Seit einigen Wochen sind in Bahnen und Bussen ein paar ungewöhnliche Plakate zu sehen, auf denen Medizinerinnen auf ein wichtiges Beratungsangebot aufmerksam machen. Mit dem Motto „Jede Vergewaltigung ist ein medizinischer Notfall“ macht BELLIS e.V. seit Anfang Januar 2022 mit einer großangelegten Plakatkampagne auf das Thema aufmerksam.

Ein Jahr lang weisen Innen- und Außenplakate an Leipzigs Bahnen und Bussen darauf hin, dass Ärztinnen und Ärzte die Folgen von Vergewaltigung als medizinischen Notfall wahrnehmen und Betroffene Hilfe finden. Unterstützt wird die Kampagne durch das Sozialamt der Stadt Leipzig und den Freistaat Sachsen.

Hilfe gegen sexualisierte und häusliche Gewalt

Seit 2019 setzt sich der BELLIS e.V. in Leipzig und im Umland gegen sexualisierte und häusliche Gewalt ein. Ziel der Arbeit ist es, den medizinischen Bereich in das Unterstützungsnetz einzubauen und die Beratungssituation für Betroffene und deren Angehörige zu verbessern.

Ein weiterer Schwerpunkt liegt in der Weiterbildung medizinischer Fachkräfte und die Umsetzung der sog. verfahrensunabhängigen Spurensicherung nach Vergewaltigung und häuslicher Gewalt. Durch die enge Vernetzung von Kliniken, niedergelassenen Praxen, Rechtsmedizin, Verwaltung, Politik und Hilfesystem soll der Zugang zum Unterstützungsnetz niederschwelliger werden.

Plakat in einer Straßenbahn. Foto: Bellis e.V. Leipzig
Plakat in einer Straßenbahn. Foto: Bellis e.V. Leipzig

Denn: Vergewaltigung ist noch immer ein gesellschaftliches Tabuthema. Betroffene kennen häufig keine passenden Anlaufstellen, bei denen sie Unterstützung und Beratung finden.

Hilfe und Unterstützung für Vergewaltigungsopfer

„Wir müssen es schaffen, dass die Hürden der Inanspruchnahme von ärztlicher und psychosozialer Hilfe gesenkt werden, damit Betroffene von Vergewaltigung bessere Chancen auf eine schnelle Genesung und weitere Unterstützung bekommen. In der persönlichen Krise dürfen Betroffene nicht alleine bleiben“, sagt Susanne Hampe, Mitbegründerin des Vereins.

Auch in der aktuellen Corona-Krise bietet BELLIS e.V. weiterhin Beratung an.

„Betroffene oder Angehörige können sich gerne an uns wenden“, betont Susanne Hampe. „Wir sind da,
helfen und vermitteln an die richtigen Institutionen, damit Betroffene nicht lange suchen müssen.“

Kontakt zum Bellis e.V.: Tel. (0341) 39285560, Mail: [email protected]

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