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Vom Spezialfach zur Integrationsdisziplin: 100 Jahre Kommunikationswissenschaft in Deutschland

In diesem Jahr wird die deutsche Kommunikationswissenschaft 100 Jahre alt - ein Jubiläum, das die Deutsche Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft e.V. (DGPuK) auf ihrer großen Jahrestagung vom 30. März bis 1. April in Leipzig feiert. Unter dem Motto „Kommunikationswissenschaft als Integrationsdisziplin“ diskutieren rund 450 Forscher und Führungskräfte aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich aktuelle Themen aus Medien und Kommunikation, die Entwicklung des Fachs sowie die aktuelle Forschung.

Unter dem Titel „Technische Innovationen – Medieninnovationen?“ findet am (heutigen) Mittwoch von 12 bis 18 Uhr erstmals die Pre-Conference statt, die sich mit der Wechselbeziehung zwischen technischer Entwicklung und der Neukonzeption medialer Inhalte befasst.

Die 100-jährige Geschichte der Kommunikationswissenschaft ist das Leitthema der Jahrestagung, die vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig zusammen mit der DGPuK organisiert wurde. „Vor genau 100 Jahren gründete Karl Bücher das erste Institut für Zeitungskunde an der Universität Leipzig und legte damit den Grundstein für die akademische Journalistenausbildung“, erklärt Cornelia Wolf, Juniorprofessorin für Online-Kommunikation an der Universität Leipzig. Leipzig ist auch die Stadt, in der im Jahr 1650 die erste Tageszeitung der Welt entstand. Von da an verbreitete sich das Fach auch an anderen deutschen Universitäten.

Thematische Vielfalt und Bewerberflut

Die 100-jährige Tradition der Kommunikationswissenschaft in Deutschland spiegelt sich heute am Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig wider. Es steht nach wie vor für thematische Vielfalt in Forschung und Lehre – von der Journalistik bis zum Kommunikationsmanagement, von der Rezeptionsforschung bis zur Medienpädagogik, von der Kommunikationsgeschichte bis zu crossmedialen Angeboten im Web. Der Bachelorstudiengang Kommunikations- und Medienwissenschaft ist mit Bewerberzahlen zwischen 2.300 und 3.100 in den vergangenen fünf Jahren einer der am stärksten nachgefragten Studiengänge an der Universität Leipzig. Seit 2014 gibt es zudem eine Triangle-Kooperation mit der Ohio University in Athens (USA) und der Hongkong Baptist University (China) in Forschung und Lehre. Im vergangenen Jahr startete zusammen mit der Ohio University der deutschlandweit einmalige Double-Degree-Masterstudiengang „Global Mass Communication“ mit einem integrierten und gebührenfreien Auslandsstudium.

Auch das Tagungsprogramm spiegelt die Vielfalt und Breite der gegenwärtigen kommunikationswissenschaftlichen Forschung wider. Die Ausweitung von Kommunikationsphänomenen in unserer Informations- und Mediengesellschaft fordert die Kommunikationswissenschaft als für die Gesellschaft wichtige Integrationsdisziplin stark heraus. Deshalb wird der Schwerpunkt der Tagung die Wirkung der Kommunikationswissenschaft auf andere wissenschaftliche und gesellschaftliche Bereiche sein. Diskutiert werden Fragen wie: Was leistet die Kommunikationswissenschaft als Integrationsdisziplin in ihrem Kern, mithilfe anderer und für andere Disziplinen, für die Gesellschaft, für die Medienpraxis und -ausbildung?

Gemeinsame Vor-Tagung zu Medieninnovationen von HTWK Leipzig und Universität Leipzig

Nachrichten als Computerspiele, interaktive Kurzfilme oder Videoschnitt-Apps – neue technische Entwicklungen ermöglichen neue Darstellungsformen in Journalismus und Werbung. Was genau ist neu an diesen Formaten? Wie verändern sie die Nutzungsgewohnheiten der Leser und Zuschauer? Welche Folgen hat das für die Journalistenausbildung? – Mit diesen Fragen beschäftigt sich die von Prof. Dr. Gabriele Hooffacker von der Hochschule für Technik, Wirtschaft und Kultur (HTWK) Leipzig und Juniorprofessorin Dr. Cornelia Wolf von der Universität Leipzig veranstaltete Pre-Conference „Technische Innovationen – Medieninnovationen?“. „Wir als HTWK Leipzig wollen zeigen, was die Ingenieurwissenschaften zur Medienforschung beitragen können. Zur Pre-Conference stellen unsere Wissenschaftler beispielsweise neue Formate und technische Innovationen für das Lokalfernsehen vor“, sagt Gabriele Hooffacker.

Podiumsdiskussion mit der ARD-Vorsitzenden Karola Wille

Am (heutigen) Mittwoch (30. März) debattieren im Zeitgeschichtlichen Forum von 17 bis 18:30 Uhr Carsten Brosda (Staatsrat für Kultur, Medien und Digitales der Freien und Hansestadt Hamburg), Karola Wille (ARD-Vorsitzende und Intendantin des Mitteldeutschen Rundfunks), Kay Oberbeck (Director Communications & Public Affairs Google Nordeuropa), Annekatrin Bock (Nachwuchssprecherin der Deutschen Gesellschaft für Publizistik und Kommunikationswissenschaft) und Stephan Ruß-Mohl (Professor für Kommunikationswissenschaft an der Universität Lugano) in einer öffentlichen Podiumsdiskussion zum Thema „Kommunikation im Medienwandel – Erwartungen an Forschung und Ausbildung in Deutschland“. Am Donnerstag (31. März) eröffnen Prof. Dr. Sonja Ganguin vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig, die Dekanin der Fakultät für Sozialwissenschaften und Philosophie, Prof. Dr. Monika Wohlrab-Sahr, DGPuK- Vorsitzender Prof. Dr. Oliver Quiring sowie Prof. Dr. Uwe Hasebrink vom Hans-Bredow-Institut für Medienforschung an der Universität Hamburg die Tagung.

Festakt mit Staatsministerin Eva-Maria Stange

Einen Tag später, am 1. April, steht ein Festakt zum 100. Jahrestag der Institutsgründung und zu 100 Jahren Kommunikationswissenschaft in Deutschland auf dem Programm. Dazu haben sich unter anderem die Staatsministerin für Wissenschaft und Kunst des Freistaats Sachsen, Dr. Eva-Maria Stange, die Rektorin der Universität, Prof. Dr. Beate Schücking, und der Geschäftsführende Direktor des Instituts für Kommunikations- und Medienwissenschaft, Prof. Dr. Hans-Jörg Stiehler, angekündigt. Prof. Dr. Bernhard Debatin von der E.W. Scripps School of Journalism der Ohio University in Athens (USA) vermittelt in seinem Festvortrag Gedanken zum Thema: „Der schmale Grat zwischen Anpassung und Integration: Kritische Anmerkungen zum 100-jährigen Jubiläum der deutschen Kommunikationswissenschaft“.

Hintergrund

Die Deutsche Gesellschaft für Publizistik- und Kommunikationswissenschaft e.V. (DGPuK) ist die größte Fachgesellschaft der Kommunikationswissenschaftler in Deutschland. Sie wurde 1963 gegründet und bildet entsprechend der gewachsenen Vielfalt einer sich immer stärker ausdifferenzierenden Forschung und Lehre heute den wissenschaftlichen Dachverband für Forscher aus den unterschiedlichsten Richtungen. Die DGPuK-Jahrestagung findet jährlich in wechselnden Städten statt. Insgesamt werden rund 500 Kommunikations- und Medienwissenschaftler aus ganz Deutschland, der Schweiz und Österreich erwartet. Veranstaltungsort der DGPuK-Jahrestagung sowie der Pre-Conference ist das Hörsaalgebäude der Universität Leipzig. Eine Anmeldung ist unter www.dgpuk2016.de möglich. Die Tagung wird von der Deutschen Post DHL und der Leipziger Stadtholding LVV sowie weiteren Partnern unterstützt. Das Programm der Pre-Conference findet sich unter diesem Link (PDF), das der Jahrestagung hier.

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Zur „Grassimesse“ gibt es jetzt erstmals einen Stadtplan der Leipziger Handwerkskunst
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Filmstill aus Georg Pelzers Film "FLUTEN". Foto: FLUTEN

Foto: FLUTEN

Für alle LeserAm 29. Oktober ist Kinopremiere für den ungewöhnlichen Film eines jungen Leipziger Regisseurs in der Kinobar Prager Frühling: „FLUTEN“ heißt er und ist improvisiertes Drama. Eines, das von einem Drama erzählt, das viele junge Menschen in diesem Corona-Jahr ebenfalls erlebt haben: Der gerade erst so glücklich erworbene Arbeitsplatz wird gekündigt. Es fühlt sich wie eine Niederlage an. Alle schlechten Selbstwertgefühle kommen auf einmal hoch. Und wie sagt man das den Menschen, deren Achtung man nicht verlieren will?
In dieser Woche beginnen die Bauarbeiten zur Öffnung des Deichs am Ratsholz
Stopp: Baustelle am Ratsholzdeich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Bauzäune stehen, Stoppschilder untersagen das Betreten der Baustelle. In dieser Woche beginnt ein Projekt am Ratsholzdeich im Leipziger Süden, das zukunftsweisend ist. Zum ersten Mal wird ein Deich geöffnet, damit künftig auch kleinere Hochwasser ins Ratsholz im südlichen Leipziger Auenwald gelangen können. Im April hatte die Landesdirektion Sachsen das Planfeststellungsverfahren abgeschlossen. Die Landestalsperrenverwaltung hat Baurecht und kann jetzt loslegen.
Erster Schreck überwunden: Leipziger Wirtschaft löst sich langsam aus der Corona-Schockstarre
Entwicklung der Stimmungslage im Kammerbezirk Leipzig. Grafik: IHK zu Leipzig

Grafik: IHK zu Leipzig

Für alle LeserNatürlich kann auch Leipzig die Corona-Panemie wirtschaftlich bewältigen. China schafft es ja auch. Nicht alle Branchen sind gleichermaßen betroffen. Und die Unternehmer in Leipzig sind nach dem Schreckmoment im Frühjahr mittlerweile deutlich zuversichtlicher, dass die Wirtschaft wieder auf die Beine kommt. Denn auch mit Auflagen funktioniert Wirtschaft – nur nicht in allen Branchen.
Prozess gegen „Das Wunder von Mals“: Auch dem Geschäftsführer des Oekom Verlags droht wegen „übler Nachrede“ eine Anklage
Alexander Schiebel. Foto: Jörg Farys, Oekom Verlag

Foto: Jörg Farys, Oekom Verlag

Für alle LeserDer Oekom Verlag hatte 2017 schon den richtigen Riecher, als er Alexander Schiebels Buch „Das Wunder von Mals“ mit dem Untertitel versah: „Wie ein Dorf der Agrarindustrie die Stirn bietet“. Auch wenn es jetzt ein Südtiroler Landesrat und 1.600 Südtiroler Obstbauern zu sein scheinen, die neben Alexander Schiebel auch Karl Bär, Agrarreferent im Umweltinstitut München, vor Gericht gezerrt haben. Nun wollen sie auch noch Oekom-Verleger Jacob Radloff anklagen lassen. Deutlicher kann die ach so stille Agarindustrie gar nicht zeigen, wie sehr ihr dieser Münchner Verlag ein Dorn im Auge ist.