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Neuer Infektions-Rettungswagen transportiert hochansteckende Patienten aus Mitteldeutschland

Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen haben zu gleichen Teilen die Neuanschaffung eines Infektions-Rettungswagens für Patienten mit bedrohlichen Infektionskrankheiten finanziert. Sie steuern jeweils rund 77.000 Euro zu und bringen damit gemeinsam rund 230.000 Euro auf, die in das neue Fahrzeug investiert wurden, und kommen damit ihrer gesetzlichen Verpflichtung aus dem Infektionsschutzgesetz nach. Es legt fest, dass Länder dafür sorgen, dass geeignete Räumlichkeiten und Fahrzeuge für die Isolierung von hochansteckenden Infektionskrankheiten zur Verfügung stehen.

Der besondere Rettungswagen wird bei der Branddirektion Leipzig stationiert und von der dort betriebenen Rettungsleitstelle eingesetzt. Das bisherige Fahrzeug, dass ausschließlich vom Freistaat Sachsen finanziert worden war, ist überaltert, reparaturbedürftig und entspricht nicht mehr den infektionspräventiven Erfordernissen. Deshalb war Neuanschaffung zwingend notwendig. Auch die Vorhalte- und Betriebskosten werden von den drei Bundesländern gemeinsam gezahlt.

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping betont: „Ich bin sehr froh, dass sich die drei mitteldeutschen Länder zu dieser Anschaffung zusammengefunden haben. Dieser besondere Rettungswagen bietet mit seinen Möglichkeiten den an hochinfektiösen und gefährlichen Krankheiten leidenden Patienten Schutz und Mobilität, wenn sie in die zuständige Spezialklinik mit Sonderisolierstation, in Sachsen das Klinikum St. Georg Leipzig, gebracht werden müssen.

Und das Fahrzeug bietet auch Schutz für die Öffentlichkeit, die nicht mit diesen Erregern in Verbindung kommen darf. Eine wichtige Investition in die Fürsorge für besondere Patienten und den öffentlichen Gesundheitsschutz.“

Sachsen-Anhalts Gesundheitsministerin Petra Grimm-Benne erklärt: „Ich bin sehr froh, dass wir diesen hochmodernen Rettungswagen jetzt zur Verfügung haben. Das hilft den Erkrankten und trägt zum Schutz von Personal und Bevölkerung bei. Wir haben lange darauf gewartet.“

Die Thüringer Sozialministerin Heike Werner unterstreicht: „Gerade vor dem Hintergrund der gegenwärtigen Krise ist es wichtig, die gute Zusammenarbeit auf dem Gebiet des Infektionsschutzes zwischen Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen fortzuführen. Mit dieser gemeinsamen Investition steht im Bedarfsfall auch für Thüringer Patientinnen und Patienten eine sichere Transportmöglichkeit zur Behandlung in der Sonderisolierstation am Klinikum St. Georg in Leipzig zur Verfügung.“

Leipzigs Ordnungsbürgermeister Heiko Rosenthal: »Mit dem neuen Infektionsrettungswagen ist die Stadt Leipzig bestens gerüstet, um die Vorteile der zentralen Lage in Mitteldeutschland sowie die Einsatzbereitschaft einer hervorragend ausgebildeten und funktionierenden Berufsfeuerwehr zu nutzen, um die Herausforderungen beim Transport etwaiger hochkontagiöser Patienten zu meistern.

Geschäftsführerin des Klinikums St. Georg Dr. Iris Minde unterstreicht: „Als einziges Kompetenz- und Behandlungszentren in Mitteldeutschland sind wir für die Beratung, gegebenenfalls für die Koordination und Steuerung geeigneter Maßnahmen im Falle des Verdachts einer gefährlichen Infektion zuständig.

Unsere Sonderisolierstation bietet für die Behandlung von Patienten mit hoch ansteckenden Krankheiten neben der fachlich-medizinischen und pflegerischen Expertise auch die geeigneten räumlichen und technischen Voraussetzungen. Umso wichtiger ist es, den fachgerechten Transport von Betroffen zu gewährleisten.“

Der Infektionsrettungswagen wird für den Transport von Patienten mit bedrohlichen Infektionskrankheiten, wie Ebola, Lassafieber oder vergleichbare durch hochkontagiöse oder hochpathogene Erreger ausgelöste Infektionskrankheiten, eingesetzt. Der Unterschied zu üblichen Rettungsfahrzeugen besteht darin, dass der Patientenraum im Aufbau k

omplett zur Außenwelt sowie zum Führerhaus hin abgedichtet ist. Der Kontakt zum Fahrer ist lediglich über eine Gegensprechanlage möglich. Der Patientenraum ist mit Edelstahl ausgekleidet, um eine einfachere Desinfektion zu ermöglichen. In den Zu- und Abluftwegen befinden sich Filter, Katalysatoren oder eine Anlage zur thermischen Desinfektion, um eine Übertragung der Krankheitserreger über die Luft an die Umwelt zu verhindern. Im Infektions-Rettungswagen sind Überdruck-Schutzanzüge für die den Patienten betreuende Besatzung vorhanden.

Nach der Übergabe des Fahrzeuges wird die Stadt Leipzig Eigentümer des Infektions-Rettungswagens. Das Fahrzeug ist bei der Branddirektion der Stadt stationiert und von der Rettungsleitstelle alarmiert. Die Stadt Leipzig stellt das Transport- und Desinfektionspersonal sowie das Begleitfahrzeug zur Verfügung. Das medizinische Personal wird vom Klinikum St. Georg gestellt. Die Entscheidung über die Aufnahme von Patienten in die Sonderisolierstation und damit über den Einsatz des Isolierfahrzeugs fällt nach medizinischen und epidemiologischen Gesichtspunkten.

Die neue Leipziger Zeitung Nr. 78: Wie Corona auch das Leben der Leipziger verändert hat

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