Eine zweckdienliche Verbindung: Corona trifft Biedermeier

KommentarFür alle LeserDer-die-das Virus? Sie wissen es bestimmt. An irgendeinem frühen Frühlingstag musste es passiert sein. Plötzlich war es da, und alle, die Anfang März noch lachten, schnäuzten sich zwei Wochen später bereits in die Ellenbeuge bis hin zur Quarantäne. Zuerst unnahbar, dann plötzlich da, unsichtbar: Nachrichtensprecher bekamen als Hintergrund bunte Bilder mit irgendwie komisch aussehenden Stachel-Litschies verpasst. Die Viren. Und so süß waren sie auch nicht. „Exponentiell steigend!“ sagte der streng dreinblickende Einzelhandelsverkäufer mit hochgezogenen Augenbrauen. Sein Geschäft blieb offen.
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Als „grundversorgende Einrichtung“ bis zum heutigen Tag. Umsichtig, auf Abstand achtend, freundlich-distanziert, gar nicht feindlich. Der Einzelhandelsverkäufer. Zuletzt murmelte er etwas von „Weltwirtschaftskrise … 1929 … das war’s genauso schlimm … großer Einbruch … soziale Verwerfungen …“ Als müsste er die Bedrohung, die sich näherte und in das soziale Leben eintrat, beschreiben, dass sie auch ernst genommen wird.

Das wurde sie. Alles „fuhr herunter“. Während die einen den Abstand vom Hamsterrad beinahe wie ein Relax-Geschenk wahrnahmen, mussten sich andere sofort Sorgen machen, wie sie die laufenden Kosten abdecken bzw. erarbeiten. Das Unsichtbare, die Tröpfchen-Infektions-Gefahr, spielte sich auch ohne Infekt auf den Gesichtern der Menschen ab; wen interessiert jetzt noch Kunst und Kultur, wenn Lebensgefahr droht? Hamsterräder wichen Hamsterkäufen, die Anlehnung dem Abstandsgebot, aus Corona wurde eine handfeste Krise.

Die „Manager“ waren schnell auf dem TV-Bildschirm zu sehen, und „Rettungsschirme“ (wohl mit dem Regenschirm verwandt, aufgespannt und es bleibt darunter trocken) wurden herbeigezaubert, die Politik schoss nicht mit Kanonen auf Spatzen, sondern mit „Bazookas“ den Viren hinterher. Die Beruhigungspillen wechselten mit martialischer Rhetorik, als gelte es, das Land vor dem fernöstlichen Hunneneinfall zu bewahren. Eine seltsame Mischung aus Unruhe und verordneter Ruhe legte sich über das Land.

Kreativität traf Verschwörungstheorie, sozialer Isolationskoller nachmittägliche Sportakrobatik – nur gut, dass Leipzig noch über so viele Grünflächen und Rester mitteleuropäischen Mischwaldes verfügt – das Leben der Vereinzelten wurde plötzlich wieder individuell bedeutsam bis hin zum Definieren des vorgeblich westlich-weltlichen Grundwertes.

Freiheit.

Eigene Welten gerieten in Unordnung. Die Freiheit rang (und ringt) mit dem Virenlabor. Glaubten viele. Obwohl Kriegsmetaphern und -vergleiche bemüht wurden, als müssten wir die neue „Siegfried-Linie“ gegen den pandemischen Aggressor verteidigen, gerann die Zunahme an Disziplin bei verordneter Askese und Abstandgeboten schnell zur quengelnden Kinderfrage: „Wie lange denn noch?“. Was will denn nun die Regierung? Will sie uns beschützen oder bewachen? Oder vielmehr überwachen?

Da in diesem Zusammenhang so wenig und selten die Frage nach der eigenen Fähigkeit des „Lockdowns“, auch des Zurücknehmens, gestellt wurde, blieb man am Ende immer bei „der Wirtschaft“ stehen, gegen die nun wiederum „die Gesundheit“ nicht abgewogen werden dürfe. Das klang so betont, dass man beinahe das anzunehmende Gegenteil dessen witterte. Und wer oder was bitteschön hat vorher unseren so hochwertigen Lebensstandard erarbeitet? Die Wirtschaft! Und man muss doch auch an das kleine Geschäft an der Ecke denken! Eine Naturgewalt schien vieles infrage zu stellen. Alles für den Schutz und keine Fehlerdiskussion bitte! Mit „Rettungsschirm“.

Biedermeier

Optimistisch im „Kampf gegen …“ macht sich ein biedermeierliches „Machen wir das Beste daraus …“ breit. Zweckdienlich insofern, dass man sich an das Krisenszenario gewöhnt hat und online am Stammtisch sitzend die „Maßnahmen“ der Verordnungen, Beschränkungen und „Lockerung“ der Beschränkungen diskutiert, kritisiert und räsoniert. Oder in der kleinen Gruppe. Zweckdienlich ist die Verbindung zwischen Virus und Bürgersinn insofern, dass man berechtigte Vorsicht mit obrigkeitsdienlicher Einsicht begründet.

Die Schutzimpfung – wo bleibt die denn? Sicherlich würde der kleine Pieks zahlreiche Leben retten. Aber das dauert noch. Und dann bitte anstellen! Die „High Potencials“ zuerst.

Mit dem Ausdruck Biedermeier ist in der politischen Geschichte der Begriff der Restauration verknüpft, der sich auf die staatspolitische Entwicklung nach dem Ende der napoleonischen Zeit und des Wiener Kongresses bezieht. […]oft mit dem Etikett „hausbacken“ oder „konservativ“ versehen worden. Als typisch gilt die Flucht ins Idyll und ins Private Verrät uns die „Volksenzyklopädie“ Wikipedia dazu.

Und danach? Holen wir alles auf, was wir verloren haben!

„Restaurieren“ wir unser vorheriges Leben? Private Idylle fernab vom Alltag, die Urlaubsfreiheit in toskanischen Landschaften oder beim „Walk and travel“ am Großglockner? Plus anschließendem Schaut-mal-wie-glücklich-ich-bin-Foto. Es ist verrückt. Als bekommt man ihn als selbstdarstellenden Beziehungskitt einfach nicht beseitigt, diesen spätbürgerlichen Freiheitsüberzug, diese biedermeierliche Covertüre wonach die eigene wohlig-beruhigte Empfindungswärme die Voraussetzung für das Wohlergehen aller sei.

Welch ein Trugschluss! Sich auf die Schultern zu klopfen nach dem erworbenen Theatergutschein (Immerhin!) oder einer genutzten App der Außer-Haus-liefernden Cocktail-Bar. (Auch nicht schlecht. Alkohol lässt Wände dünner werden …) Sich zufrieden zu fühlen, wenn man auf dem Fahrradrennsimulator von Leipzig bis zur Ostsee und zurück geschwitzt ist. War’s das? Natürlich! Können wir uns nicht mal was gönnen? Nach all der Zeit? Und den ganzen Opfern?

Freiheit bedeutet nicht nur allein zu gewinnen, sondern sich einer Lebensaufgabe zu widmen, die über die eigenen Bedürfnisse hinausgeht. Sehnt sich ein Teil des Landes nach Abstand von der Leere, nach der (eigentlich so kreatives Potenzial besitzenden) „langen Weile“ – schnell alles nachzuholen, was angeblich nun „versäumt“ wurde – konnten sich andere gar keine Gedanken darüber machen. Alle unter den unmittelbaren Helfer/-innen und Helfern, die Betreuer/-innen im weitesten und solidarischen Sinne. Und die, welche sie unterhielten in ihren kurzen Pausen. Alles aktive Menschen, die sich um andere sorgten – auch außerhalb des eigenen Hausstandes.

Die sich die Freiheit nahmen, die „Verordnung“ nicht nur mit- sondern über sie hinauszudenken. Auch die, welche die kritischen Fragen nach dem Wohin und Wie weiter stellen, jetzt wo alles langsam aufzuatmen beginnt. Vergessen wir nicht: Dieser „Rückzug“ ins Private war ein verordneter, eine Zweckbeziehung auf Zeit. Lassen wir daraus nicht wieder die selbst gebastelte, beschönigende Geschichte einer „Liebesheirat“ werden. Im „Hochzeitsgefolge“ bleiben die Stimmen hörbar laut, die der vielen unbekannten Krisenmanager, die heute noch ein Gesicht haben und es nicht verlieren dürfen. Trotz der nun einsetzenden „Maskenkultur“. Denn die geht auch wieder vorüber.

Wie frei sind wir Menschen wirklich?

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