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Adipositas-Kongress in Leipzig vom 8.-10. Oktober 2020

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    Das diesjährige Motto der 36., aufgrund der Corona-Situation erstmals „hybriden“ Jahrestagung der Deutschen Adipositas-Gesellschaft (DAG), spannt einen weiten inhaltlichen Bogen von der Prävention über die ursächlichen Mechanismen auf zellulärer und Stoffwechselebene bis hin zu einer effektiven Therapie der Adipositas (schweres Übergewicht).

    Die Tagung in Kooperation mit der Universität Leipzig bezieht auch die Stigmatisierung Betroffener sowie weitere soziokulturelle, psychologische, gesellschaftliche und globale Aspekte der Adipositas mit ein. Ein aktuelles Thema ist die Auswirkung der Covid-19-Pandemie auf Menschen mit Adipositas. Zur Kongresseröffnung fordert die DAG in einem offenen Brief an die Ständige Impfkommission am Robert-Koch-Institut (STIKO) eine prioritäre Covid-19-Impfung für Menschen mit Adipositas.

    „Das zentrale Anliegen der DAG ist die Eindämmung der Adipositas-Epidemie und ihrer Folgekrankheiten, daher machen wir heute verstärkt auf die defizitäre Versorgungssituation von Menschen mit Adipositas aufmerksam und setzen uns für effektive Verhältnisprävention auf Bevölkerungsebene ein“, so Tagungspräsident Prof. Dr. med. Matthias Blüher, klinischer Adipositasforscher an der Medizinischen Fakultät der Universität Leipzig.

    Zwar sei durch den Bundestagsbeschluss für eine Nationale Diabetes-Strategie im Sommer 2020 nun politisch der Weg frei für eine Regelversorgung der Adipositas, diese stehe jedoch noch in den Sternen und sei bislang nur eine „Absichtserklärung“ ohne Zeitrahmen oder gesetzlichen Auftrag für die Umsetzung, beklagt Blüher.

    „Wir sehen Adipositas als eine chronisch fortschreitende Erkrankung an, die nicht heilbar, aber behandelbar ist. Leider verhindern unsere mangelhaften Versorgungsstrukturen und der erschwerte Zugang häufig die Umsetzung einer leitliniengerechten Adipositastherapie für betroffene Menschen in der Praxis“, fasst Blüher die derzeitige, desolate Situation für Menschen mit Adipositas zusammen.

    In den vergangenen Jahren sei es dank einer zielgerichteten Förderung der Adipositasforschung in Deutschland gelungen, wichtige Beiträge zum Verständnis der Ursachen und Folgen von Adipositas zu leisten und Therapieprogramme zu entwickeln. Diese Fortschritte seien aber nicht ausreichend, um Adipositas auf gesellschaftlicher Ebene entgegenzuwirken, führt Blüher weiter aus.

    Das bessere Verständnis, wie Darm- und Fettgewebshormone Appetit und Sättigung regulieren oder wie das Verlangen nach Nahrung im Gehirn von betroffenen Menschen gestört ist, helfe nicht allein, Adipositas gesellschaftspolitisch zu begegnen. Deshalb ist Adipositas auch ein politisches Thema, das bei dem Adipositas-Kongress 2020 intensiv diskutiert wird.

    Tagungspräsident Prof. Dr. med. Stefan Engeli macht darauf aufmerksam, dass Menschen mit Adipositas ein erhöhtes Risiko für einen schweren Verlauf einer Covid-19-Erkrankung haben: „Nicht nur bei älteren Personen, sondern vor allem auch bei Menschen, die jünger als 50 Jahre alt sind, scheint Adipositas der wesentliche Risikofaktor für Beatmungspflichtigkeit, schwere Verläufe und eine erhöhte COVID-19-Sterblichkeit zu sein. Wir empfehlen deshalb der Ständigen Impfkommission (STIKO) am Robert-Koch-Institut, diese aktuellen Erkenntnisse in die Priorisierungspläne für COVID-19-Impfungen einzubeziehen, sobald wirksame Impfstoffe zugelassen sind“, so der Klinische Pharmakologe an der Medizinischen Hochschule Hannover.

    „Die Betonung der Bedeutung von chronischen Erkrankungen für eine Priorisierung der zukünftigen Impfung auf politischer Ebene ignoriert bislang, dass auch die Adipositas zu den chronischen, nichtübertragbaren Krankheiten gerechnet werden muss, ein bedeutender Teil der Covid-19-Infizierten Menschen mit Adipositas sind und dass Adipositas wiederum für die Entstehung vieler chronischer Erkrankungen von maßgeblicher Bedeutung ist.“ Daher sollte die Priorisierung alle Menschen mit Adipositas einschließen.

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