Pünktlich zum Ende der Wechselfrist am 30. November haben der SC DHfK Leipzig e. V. und die Olympiasport Leipzig (OSL) GmbH mit neun Leistungsträgern in der Leichtathletik die neuen Verträge für 2021 unterzeichnet. Ihr Verbleib in der Sportstadt Leipzig ist somit auch im Jahr der Olympischen Sommerspiele in Tokio gesichert.

Durch die Unterzeichnung eines Sponsorenvertrags ist diesen Athletinnen und Athleten eine finanzielle, materielle und öffentlichkeitswirksame Unterstützung zugesagt. Neben Roy Schmidt (Staffel 4×100 Meter), Marvin Schulte (100 Meter), Felix Straub (200 Meter) und Martin Vogel (Hürden) gehen auch Robert Farken (800 Meter), Nic Ihlow (Langstrecke), Lea Wipper (Speerwurf) und Christine Winkler (Speerwurf) künftig weiterhin im grün-weißen Trikot und für die Sportstadt Leipzig an den Start.

Mit Paulina Kayßer (5.000 Meter) wurde ein junges Talent über die Langstrecke neu aufgenommen. Den Verein verlassen hat Sprinter Niels Torben Giese, der in der neuen Saison für den VfL Wolfsburg laufen wird.

Die Vertragsgespräche wurden gemeinsam durch den SC DHfK Leipzig e. V. und die OSL GmbH geführt, die seit Mitte 2019 an die Leipzig Tourismus und Marketing GmbH angebunden und für die Vermarktung des Spitzensports in Leipzig verantwortlich ist. Im Schulterschluss mit den spitzensporttragenden Vereinen steht auf der einen Seite die gezielte Förderung der Topathleten; auf der anderen Seite die Einbindung dieser im Sinne der öffentlichkeitswirksamen Präsentation als Botschafter.

„Insbesondere im Hinblick auf die Verschiebung der Olympischen Spiele war das ein herausforderndes Jahr. Unser klassischer Olympiazyklus hat sich um ein gutes Jahr verlängert – zugleich ist es ohne Olympiakampagne und Leistungsvergleiche schwer, Sponsoren zu finden und zu binden“, erklärt Katharina Baum, geschäftsführende Prokuristin der OSL GmbH.

„Unsere Philosophie war es in dieser Situation, die bestehenden Verträge verlängern zu können, denn aktuell können wir uns extern nicht verstärken. Wir freuen uns, dass wir für die nächste Saison so gut aufgestellt sind und hoffen, dass es bald nicht mehr nur ums Überleben geht, sondern wir wieder mit Perspektive arbeiten können.“ Weitere Verhandlungen führt die OSL GmbH in den kommenden Wochen u. a. mit den Leipziger Kanuten und Athleten aus Schwimmen und Judo.

„Unsere Leichtathleten sind Aushängeschilder unserer erfolgreichen Vereinsarbeit, sie sind Botschafter für die Sportstadt Leipzig und Vorbilder für den Nachwuchs. Es ist gerade in der momentanen Zeit ein wichtiges Zeichen, dass diese herausragenden Sportlerinnen und Sportler ihre Leistung weiterhin in Leipzig für den SC DHfK erbringen wollen und wir wiederum alles dafür tun, sie bestmöglich zu unterstützen“, sagt Bernd Merbitz, Präsident des SC DHfK Leipzig. Für das SC DHfK Leichtathletikzentrum werden in der Saison 2021 unter anderem auch die Kugelstoßer David Storl und Dennis Lewke sowie Speerwerfer Jakob Nauck starten.

„Ich bin sehr dankbar für die Förderung durch die OSL und den SC DHfK, denn es gibt Vereine, da wurden die Athleten zuletzt in die Kurzarbeit geschickt. Wir wurden verlässlich unterstützt und auch wenn es Einschränkungen gibt, ist das für mich in dieser Situation nachvollziehbar. Ich denke nicht über andere Angebote nach – meine Trainingsgruppe und mein Trainerteam sind Gold wert“, sagt Sprinter Roy Schmidt, der fest davon ausgeht, dass Olympische Spiele 2021 stattfinden werden. „Ich bin so motiviert wie immer – ich will mich in Tokyo mit den Besten der Welt messen.“

„Als Leipziger will ich für meine Stadt starten; daher ist der SC DHfK immer der erste Ansprechpartner. Für mich ist klar, dass ich in so einer Krisensituation nicht gleich schaue, ob es irgendwo mehr gibt“, so 100-Meter-Ass Marvin Schulte. „Sportlich haben wir die Saison genutzt, um individueller zu trainieren und ein paar Sachen auszuprobieren. Ich bin sehr optimistisch, dass das anschlagen wird.“

Langstreckenläuferin Paulina Kayßer berichtet aus ihrem letzten Jahr: „Aufgrund meiner Knieprobleme habe ich bereits im Winter nur alternativ trainiert und wurde im ersten Lockdown operiert. Seit Sommer trainiere ich wieder und wir haben ein wirklich starkes Mittelstreckenteam – wir pushen uns gegenseitig.“ Umso erfreulicher ist für sie als Nachwuchssportlerin die Aufnahme in das Top-Team der Sportstadt. „Dieser Vertrag ist nach meinem letzten Jahr ein tolles Zeichen: Da glaubt jemand an Dich und Deine Leistung. Das ist extrem wichtig und nicht selbstverständlich.“

Stefan Sadlau, Standortkoordinator Leipzig für den Olympiastützpunkt Sachsen, betonte als Vorstandsmitglied des Fördervereins Sportstadt Leipzig e. V.: „Die Leichtathleten sind ein zentraler Baustein und es war ein riesiger Schritt, die klassischen Eigengewächse zu halten.

Darüber hinaus müssen wir zukünftig stärker die Vielfalt der Sportstadt abbilden und auch wirksamer z. B. mit den Fechtern, den Schwimmern oder Ringern ins Gespräch kommen. Das Fundament ist mit der OSL gelegt, doch es ist kein Selbstläufer und bis 2024 sehe ich das als größte Herausforderung für uns und die betreffenden Vereine. Die Sportstadt-Familie soll wachsen.“

Leipziger Zeitung Nr. 85: Leben unter Corona-Bedingungen und die sehr philosophische Frage der Freiheit

Leipziger Zeitung Nr. 85: Leben unter Corona-Bedingungen und die sehr philosophische Frage der Freiheit

 

Keine Kommentare bisher

Schreiben Sie einen Kommentar