann. Meine ist Second Hand.

Ich bin dieses Jahr mit der Schule fertig geworden. Ich kann mich wahrscheinlich zur „Klimajugend“ zählen. Den Begriff kenne ich seit gestern. „Klimajugend“ – deutschschweizer Wort des Jahres. „Als ‚Klimajugend‘ werden Jugendliche und junge Erwachsene zwischen ca. 13 bis 29 Jahren bezeichnet, die sich mit Klimastreiks, Klimaprotesten und Klimademonstrationen für bessere Klimapolitik und Klimaschutzpolitik einsetzen.“

Vielleicht sollte bei der Definition noch stehen, dass ich sie per Ecosia im Internet gefunden habe. Das passt auch irgendwie zu dem Wort „Klimajugend“. Viel besser passt noch, dass ich es bisher nicht kannte. Zur Konnotation des Wortes finde ich nichts, kann es mir aber sehr gut in den Reden von Ü30-Politiker/-innen und -Ökonom/-innen vorstellen, die die Klimastreiks in den Medien oder aus dem Fenster ihres Büros gesehen haben. Vielleicht noch in einer Schlagzeile.

Das Titelblatt der letzten LZ für 2019. Leipziger Träume zum Jahresschluss. Foto: Screen LZ

Das Titelblatt der letzten LZ für 2019. Leipziger Träume zum Jahresschluss. Foto: Screen LZ

Anfang Oktober 2019, wenige Tage vor Beginn meines ersten Studiensemesters, die Berliner Marschallbrücke im Regen. Mitten im Regierungsviertel. Die Sonne ist gerade hinter dem Bundestag verschwunden. Um mich herum sitzen die Menschen in Wärmedecken und Schlafsäcke gehüllt auf dem Asphalt. Manche haben sogar Regenschirme. In meiner Nähe trommeln einige Menschen eine ausgedachte Melodie, davor tanzen welche.

CLIMATE JUSTICE steht auf einem Banner, das am Geländer hängt. An beiden Enden der Brücke stehen Polizeiwagen und bewachen die Blockade. Ich habe Wanderschuhe an, trotzdem kalte Füße und meine Jeans ist nass. Über meinen Rucksack habe ich den Regenschutz gezogen, aber an den Seiten kommt das Wasser durch. Ich lege ihn auf den Asphalt. Dann wird er auch noch von unten nass, aber das ist nun auch egal.

Wird gleich besser, denke ich, wenn der Regen erst mal aufhört. Es wird langsam dunkler. Unter uns fahren die Touristenboote entlang und ihre Scheinwerfer beleuchten die Transparente am Brückengeländer. In ein paar Büros der Parlamentsbauten auf beiden Seiten der Spree brennt Licht. Da drin ist es warm und trocken. Und wir stehen draußen im Regen.

Das ist ungefähr 20 Stunden vor der Räumung.

Seit Oktober studiere ich am Deutschen Literaturinstitut Leipzig. Mein größtes Seminar ist „Essayistik“, Schwerpunkt Naturessay. Ich kannte diese Textsorte vorher nicht, das gesamte Genre „Nature Writing“ war mir unbekannt. Es geht dabei hauptsächlich um Texte, in denen der Mensch Natur empfindet, beobachtet und beschreibt. Rousseau und Thoreau sind bekannte Namen, heute Judith Schalansky, Donna Haraway und mehr oder weniger umstritten auch Peter Wohlleben.

Das Sprechen über die Klimakrise ist in diesem Genre angelegt. Auch in anderen Seminaren lesen wir politische Texte. Vor allem wenn es um Dramatik geht, landen wir immer wieder bei gesellschaftlichen Fragen, Fragen nach Gerechtigkeit, Freiheit und Individualität.

Vier meiner Kommiliton/-innen waren beim letzten globalen Klimastreik, eine ist in einem politischen Schreibkollektiv, eine war mal in der Klimabewegung aktiv. Von einigen weiß ich vielleicht nicht, dass sie aktiv sind. Wir sind etwas mehr als 50 Studierende.

Ich musste meine Erwartungen zurückstecken. Ich hatte gehofft, dass junge Künstler/-innen gerade deshalb Künstler/-innen sind, weil sie ihre Stimme hörbar machen wollen, weil sie etwas bewegen möchten. Ich dachte, dass sich Künstler/-innen gerade durch Unzufriedenheit mit gesellschaftlichen Verhältnissen auszeichnen. Vielleicht haben wir heute einfach keinen Günter Grass oder keine Anna Seghers mehr, vielleicht geht es uns gut genug, damit wir uns mehr mit uns selbst, als mit gesellschaftlichen Themen beschäftigen können.

Ich lese das Wort „Klimajugend“ in der Zeitung, gleich neben dem Fakt, dass 70 % der Deutschen sich weniger Plastik beim Einkaufen wünschen. Gerade im Weihnachtsgeschäft. Wo sind diese 70 %?

Wo ist der Wunsch, für die eigene Position einzutreten?

Wo ist unser demokratisches Denken und Handeln? Warum bleiben all die Äußerungen und Werte aus den Diskussionen auf Demos und mit meinen Kommiliton/-innen irgendwo hängen, kommen nicht einmal im eigenen Kopf an? Wenn ich an so etwas denke, habe ich wieder Angst, nichts gegen das Marschallbrückengefühl tun zu können. Aber ich kann es. Ich kann mir etwas laut und für alle wünschen und kann hoffen, gehört und verstanden zu werden.

Wenn ich mir dieses Jahr etwas zu Weihnachten wünsche, dann ist es, dass Menschen ihre Stimme erheben und ihre Meinung vertreten. Ich wünsche mir, dass jede/r einzelne sich jetzt hier angesprochen fühlt. Es ist unsere Verantwortung, was in unserer Gesellschaft passiert, wessen denn sonst? Ich denke, dass nur so Demokratie funktionieren kann.

Dafür sollten wir uns gegenseitig ernst nehmen. Ich wünsche mir, dass wir uns nicht mit Worten wie „Klimajugend“ traktieren, implizit: Phase der Entwicklung, die aber auch mal vorbeigeht. Ich wünsche mir das von allen, die auf den Demos mit uns diskutieren und von denen, die das noch nicht tun. Nur so können wir respektvoll und vor allem offen miteinander sprechen.

Dann: Lasst uns handeln.

https://www.bedeutungonline.de/wer-ist-die-klimajugend-klimaschutzjugend-bedeutung-definition

Ein Spaziergang im Kohlerevier: Fridays for Future zu Besuch bei Ende Gelände + Bildergalerien & Videos

Die neue Leipziger Zeitung ist da: Wenn Leipziger/-innen träumen

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