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Attentat vor einer Synagoge in Hamburg: Schluss mit den verharmlosenden Reflexen!

Am Sonntagnachmittag wurde vor einer Synagoge in Hamburg ein jüdischer Student von einem Mann mit einem Klappspaten angegriffen. Der Angreifer schlug dem jungen Mann mit dem Spaten gezielt auf den Kopf und verletzte ihn dabei. Polizei und Staatsschutz ermitteln. DaMigra, Dachverband der Migrantinnen*organisationen, verurteilt diese Tat auf das Schärfste und kritisiert den Umgang von Medien und Polizei.

„Wir fühlen mit dem Angegriffenen und wir bekunden unsere Solidarität mit dem jungen Mann und der jüdischen Gemeinde in Deutschland. Wenn ein Mensch angegriffen wird, weil er nicht in ein antisemitisches, rassistisches, sexistisches oder antiziganistisches Weltbild passt, ist das ein Angriff auf uns alle und wir alle müssen eindeutige Stellung beziehen.“, sagt Dr. Delal Atmaca, Geschäftsführerin des Dachverbandes der Migrantinnen*organisationen, DaMigra e.V.

„Es ist unbegreiflich, dass Polizist*innen in diesem Land solche Verbrechen immer noch als ‚Einzeltaten verwirrter Einzeltäter‘ zu bagatellisieren bereit sind und Medien dies immer noch unkritisch übernehmen. Leider müssen wir davon ausgehen, dass wir, wenn wir angegriffen werden, wir weiterhin nicht den Schutz bekommen, den alle anderen Mitbürger*innen ohne Frage erhalten. Wir müssen davon ausgehen, dass in unseren Fällen nicht mit aller Konsequenz nach den Ursachen geforscht wird.“, führt Atmaca weiter aus.

Fast ein Jahr nach dem Attentat auf die Synagoge in Halle und acht Monate nach den rassistischen Morden von Hanau ist es unerträglich zu lesen, wie Polizei und Medien reflexhaft versuchen, der Attacke ihre politische Bedeutung zu nehmen: die Kopfverletzungen seien vorhanden, sie seien aber nicht lebensgefährlich, beeilt sich eine Berliner Tageszeitung zu schreiben.

Eine Polizeisprecherin überlegt laut, ob die beiden sich vielleicht kannten und es eventuell einen „privaten Hintergrund“ gab, der Täter habe außerdem „äußerst verwirrt“ gewirkt. Kommt als nächstes wieder das Märchen vom unpolitischen, verwirrten Einzeltäter?

Es ist unerträglich, dass Polizist/-innen immer noch auf solche Ideen kommen und Medien es für angebracht halten, diese Überlegungen zu verbreiten, statt zu kritisieren. Es ist Hohn für die Hinterbliebenen der durch Rassismus und Antisemitismus Ermordeten! Es ist ein Schlag ins Gesicht all derer, die von antisemitischer, antiziganistischer, sexistischer und rassistischer Gewalt bedroht sind!

Wir fordern die Medienschaffenden dazu auf, von Antisemitismus, Rassismus, Sexismus, Antiziganismus zu schreiben, wenn Menschen, die nicht in ein rassistisches, antisemitisches, sexistisches, antiziganistisches Weltbild passen, beleidigt, angegriffen und ermordet werden! Wir fordern die Strafverfolgungsbehörden dazu auf, Verbrechen gegen Menschen aus sexistischen, rassistischen, antiziganistischen und antisemitischen Motiven rückhaltlos und konsequent aufzuklären!

DaMigra e.V. (Dachverband der Migrantinnen*organisationen) ist die Interessenvertretung von Migrantinnen*selbstorganisationen und ihren Belangen. Mit bundesweit über 70 Mitgliedsorganisationen aus unterschiedlichen Herkunftsländern steht der Verband als Ansprechpartner für Politik, Wirtschaft und Medien zur Verfügung, bietet Handlungsempfehlungen und kritische Begleitung von migrationspolitischen Prozessen.

DaMigra e.V. setzt sich für Chancengerechtigkeit, Gleichberechtigung und für die Gleichstellung von Frauen* mit Migrationsgeschichte in Deutschland ein.

Die neue „Leipziger Zeitung“ Nr. 83: Zwischen Ich und Wir

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Foto: Christian Stollberg

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Eine Eselgie oder Das Tier in mir
© Frank Schletter

© Frank Schletter

Eine Eselgie ist … … wenn ein Esel so melancholisch wird, dass er sich zu träumen anschickt, zu sprechen beginnt, zudem noch einen Menschen sein Eigen nennt, dem er die Welt zeigt … oder war es umgekehrt, wer ist denn nun der Esel? Platero heißt jedenfalls einer von beiden, wahrscheinlich sind jedoch einer wie der andere Esel. Das ist ein Kompliment.