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Eurowings GmbH: ver.di lehnt Tarifangebot ab und bereitet Arbeitskampfmaßnahmen vor

Die Tarifverhandlungen zwischen der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft (ver.di) und der Lufthansa-Airline Eurowings GmbH für die rund 1.000 Kabinenbeschäftigten haben auch nach monatelangen Verhandlungen zu keinem Ergebnis geführt. Die ver.di-Tarifkommission hat daher nach internen Beratungen das Angebot der Arbeitgeberseite abgelehnt und bereitet sich nun auf Arbeitskampfmaßnahmen vor.

„In den letzten Verhandlungsrunden konnte keine entscheidende Annäherung erzielt werden. Die Situation ist für die Beschäftigten nicht mehr länger tragbar. Sie arbeiten am Limit und erhalten keine Klarheiten über die angewendeten Einsatzbedingungen“, betont ver.di-Verhandlungsführer Volker Nüsse.

In dem Tarifkonflikt stehen die Einsatzbedingungen der Beschäftigten und die Verlässlichkeit der Dienstpläne im Mittelpunkt. Hierzu wendet die Airline seit Monaten neue Regelungen ohne tarifliche Grundlage an. Diese neuen Einsatzbedingungen widersprechen allerdings dem ver.di-Tarifvertrag und führen zu häufigen Dienstplanänderungen und bis zu 18 Stunden langen Diensten aus dem Standby.

„Das Tarifchaos bei Eurowings ist nicht mehr überschaubar, kein Beschäftigter weiß, welche Regelungen für ihn gelten. Die Flugbegleiter haben ein Recht auf planbare Freizeit und verlässliche Dienstpläne. Sie arbeiten jeden Tag mit vollem Einsatz und haben damit zum Wachstum der Eurowings erheblich beigetragen. Als Dank ernten sie nun die Forderung nach weitgehenden Verschlechterungen der Arbeitsbedingungen.“

Für den nächsten Verhandlungstermin Anfang Dezember hat die Eurowings gegenüber ver.di schon vorab angekündigt, keine der avisierten Verschlechterungen zurücknehmen zu wollen. „Damit provoziert die Eurowings Streiks. Am Verhandlungstisch geht es offenbar nicht weiter, deshalb werden wir Arbeitskampfmaßnahmen vorbereiten“, so Nüsse.

In dem Tarifstreit geht es auch um die Neuwahl der Personalvertretung für die Kabinenbeschäftigten. Aufgrund der Einschränkungen für fliegendes Personal im Betriebsverfassungsgesetz ist ein Tarifvertrag für die Wahl einer Vertretung notwendig. Eurowings besteht in den Verhandlungen auf starke Einschränkungen gegenüber dem Gesetz. Nach dem Gesetz sind beispielsweise 15 Vertreter vorgesehen, Eurowings will allerdings nur 9 Mitglieder für die Vertretung zulassen. Und diese können dann nur unter starker Beschneidung der Mitbestimmungsrechte tätig werden.

Derzeit wird eine Gesetzesänderung diskutiert, die auch Flugpersonal die vollen Rechte des Gesetzes zukommen lassen soll. „Es ist erschreckend, wie weit diese Airline im Lufthansa-Konzern unterhalb der gesetzlichen Standards fliegt. Das Management sollte die Zeichen der Zeit erkennen und den Beschäftigten die volle Mitbestimmung zugestehen“, betont der Gewerkschafter.

MelderVer.diTarifverhandlungen
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