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10. Jahreshauptversammlung

Schaubühne Lindenfels: Von Bauplänen und Wertpapieren

Bereits zum zehnten Mal lud gestern, am 14. Juli 2015, die gemeinnützige Schaubühne Lindenfels AG zu ihrer jährlichen Hauptversammlung und demonstrierte erneut, wofür sie seit ihrer Gründung 2005 steht: für die Bereitschaft einer Kulturinstitution, ihr Publikum als Miteigentümer zu beteiligen und ihm regelmäßig Rechenschaft abzulegen.

Abseits der offiziellen Tagesordnungspunkten (Vorstellung von Bilanz und Lagebericht für das Geschäftsjahr 2014 sowie Entlastung des Vorstandes und Aufsichtsrates) stand vor allem ein Ausblick auf die bevorstehenden Sanierungsmaßnahmen im Fokus der Versammlung.

Sanierung der Schaubühne

Wie Vorstand und künstlerischer Leiter René Reinhardt ausführte, sollen 2015 und 2016 422.000 Euro in den Substanzerhalt der Schaubühne investiert werden. 360.000 Euro davon stammen aus Fördergeldern der EU, des Freistaates Sachsen und der Stadt Leipzig. Dierestlichen 62.000 Euro bilden den notwendigen Eigenmittelanteil.

„Dieses Förderpaket ist hart erkämpft, Ergebnis langer Vorarbeit und Verhandlungen. Nach Jahren des Sanierungsstaus ist es so erstmals möglich, wesentliche Arbeiten für die Sicherung des Kulturstandortes in diesem Umfang zu realisieren“, erklärte René Reinhardt. Die geplanten Baumaßnahmen zielen neben der Erneuerung von Gebäudeteilen auf eine Verbesserung der energetischen Bilanz, der Arbeitsbedingungen und des Veranstaltungsbetriebs ab.

Sanierungsmaßnahmen 2015:
Sicherung und Sanierung Kellerbereich mit Lagerräumen
Fußbodenerneuerung Küche
Einbau Sanitärbereich in der Künstlergarderobe
Erneuerung Bodenbelag Eingang und Terrasse (Abdichtung)
Erneuerung Dachentwässerung
Sicherung und Restaurierung Dachaufbauten
Umgestaltung Foyer und Gastronomiebereich

Sanierungsmaßnahmen 2016:
Erneuerung des Parketts im Ballsaal und Grünen Salon
Wiederherstellung der Verbindungsgalerie im Ballsaal
Errichtung eines Seiteneingangs mit Laderampe zum Ballsaal

Die ersten Sanierungsarbeiten beginnen Ende Juli und erstrecken sich bis zum 2. September. Aus diesem Grund wird die Schaubühne im August eine Umbaupause einlegen und für ihr Publikum komplett geschlossen bleiben.

Die erste „Stück-Aktie“

Im Rahmen der Hauptversammlung wurde zudem die Herausgabe einer neuen, sechsten Kunstaktien-Edition bekanntgegeben. Bei dieser wird es sich erstmals um ein Wertpapier handeln, das unmittelbar einem Theaterprojekt der Schaubühne gewidmet ist: der nächsten SCHAU-Produktion „Brodsky“. Diese wahre „Stück-Aktie“ hat den Wert von zwei Anteilsscheinen und kostet 50 Euro. Gestaltet von dem Leipziger Künstler Thadeusz Tischbein, greift sie das Motiv des Theaterplakats auf. Die neue Edition erscheint zur Premiere am 15. Oktober 2015, Exemplare des Kunstdrucks können jedoch bereits jetzt vorbestellt bzw. gekauft werden. Ihr Motiv wird demnächst der Öffentlichkeit vorgestellt.

„Wir kaufen unser Theater und bringen es unter die Leute!“

Mit Gründung der gemeinnützigen Aktiengesellschaft zum Erwerb der Immobilie und als Träger des Produktionshauses startete die Schaubühne Lindenfels 2005 ein Experiment mit kulturpolitischer, gesellschaftlicher und ökonomischer Relevanz. Inzwischen gehört das erste deutsche Aktientheater rund 1.200 Aktionäre – eine Publikumsgesellschaft im mehrfachen Sinn. Die Aktien der Schaubühne Lindenfels gAG sind buchstäblich künstlerische Wertpapiere: In einer limitierten Auflage werden Anteilsscheine von verschiedenen Künstlern gestaltet und signiert. Bisher sind vier Editionen erschienen mit Motiven von Thomas Moecker, Verena Landau, Christoph Ruckhäberle und Frank-Heinrich Müller sowie eine Sonderedition, gestaltet von Christoph Ruckhäberle.

MelderSchaubühne Lindenfels
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Gabriele und Ngen Yos: Der Bambusspross wird zum Bambusstamm. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

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Im Vordergrund: ein schwarzer Block; im Hintergrund: ein schwarzer Block. Foto: Tim Wagner

Foto: Tim Wagner

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