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Knapp 690 000 Euro Fördermittel für Versuchsanlage neuer Futtermischung

Schweinemast: Mikroalgen kommen auf Speisekarte

Ganz neue Wege in der Schweinefütterung will die Agraset-Agrargenossenschaft e. G. Naundorf (Landkreis Mittelsachsen) mit ihrem Projekt »AlgaPork« gehen. In dem Pilotprojekt soll im Rahmen der Europäischen Innovationspartnerschaften (EIP AGRI) eine neue Futtermischung mit Mikroalgen in der Schweinemast getestet werden.

Dazu soll eine Versuchsanlage aufgebaut werden, die auch einen Photobioreaktor umfasst, der die Mikroalgen produziert. In dem Vorhaben sollen zudem verschiedene Fütterungsversuche durchgeführt werden und die Entwicklung der Tiere untersucht werden. Auch die Kultivierung der Algen soll überwacht werden.

»Das Vorhaben der Agraset-Agrargenossenschaft ist in dieser Art einzigartig!«, sagte Landwirtschaftsminister Thomas Schmidt. »Es sind genau dieser Mut und dieses innovative Denken über den Tellerrand hinaus, die es braucht, um die Landwirtschaft noch nachhaltiger zu gestalten. Unsere Politik in Sachsen war es stets, mit den Landwirten sowie mit Innovationen und technischem Fortschritt zu agieren – nicht mit Verboten.«

Die Mikroalgen sollen frisch am Naundorfer Standort produziert und dem Schweinefutter beigemischt werden. Dieser Nahrungszusatz ist bei Schweinen neuartig. Die Universität Rostock begleitet das Vorhaben wissenschaftlich. Sie wird die Fütterungsversuche, die physiologischen Effekte der Algen, die Futtermischung als sowie das Tierwohl untersuchen. Der Photobioreaktor ist eine patentierte technische Entwicklung der GICON Großmann Ingenieur Consult GmbH. Das selbstsäubernde, temperaturregulierbare System ist ganzjährig im Freien einsetzbar.

Durch den teilweisen Ersatz herkömmlicher Futterstoffe, kann perspektivisch die Fläche des landwirtschaftlichen Futteranbaus verringert werden. Beteiligt ist daneben die fodjan GmbH, die die Software für das gesamte System sowie die Datenerhebungen entwickelt. Im kommenden Jahr 2020 sind Vorversuche hinsichtlich der Futtermittelakzeptanz der Algen bei Schweinen sowie der Konzeption und Planung der Anlage geplant. Anfang des Jahres 2021 soll dann mit der Errichtung begonnen werden.

Das Sächsische Staatsministerium für Umwelt und Landwirtschaft fördert das EIP AGRI-Projekt zu 80 Prozent mit rund 690 000 Euro im Rahmen des Entwicklungsprogramms für den ländlichen Raum im Freistaat Sachsen (EPLR). Das Projekt ist auch Teil der Zukunftsinitiative simul+, deren Leitgedanke die Vernetzung und Zusammenarbeit von Forschung und Praxis ist.

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Einmal ein etwas geharnischter Kommentar zum Benennungs-Wirrwarr im Leipziger „Stadtgedächtnis“
2014 in Plagwitz entdeckt: Edward-Snowden-Platz. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

KommentarNatürlich staunten auch wir bei der L-IZ, als der Stadtrat im Januar plitzplauz und aus heiterem Himmel dem Antrag von Stadtrat Thomas Kunmbernuß (Die PARTEI) zustimmte, die Arndtstraße in der Leipziger Südvorstadt in Hannah-Arendt-Straße umzubenennen. Was dann, wie es aussah, einen ganzen Schwanz von Petitionen zu weiteren Straßenumbenennungen nach sich zog, weil ja auch andere griesgrämige Männer mit verqueren Ansichten im Leipziger Straßenraum gewürdigt wurden und werden.
Bilden Leipziger Straßennamen tatsächlich nur ein öffentliches Stadtgedächtnis?
Die viel befahrene Jahnallee. Foto: LZ

Foto: LZ

Für alle LeserMittlerweile beschäftigen ja eine ganze Reihe Anträge zu Straßenumbenennungen den Leipziger Stadtrat, nachdem der Anfang des Jahres schon der Umbenennung der Arndtstraße zustimmte. Zu jedem dieser Anträge verfasst das Dezernat Allgemeine Verwaltung in der Regel eine Stellungnahme – in der Regel ablehnend, weil seit 1999 so eine Art Stillhalteabkommen gilt, nachdem Verwaltung und Stadtrat eine Kompromissformel gefunden hatten, um die Umbenennungswelle der 1990er Jahre zu beenden.