Am kommenden Dienstag, 10.10., 18 Uhr, beschließt Christoph Kaufmann, einer der Kuratoren der Architekturausstellung Plan! die Vortragsreihe mit dem Thema Leipziger Kirchen. Als Folge des zweiten Weltkrieges wurden in Leipzig sieben Kirchen total zerstört und weitere mehr oder weniger stark beschädigt. An einen Wiederaufbau der großen Stadtkirchen war in Zeiten des Hungers und der Wohnungsnot nicht zu denken. Es gehört deshalb zu den großen Leistungen der Nachkriegszeit, dass trotzdem bis 1952 sowohl eine evangelische als auch eine katholische Kirche neu errichtet werden konnten.

Als Ersatz für die völlig ausgebrannte evangelische St. Trinitatiskirche wurde 1949 der Grundstein für eine „Notkirche“ gelegt, die nach einem Plan von Otto Bartning in nur einem Jahr errichtet wurde. Die Ziegelsteine dafür wurden mühsam aus den Trümmern der Johanniskirche und des Vorgängerbaus geborgen.

Da sich nach 1945 der Anteil der katholischen Bevölkerung durch Vertriebene aus dem Osten stark erhöhte, beschloss man 1951 in Leipzig-Wahren ein neues Gotteshaus zu bauen. Der schlichte Bau konnte bereits 1952 geweiht werden.
Die Vernichtung der jüdischen Feierhalle auf dem Friedhof an der Delitzscher Straße in der Reichspogromnacht gehört zu den Verbrechen der nationalsozialistischen Diktatur.

Umso mehr ist die Leistung der wenigen zurückgekehrten Gemeindeglieder zu würdigen, die von 1953 bis 1955 an der Stelle des Vorgängerbaus eine bescheidene Feierhalle nach Plänen von Walther Beyer errichten ließen.

Zeichen der Hoffnung
Leipziger Kirchen zwischen Vernichtung und Neubeginn
Vortrag in der Ausstellung Plan!
Di 10.10., 18 Uhr
Der Eintritt ist frei.
Stadtgeschichtliches Museum Leipzig
Haus Böttchergäßchen, Böttchergäßchen 3, 04109 Leipzig

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