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Leserbeitrag zu: „Wie aus „Unheimlicher Nähe“ und Sensationsgier erst spät unser Wissen über Menschenaffen reifte“ (M. Haikal)

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    Von Claudia Kierspe: Eine Rezension, die – Respekt! – weitaus reflektierter ist, als das rezensierte Buch. Dieses nämlich läuft unterm Strich auf eine simple Apologie der Zoos hinaus, ohne die, so die fortlaufend unterschwellige Suggestion, wir heute weit weniger über Menschenaffen wüssten, als wir wissen. Kritik an den Fang- und Transportmethoden der seit Mitte des 19.Jhdts. für europäische und US-amerikanische Zoos tätigen Tierhandelsfirmen (Ruhe, Hagenbeck u.a.) kommt ebensowenig vor wie Kritik an den – bis heute vorherrschenden – Methoden der Verwahrung und Zurschaustellung der Menschenaffen in den jeweiligen Zoos.

    Was allerdings nicht weiter verwundert, wurde das Buch doch von einem „Haus- und Hofautoren“ der Zoobetreiberszene verfasst und von einem renommierten Zoodirektor und vormaligen Präsidenten des Weltzooverbandes, Jörg Junhold nämlich, wohlwollend gefördert.

    Wenn der Rezensent allerdings schreibt, es sei Autor Mustafa Haikal „über die Tatsache [gestolpert], dass eigentlich noch niemand die Geschichte der Begegnung der Europäer mit den klugen Artverwandten anhand der schriftlichen Überlieferungen erforscht hat“, unterschlägt er, dass der Psychologe und Zookritiker Colin Goldner genau das in seinem Mammutwerk „Lebenslänglich hinter Gittern: Die Wahrheit über Gorilla, Orang Utan & Co in deutschen Zoos“ (Aschaffenburg 2014) getan hat. Nur eben kritisch und nicht apriorisch zooaffirmativ.

    Unredlich, dass Haikal dieses Buch als Quelle oder zumindest Querverweis einfach verschweigt. Dass er es nicht kennt, ist unwahrscheinlich: es wurde 2014 für die Wahl zum „Wissensbuch des Jahres“ nominiert und landete in der Endausscheidung in der Kategrie „Zündstoff“ auf dem zweiten Platz.

    Irgendwie werde ich den Verdacht nicht los, Haikal, Junhold&Co haben mit dem opulent ausgestatteten, dafür aber völlig zoounkritischen Buch den Versuch unternommen, dem Goldner-Buch, das in der Zoobetreiberszene größte Aufregung verursacht hatte, überkompensativ etwas entgegenzusetzen. Kann man machen, ist aber, wie gesagt, unredlich.

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