Den 1. Juli nutzten auch Schülerinnen und Schüler aus dem Leibniz-Gymnasium am Nordplatz, um die Ratsversammlung als Gäste zu verfolgen. Denn an diesem Tag stand auch ein Thema auf der Tagesordnung, das sie brennend interessierte: Wann ist ihre Schule endlich für die Sanierung an der Reihe? Die Linksfraktion hatte dazu eine Anfrage gestellt. Denn inzwischen hat sich herumgesprochen, dass auch das Leibniz-Gymnasium Opfer der Leipziger Finanznot wird. Die Pläne, das Schulgebäude zu sanieren und zu erweitern, sind vorerst auf Eis gelegt.

Das bestätigte dann auch die schriftliche Antwort des Amtes für Schule auf die Anfrage der Linksfraktion, die am 1. Juli extra vorgezogen wurde, damit die Gäste aus dem Leibniz-Gymnasium die mündlichen Antworten überhaupt noch mitkriegten. Denn so ganz zufrieden war Linke-Stadträtin Cornelia Falken mit der Antwort der Stadt nicht. Denn eine entscheidende Frage beantwortete diese eben nicht.

In der schriftlichen Antwort war freilich auch zu lesen, was erst einmal alle Befürchtungen bestätigte: „Ein Planungsbeschluss für eine Komplexsanierung des Leibniz-Gymnasiums liegt vor. Der Planungsbeschluss umfasst die Komplexsanierung des Schulgebäudes Nordplatz 13 als auch die Erweiterung der Schule um den Gebäudeteil Eutritzscher Straße 17.  Für die Maßnahme wurden 37.000.000 € veranschlagt. Die Kostenschätzung der LP2, welche im März 2026 abgeschlossen wurde, lag jedoch mit ca. 42.300.000 € deutlich über dem erwarteten Zielwert, weshalb das Projekt mit der ursprünglichen Aufgabenstellung derzeit hinterfragt werden muss. Vor diesem Hintergrund wurde nochmals geprüft und bestätigt, dass sich die benötigen Flächen für ein dreizügiges Gymnasium im Stammhaus allein nicht abbilden lassen und eine Erweiterung unumgänglich ist. Aufgrund der aktuell angespannten Haushaltslage und im Hinblick auf die finanziellen Volumina sowie baustrategische Fragen wurden die Planungen für die Leibnizschule bis auf Weiteres unterbrochen.“

Das heutige Treppenhaus im Lebniz-Gymnasium. Foto: Thomas Köhler
Das Treppenhaus der Leibniz-Schule. Foto: Thomas Köhler

Womit eigentlich nur eins klar war: In den nächsten fünf Jahren wird die Schule nicht saniert. In der Antwort des Amtes für Schule hieß es dazu: „Im Rahmen der sich derzeit in Fortschreibung befindlichen Schulbaustrategie stehen bis 2031 keine Mittel für die Komplexsanierung und Erweiterung des Gymnasiums zur Verfügung.“ Und auch 2032 wird hier wohl nichts geschehen, bestätigte am 1. Juli der Leiter des Amtes für Schule, Peter Hirschmann.

Wenigstens die Fenster dicht

Einen konkreten Termin, wann denn dann am Nordplatz mit einer Komplexsanierung gerechnet werden kann, konnte er  freilich auch nicht nennen. Denn das muss sich jetzt in der Debatte um die neue Prioritätenliste für den Schulhausbau ergeben, die über den Sommer erarbeitet wird und nach der Sommerpause dem Stadtrat vorgelegt werden soll. Bis dahin hätte man ja warten können, meinte CDU-Stadtrat Karsten Albrecht. Dann hätte man im Ausschuss darüber diskutiert.

So kann natürlich ein Stadtrat denken, der nicht wirklich nachfühlen kann, wie es den Betroffenen in Händen und Füßen kribbelt, wenn sie ein Thema selbst betrifft. Und genau dafür sind ja die Fragestunden im Stadtrat da. Nicht nur die Einwohnerfragestunden, sondern auch die der Ratsfraktionen, die meist gute Gründe haben, ein Thema öffentlich zu machen, das unter Ausschluss der Öffentlichkeit vor sich hingärt.

Denn so ein Thema – ob die Schule nun saniert wird oder nicht – sorgt nun einmal auch bei Schülern, Lehrern und Eltern für Unruhe. Erst recht, wenn ein schon geplantes Sanierungsvorhaben auf einmal verschoben wird, weil die Stadt kein Geld mehr hat.

Denn das betrifft nicht nur die Zukunft, sondern auch die Gegenwart. Denn wenn es keine Komplexsanierung gibt, müssen die aktuell schon existierenden Schäden behoben werden. Beim Leibniz-Gymnasium sind es die kaputten Fenster, zu denen Cornelia Falken extra noch einmal nachfragte. Denn diese Frage hatte das Amt für Schule nicht beantwortet. Und auch Peter Hirschmann konnte sie am 1. Juli nicht beantworten, sagte aber eine Prüfung zu. Denn nicht nur die zunehmend heißeren Tage belasten ja den Unterricht, wenn die Fenster einfach nicht dicht schließen. Neue Fenster, so Hirschmann, werde die Stadt jedenfalls nicht einbauen, aber versuchen, die vorhandenen Fenster wieder in Ordnung zu bringen.

Offen ist jetzt, wo die Sanierung des Leibniz-Gymnasiums nun ihren Platz auf der Prioritätenliste für den Schulhausbau bekommen wird. Eine Liste, die längst selbst davon erzählt, wie die finanzielle Notlage der Stadt auch die dringend notwendigen Schulsanierungen betrifft und viele längst zugesagte Sanierungen weit in die 2030er Jahre verdrängt.

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