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Magdeburg: Brutale Festnahme bei Protesten gegen Neonazi-Aufmarsch

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    Im Netz geht seit Sonntag ein Video viral. Es zeigt, wie zwei behelmte Polizisten einen Mann gegen die Wand eines Wohnblocks stoßen und anschließend auf dem Boden fixieren. Der Stoß war so heftig, dass einzelne Fassadenteile zu Boden fallen. Die Polizei hat Ermittlungen aufgenommen.

    Ist das noch verhältnismäßig? Nein, meinen viele Twitter-User. Ein Handyvideo zeigt, wie einer der Beamten den Mann am Hinterkopf packt und kräftig gegen die Wand drückt. Was davor geschehen ist, zeigt der 18-sekündige Clip nicht. Fest steht: Der Mann war gestellt, hätte den Beamten nicht mehr entkommen können.

    Über die Notwendigkeit des brutalen Kopfstoßes lässt sich gerade deshalb diskutieren. Dem Beamten wird man aber die Dynamik des Geschehens zugutehalten müssen. Die herabgefallenen Verkleidungsstücke waren anscheinend lose an der Außenwand befestigt.

    Nicht zu sehen ist, was sich vor der Festnahme abgespielt hat. Die Magdeburger Polizei hält sich auf Anfrage seltsam bedeckt. „Im Zusammenhang mit dem Sachverhalt wurden zwei Ermittlungsverfahren eingeleitet. Da es sich hierbei um laufende Verfahren handelt, können wir keine Auskünfte zum Verfahrensstand geben oder Fragen, die die Ermittlungen betreffen, beantworten“, teilte Pressesprecher Siawash Ebadi am Montag auf Anfrage mit.

    Wie sich der Vorfall aus Sicht der Polizei abgespielt hat und welche Straftaten den Ermittlungsverfahren zugrunde liegen, blieb unbeantwortet. Auch auf ihrem Twitter-Account hat sich die Polizeiinspektion Magdeburg bislang nicht zu dem Video geäußert.

    Auf Fotos, die der LEIPZIGER ZEITUNG vorliegen, ist zu erkennen, dass die beteiligten Beamten einer sächsischen Einheit angehören.

    In Magdeburg hatten am Samstag nach Polizeiangaben bis zu 100 Rechtsextremisten mit einem „Trauermarsch“ an die Bombardierung der Stadt im Januar 1945 erinnert. An den Gegenprotesten sollen rund 500 Personen teilgenommen haben.

    In einer ersten Pressemitteilung meldete die Polizei zunächst keine Festnahmen.

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