Gastkommentar von Christian Wolff: Mikrosa, Pfingsten und die Aufgabe der Kirche

Für alle LeserDer Traditionsbetrieb Schaudt Mikrosa GmbH in Leipzig-Plagwitz soll stillgelegt werden (dort werden spitzenlose Außenrundschleifmaschinen für die Autoindustrie hergestellt). Die 165 Beschäftigten legten am Donnerstag, 28. Mai 2020, die Arbeit nieder und gingen auf die Straße. Arbeitnehmer/innen anderer Unternehmen schlossen sich dem Protestzug durch den Stadtteil Plagwitz an.
Anzeige

Mit einer „Parade“ demonstrierten knapp 300 Männer und Frauen für den Erhalt der Arbeitsplätze. Immer wieder erschollen die Parolen „Mikrosa? – Bleibt!“ und „Industrie, Kunst und Kultur gehören zusammen.“ Allerdings, ein K fehlte: die Kirche. Eigentlich müsste sie dabei sein, wenn Menschen in ihrer Existenz bedroht oder der kapitalistischen Willkür* ausgesetzt sind. Doch die Zeiten scheinen vorbei zu sein, da Kirche sich sichtbar um die kümmert, die Opfer von Willkür und Renditenjagd zu werden drohen.**

Auf schmerzliche Weise bestätigt sich, dass Kirche selbst in Krisenzeiten des Lebens ihre Kompetenz, Trost und Hoffnung zu spenden und den Menschen den Rücken zu stärken, verloren hat. Die Coronakrise hat schonungslos offengelegt, dass Kirche kaum etwas zu sagen hat und in der Bedeutungslosigkeit versinkt.

„Frommes Schweigen“ titelt die Wochenzeitung DIE ZEIT in der aktuellen Ausgabe und kritisiert die mangelnde Geistesgegenwart der Kirche. Offensichtlich ist nicht nur der Institution Kirche, sondern auch uns Christen der Geist abhandengekommen, der vor 2000 Jahren die Menschen erreichte, sie aufrichtete und dazu führte, sich nicht mit dem, was ist, abzufinden, sondern Visionen zu entwickeln.

Aber das ist es nicht allein. Vielen Menschen fällt gar nicht mehr auf, dass Kirche in ihrem Alltag nicht mehr vorkommt. Sie vermissen auch nichts. Selbst die fehlende Glaubensbotschaft wird kaum noch als Defizit empfunden. So wird an diesem Pfingstfest eine doppelte Krise offenbar: die inhaltliche Kraftlosigkeit einer einst viele Menschen prägenden religiösen Institution und die Erwartungslosigkeit ganz vieler Menschen der biblischen Botschaft gegenüber.

Wir können die Lage nicht dramatisch genug einschätzen. Sie ist auch nicht sehr viel besser geworden durch den digitalen Schub, den in diesen Wochen auch die Kirchen erfreulicherweise erfahren haben. Auch der löst nicht das inhaltliche Defizit. Die Frage ist also:

  • Wie richten wir als Kirche unsere Arbeit aus in einer Gesellschaft, in der wir nicht (mehr) als „systemrelevant“ angesehen werden – auf Deutsch: in der wir mehr oder weniger überflüssig geworden sind?
  • Wie gehen wir mit der Tatsache um, dass Menschen offensichtlich keinerlei Bedürfnis nach einer Lebensperspektive haben, die sich an der Glaubensbotschaft ausrichtet?
  • Wie lassen wir uns als Kirche wieder dazu bringen, geistesgegenwärtig zu wirken und den Menschen nahe zu sein?

Als sich vor 2000 Jahren die verbliebenen Anhänger Jesu in Jerusalem versammelten und sich in der multikulturellen Metropole mit all den unterschiedlichen Menschen verständigen konnten, warf man ihnen vor, dass sie wohl betrunken wären. Dabei gelang den Männern und wenigen Frauen damals eines: Sie waren in der Lage zu kommunizieren; und sie vermochten, von der Menschlichkeit Gottes zu künden, indem sie sich auf das Leben, Wirken und Leiden Jesu beriefen.

Dabei war ihnen wichtig: Alles, wofür Jesus eingestanden ist, Nächsten- und Feindesliebe, Barmherzigkeit, Frieden, Gewaltlosigkeit, Ehrfurcht vor dem Leben, wurde durch die Auferstehung Jesu von den Toten neu in Kraft gesetzt – ist also gültig und verleiht den Menschen neue Aussichten. Mit ihrer Botschaft hatten die Anhänger Jesu damals großen Erfolg. Sie trafen den Nerv. Die Menschen ließen sich auf eine Botschaft ein, die nicht von dieser Welt war. Sie öffnete die Herzen und Sinne für Hoffnung in einer endzeitlichen Stimmungslage.

Heute ist die Frage: Ist die Erwartungslosigkeit gegenüber der Kirche nur ein Reflex darauf, dass es der Kirche an Geistesgegenwart, an Überzeugungskraft mangelt? Das ist sicher der Fall. Aber es ist noch ernüchternder: Viele Menschen haben null Interesse an einer Jenseitsperspektive des Lebens, null Interesse daran, dass es außer dem Menschen, außer dem Humanen noch eine Instanz gibt, vor der sich der Mensch zu verantworten hat bzw. von dem her ich mein eigenes Leben verstehen kann: Gott.

Alles kirchliche Reden und Handeln macht aber nur Sinn, wenn es von dem Gott kündet, der der Schöpfer alles Lebens ist, der jeden Menschen mit Würde und Recht segnet und der seine Menschennähe und Menschlichkeit sichtbar, begreifbar gemacht hat im Leben Jesu, in seinem Leiden, Sterben und Auferstehen.

Diese Überzeugung ist nicht davon abhängig, dass Menschen sie annehmen. Aber sie lebt davon, dass diejenigen, die sie vertreten, sich den Menschen zuwenden – weil sie in jedem Menschen ein Geschöpf Gottes sehen und weil sie daran glauben, dass alles, was verheißen ist, schon jetzt in Ansätzen erfahrbar sein muss: Frieden, Gerechtigkeit, Liebe – und dies unabhängig davon, ob sich eine Gesellschaft in einer Krise befindet, ob mein eigenes Leben gelingt oder scheitert, ob ich gesund oder krank bin.

Was also derzeit am allerwichtigsten ist: Kirche muss sich denen zuwenden, deren Lebensgewissheit erschüttert ist. Das sind derzeit viele! Sie hat davon zu künden, dass wir Menschen im Leben und im Sterben, in guten und in Krisenzeiten auf die Menschlichkeit Gottes vertrauen können. Sie lässt uns nicht aus den Augen verlieren, worauf es ankommt: Gott die Ehre, der Erde Frieden, den Menschen Gerechtigkeit.

Dabei kann Kirche für sich selbst und im Blick auf die säkulare Gesellschaft in die Waagschale werfen: Kaum eine andere Ideologie oder religiöse Überzeugung hat so umfassend und nüchtern den Menschen in seiner ganzen Widersprüchlichkeit im Blick wie der christliche Glaube – und lässt dennoch nicht ab von Hoffnung und Zuversicht. Diese verbrauchen sich nicht, weil sie durch Gottes Geist erneuert werden.

Darum muss nichts von den menschlichen Verwerfungen ausgeklammert oder verdrängt werden. Alles kann, muss zur Sprache kommen. Denn durch den Geist Gottes können wir in allem, was uns widerfährt, den Keim des Guten entdecken. Dieser Geist steht nicht im Gegensatz zur Vernunft. Er ist die Schwester und der Motor des gesunden Menschenverstandes. Machen wir von ihm Gebrauch.

* Das Beispiel Mikrosa zeigt, was geschieht, wenn Firmen von faktisch anonymen Investoren gekauft und weiterverkauft werden. Die Menschen, die Region, die gesellschaftliche Bedeutung eines Unternehmens, das zumeist hochwertige Produkt spielen keine Rolle. Es geht ausschließlich um Rendite. Dieser Raubtier-Kapitalismus bildet eine große Angriffsfläche für Viren wie Covid 19, weil er das Immunsystem einer Gesellschaft zerstört.

** Immerhin: Als der IG Metall- Bevollmächtigte Bernd Kruppa mich bei der Demo entdeckte, bat er mich, bei der Abschlusskundgebung an der Schaubühne doch ein paar Worte an die Beschäftigten zu richten. Das habe ich getan – und von dem Bild ausgehend, dass, wenn ein Glied leidet, der ganze Körper betroffen ist. MaW: Wenn ein Werk geschlossen werden soll, müssten nicht nur die unmittelbar Betroffenen auf die Straße gehen, sondern vor allem die, die keine Existenzsorgen haben.

Gastkommentar von Christian Wolff: 71 Jahre Grundgesetz – Demokratie kennt keine Quarantäne

Hinweis der Redaktion in eigener Sache

Natürlich werden auch die L-IZ.de und die LEIPZIGER ZEITUNG in den kommenden Tagen und Wochen von den anstehenden Entwicklungen nicht unberührt bleiben. Ausfälle wegen Erkrankungen, Werbekunden, die keine Anzeigen mehr schalten, allgemeine Unsicherheiten bis hin zu Steuerlasten bei zurückgehenden Einnahmen sind auch bei unseren Zeitungen L-IZ.de und LZ zu befürchten.

Doch Aufgeben oder Bangemachen gilt nicht ;-) Selbstverständlich werden wir weiter für Sie berichten. Und wir haben bereits vor Tagen unser gesamtes Archiv für alle Leser geöffnet – es gibt also derzeit auch für Nichtabonnenten unter anderem alle Artikel der LEIPZIGER ZEITUNG aus den letzten Jahren zusätzlich auf L-IZ.de ganz ohne Paywall zu entdecken.

Unterstützen Sie lokalen/regionalen Journalismus und so unsere selbstverständlich weitergehende Arbeit vor Ort in Leipzig. Mit dem Abschluss eines Freikäufer-Abonnements (zur Abonnentenseite) sichern Sie den täglichen, frei verfügbaren Zugang zu wichtigen Informationen in Leipzig und unsere Arbeit für Sie.

Vielen Dank dafür.

* Kommentar *Kirche
Print Friendly, PDF & Email
 
2 Kommentare


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Semperoper Dresden: Premiere „Die Zauberflöte“ mit verändertem Saalplan
Semperoper. Foto: Marcus Fischer

Foto: Marcus Fischer

Aufgrund der aktuellen Situation gelangt die Premiere der unter Berücksichtigung der geltenden Hygiene- und Abstandsregeln von Josef E. Köpplinger erarbeitete Neuinszenierung „Die Zauberflöte“ ohne Pause vor maximal 331 Gästen leicht gekürzt zur Aufführung. Die ebenfalls für den 1. November 2020 in Semper Zwei angesetzte Wiederaufnahme von „Schneewitte“ in der Sparte Junge Szene entfällt.
Premiere am 31. November: Walk of Shame
Das „Ost-Passage-Theater“. Foto: Michael Freitag

Foto: Michael Freitag

I blush. Meine Beine zittern. Die Stimme steckt mir im Hals und meine Hände schwitzen. Striche im Kopf. Was wollte ich sagen? Wer wollte ich nochmal sein? Das tiefsitzende Gefühl etwas falsch gemacht zu haben. Nicht genug zu sein. Sorry?
Premiere Lohengrin wird vorgezogen auf den 1. November 2020
Leipzigs Opernhaus. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Keine Kulturveranstaltungen im November, doch der 1.11. ist ein letzter Tag, um zusammen eine lang ersehnte Premiere zu erleben: Spontan zieht Intendant und Generalmusikdirektor Prof. Ulf Schirmer die ursprünglich erst für den 7. November 2020 angekündigte Premiere von „Lohengrin“ vor.
Freibeuter-Fraktion beantragt die Aufhebung der Waffenverbotszone auf der Eisenbahnstraße
Die Eisenbahnstraße im Leipziger Osten. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs war ein massiver Eingriff in die Bürgerrechte, als Sachsens Polizei 2018 rund um die Eisenbahnstraße eine Waffenverbotszone einrichtete. Und es wurde geradezu peinlich, als Innenminister Roland Wöller 2019 erklärte, dass eine unabhängige Prüfung von Sinn und Erfolg dieser Sonderzone gar nicht beabsichtigt sei. Die Polizei soll sich hier quasi selbst evaluieren. Das findet selbst FDP-Stadtrat Sven Morlok völlig am Thema vorbei.
Fünf Stadtratsfraktionen appellieren an die Leipziger/-innen: Helfen Sie mit, die Corona-Maßnahmen einzuhalten
Galt schon im Frühjahr: Plakat der Stadt auf der Sachsenbrücke. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs wird nicht leicht, sondern richtig hart, was ab Montag, 2. November mit den nun wieder verschärften Maßnahmen zur Eindämmung der Corona-Pandemie auch auf die Leipziger/-innen zukommt. Viele sind ja des ganzen Auf und Ab tatsächlich müde. Doch mit diesem Virus lässt sich leider nicht spaßen. Deshalb appellieren jetzt fünf Ratsfraktionen gemeinsam an die Leipzigerinnen und Leipziger: „Bitte helfen Sie mit, die weitere Ausbreitung des Virus einzudämmen!“
Ein paar kleine Korrekturen zu ein paar großen Zahlen aus einem Leser-Kommentar
Plakat aus der Frühzeit von Corona in Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserZu unserem am 20. September veröffentlichten Beitrag „Petition freundlich abgelehnt: Es ist noch nicht Zeit für ein Renaissance-Stadtfest aus Dank zur Errettung vor der großen Corona-Seuche“ gab es im Nachhinein eine kleine Diskussion, in der vor allem Leser „Igor“ sehr emotional wurde und auch einige Zahlen ins Gespräch brachte, mit denen er die Auswirkungen des Coronavirus versuchte einzuordnen oder zu relativieren. Ganz so klar wurde das nicht.
Fratelli tutti: Warum wir endlich wieder Politiker brauchen, die begriffen haben, was Geschwisterlichkeit ist
Papst Franziskus: Fratelli tutti. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDrei Enzykliken hat Papst Franziskus mittlerweile veröffentlicht, die dritte am 3. Oktober. Enzyklika kann man als Rundschreiben übersetzen. Aber was Franziskus da macht, ist eigentlich mehr, fast schon eine Streitschrift, mit der der seit 2013 amtierende Papst einer ganzen Gesellschaftsordnung ins Gewissen redet. Einer Gesellschaft, die die selbst verkündete Brüderlichkeit dem Wettbewerb und dem Egoismus geopfert hat. Corona hat eigentlich nur offengelegt, wie wenig von den so gern zitierten europäischen Idealen tatsächlich gelebt wird.
Freitag, der 30. Oktober 2020: Schutzverordnung regelt den „Lockdown light“ in Sachsen
Petra Köpping (SPD), Sozialministerin Sachsens. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie neue Corona-Schutzverordnung für Sachsen ist da und sie enthält all das, was zuvor angekündigt wurde. Viele Einrichtungen müssen bis Ende November schließen und die Zahl der sozialen Kontakte soll sich deutlich reduzieren. Außerdem: ein Stromausfall im Leipziger Osten und eine Auszeichnung für Susanne Köhler. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 30. Oktober 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
In der neuen Dingwelt: Rückblick in eine Kindheit zur Zeit der Wende

© Jwaller

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 84, seit 23. Oktober im HandelIm Sommer 2019 habe ich die Interviewreihe „Wendegespräche“ begründet. In der Folge durfte ich mit insgesamt zehn Menschen unterschiedlichen Alters und sozialer Herkunft sprechen. So beispielsweise mit einem Dozenten, einer Choreographin, einem Versicherungsvertreter und einer Näherin – mit Menschen, die in der DDR sozialisiert waren, aber auch mit einer Teilnehmerin aus den alten Bundesländern, die über ihre persönlichen Erfahrungen vor, während und nach der Wende berichteten. In dieser Ausgabe schließe ich die „Wendegespräche“ mit einem persönlichen Blick auf meine Erinnerungen während dieser Zeit ab.
Grüne beantragen: Leipzigs Verwaltung soll bis 2022 einen Integrierten Gewässerentwicklungsplan vorlegen
Weiße Elster bei Stahmeln. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Noten 4 und 5 bekommen Leipzigs Flüsse für ihre Wasserqualität. Das liegt nicht nur daran, dass die Anrainer am Oberlauf allerlei Zeug hineinlaufen lassen, das da nicht hineingehört. Es liegt auch daran, dass die Flüsse von ihrer natürlichen Aue völlig abgeschottet sind und deshalb auch der Artenreichtum nicht gedeihen kann. Das im Juni beschlossene Auenentwicklungskonzept kann nur der Beginn sein, den Missstand aufzulösen. Leipzig braucht aber auch endlich ein Konzept, die Wasserrahmenrichtlinie umzusetzen, beantragen die Grünen.
Nach 2022 könnte die Sanierung der alten Theaterspielstätte Gottschedstraße 16 beginnen
Das Haus Gottschedstraße 16. Archivfoto: Ralf Julke

Archivfoto: Ralf Julke

Für alle LeserErst wollte die Stadt das Haus verkaufen, um mit dem Erlös die neue Spielstätte des Schauspiels zu bezahlen. Dann stellte sich schnell heraus, dass das so nicht funktionierte und verschiedene Leipziger Vereine legten neue Nutzungskonzepte für das Haus Gottschedstraße 16 vor. 2018 beschloss der Stadtrat einen Verkaufsstopp für das Haus Gottschedstraße 16. Im Mai 2020 beschloss er dann, den Weg freizumachen für ein „Haus des Festivals“. Der Planungsbeschluss liegt jetzt vor, muss aber noch beschlossen werden.
Er gibt nicht auf: Ein Mörder kämpft weiter um mildere Strafe
Hofft weiter auf eine mildere Strafe: Dovchin D. (heute 41, rechts), hier im Januar 2019 neben seinem Anwalt Dr. Stefan Wirth beim ersten Prozess nach der Revision. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle Leser2016 brachte er zwei Frauen in Leipzig um und zerteilte ihre Leichen. Dafür wurde er zu lebenslanger Haft mit besonderer Schwere der Schuld verurteilt. Nach einer erfolgreichen Revision der Verteidigung und einem neuen Prozess bestätigte das Landgericht 2019 die Strafe - doch die Entscheidung wurde wiederum gekippt. Am kommenden Freitag steht der heute 41-jährige Dovchin D. deswegen vor dem Richter. Zum dritten Mal.
Die umgebaute Haltestelle Goerdelerring geht am 31. Oktober wieder komplett ans Netz
Linie 4 in der neuen Haltestelle Goerdelerring. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEndlich fertig. Als hätten es die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) geplant: Praktisch mit Corona starteten sie in diesem Jahr die Bauarbeiten in ihren größten Baustellen in der Bornaischen Straße und am Goerdelerring, die über Monate ein zuweilen verwirrendes Umleitungsregime zur Folge hatten. Und die größte und sperrigste dieser Baustellen wird jetzt endlich fertig. Die zentrale Haltestelle Goerdelerring wird ab 31. Oktober wieder komplett bedient, teilen die LVB mit.
Leipziger Forscher staunen: Älteste ausgegrabene Mongolin besaß Erbgut von Denisovanern, Neandertalern und modernen Menschen
Diyendo Massilani durchsuchte die Genome der Salkhit- und Tianyuan-Individuen auf DNA-Spuren von ausgestorbenen Homininen und wurde fündig. Foto: MPI für evolutionäre Anthropologie

Foto: MPI für evolutionäre Anthropologie

Für alle LeserVon Kosmopoliten spricht Diyendo Massilani. Aber so empfanden sich die Menschen, die vor 30.000 und 40.000 Jahren in den eisfreien Weiten des großen Kontinents Eurasien unterwegs waren, bestimmt nicht. Auch wenn sie dann und wann überrascht gewesen sein dürften, dass sie auf andere Gruppen von Menschen stießen, die etwas anders aussahen und wohl auch etwas anders sprachen. Und trotzdem paarte man sich. Zum Glück für heutige Anthropologen.
Kurzarbeit dämpft auch im Oktober die Arbeitslosenzahl und das Stellenangebot ist auf Vorjahresniveau
Gemeldete Arbeitslose in Leipzig. Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Grafik: Arbeitsagentur Leipzig

Für alle LeserWas die ganzen Folgen der Corona-Panemie am Ende tatsächlich in der Wirtschaft anrichten, weiß noch niemand. Selbst die Diskussionen, ob die ab dem 2. November geplanten Einschränkungen überhaupt Sinn machen, beginnen erst. Denn wir sind längst an dem Punkt angekommen, da wir lernen müssen, das Leben am Laufen zu halten, obwohl das Corona-Virus weiterhin unterwegs ist. Auch in Leipzig ging im Oktober die offizielle Arbeitslosigkeit wieder zurück.