„Wer verlieh dem Ibis Weisheit oder wer gab Einsicht dem Hahn?“ Die christliche Tradition hat in ihrer einseitig auf den Menschen konzentrierten Weltsicht und ihrem Misstrauen gegenüber allem „Animalischen“ die Tierwelt häufig sehr gering geachtet. Obwohl die Bibel voll von Tieren ist – von der fleißigen Ameise bis zum heldenhaften Löwen – musste die Fauna aus der Sphäre des Göttlichen fast vollständig verschwinden.

Tiere erhielten aus dem biblischen Fundus nur selten und dann meist allegorisiert Eingang in die theologischen Gottesvorstellungen. So ist u. a. die Rolle der Schlange in der Lehre von der Erbsünde bekannt, ebenso die Vorstellung von Christus als dem Lamm Gottes und die Darstellung der Taube als Verkörperung des Heiligen Geistes.

Viel präsenter ist das Tier dagegen im Volks- und Aberglauben und in Erzählungen wie Sagen, Märchen und Mythen. Da ist von glückbringenden Pferden und wettervorhersagenden Katzen ebenso die Rede wie von rachsüchtigen Mäusen und schlauen Raben. In Vortrag und Gespräch soll an die heute oftmals in Vergessenheit geratene Bedeutung von Tieren in der kulturellen Tradition des Abendlandes erinnert werden.

Vortrag von Elisabeth Klabunde, Moderation: Dr. Constance Timm
Dienstag, 5. Dezember 2017, 19:30 Uhr im Haus des Buches (Literaturcafé)
Eintritt: 3€/2€

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