Forscher-Team der TU Dresden sucht noch viele Teilnehmer/-innen für eine Studie zum Aktivbleiben in der Corona-Pause

Für alle LeserVier Wochen im Shutdown, im gezwungenen Zuhausebleiben, belasten viele Menschen inzwischen spürbar. Manche wissen auch nicht, was sie mit dieser ganzen freien Zeit zu Hause anfangen sollen. Psychologen am Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie der TU Dresden haben eine Studie entwickelt, die den Teilnehmenden zahlreiche Anregungen zu bereichernden Aktivitäten während der aktuellen Coronakrise gibt. Und sie laden alle Bürger/-innen ein, sich aktiv an der Studie zu diesem Thema zu beteiligen.

Ziel ist es, die psychischen Belastungen der Bevölkerung in dieser schweren Zeit einzudämmen. Die derzeitigen räumlichen und sozialen Einschränkungen gegen die rasante Ausbreitung des Corona-Virus haben tiefgreifende Auswirkungen auf die menschliche Psyche. Rückzug, Inaktivität, Verlust der Tagesstruktur oder Monotonie wirken sich auf die Stimmung aus und können bestehende psychische Belastungen verschlimmern.

Ein Team von Psychologinnen und Psychologen der Technischen Universität Dresden möchte in einer neuen Studie untersuchen, welche Aktivitäten Menschen während der Coronakrise als besonders hilfreich und stimmungsaufhellend erleben.

„Sport, Backen, Nähen, die Wohnung aufräumen, Gartenarbeit, all das ist besser als Trübsal zu blasen“, betont Psychologe Prof. Dr. Jürgen Hoyer vom Institut für Klinische Psychologie und Psychotherapie und Leiter der Institutsambulanz und Tagesklinik für Psychotherapie der TU Dresden.

Die Studie bietet außerdem eine zusätzliche Vorstellungsübung, durch welche die konkrete Umsetzung dieser Aktivitäten gefördert werden soll. Die Teilnehmenden werden zu ihrer Stimmung und psychischen Belastung befragt. Der Kernpunkt der Studie ist eine Liste mit 99 potentiell angenehmen und sinnvollen Aktivitäten für die Corona-Zeit, auf die man von selbst vielleicht nicht so leicht gekommen wäre.

Prof. Hoyer, der als Angst-Experte in der aktuellen Krisensituation von zahlreichen Medien zurate gezogen wird, erläutert das Ziel der Studie: „Die Studienidee beruht auf der Depressionsforschung. Dort konnte gezeigt werden, dass der Verlust an Verstärkern, also an befriedigenden Aktivitäten ein Faktor ist, der Depressionen begünstigt und aufrechterhält. Hintergrund sind auch die langjährigen therapeutischen Erfahrungen mit der sogenannten Verhaltensaktivierung in der Institutsambulanz und Tagesklinik für Psychotherapie der TU Dresden. Mit der Studie möchten wir somit einen Beitrag zur Depressionsprävention leisten.“

Insbesondere wollen die Forscher/-innen herausfinden, welche Aktivitäten Menschen während der Coronakrise als besonders hilfreich und stimmungsaufhellend erleben. Damit erweitern sie die Betrachtung einer lediglich auf die psychischen Folgen der Gegenmaßnahmen zur Eindämmung des Coronavirus ausgerichteten Untersuchung. Die Studie ist so entwickelt, dass sie den Teilnehmenden Anregungen zu bereichernden Aktivitäten während der aktuellen Coronakrise gibt. Ziel der Studie ist es, die psychischen Belastungen der Bevölkerung in dieser schweren Zeit einzudämmen.

Die Studie bietet unter anderem eine Vorstellungsübung, durch welche die konkrete Umsetzung dieser Aktivitäten gefördert werden soll. Die Teilnehmenden werden zudem zu ihrer Stimmung und psychischen Belastung befragt.

Jetzt werden natürlich besonders viele Teilnehmer/-innen an der Studie gesucht, damit sie wirklich aussagekräftig wird.

Die Studie wird nur bis zum 19. April 2020 durchgeführt. Die Studienteilnahme ist freiwillig und anonym.

Hier kommt man direkt zur Studie.

Internationale Studie zur Wirkung der Corona-Maßnahmen auf die Psyche: Optimismus in bedrohlicher Situation

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Foto: Tom Schulze © Panometer

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