-1.2 C
Leipzig
0,00 EUR

Es befinden sich keine Produkte im Warenkorb.

Im „Melder“ finden Sie Inhalte Dritter, die uns tagtäglich auf den verschiedensten Wegen erreichen und die wir unseren Lesern nicht vorenthalten wollen. Es handelt sich also um aktuelle, redaktionell nicht bearbeitete und auf ihren Wahrheitsgehalt hin nicht überprüfte Mitteilungen Dritter. Für die Inhalte sind allein die Übersender der Mitteilungen verantwortlich, die Redaktion macht sich die Aussagen nicht zu eigen. Bei Fragen dazu wenden Sie sich gern an redaktion@l-iz.de.

Afrikanische Schweinepest: Bei erster Fallwildsuche sieben infizierte Wildschweinkadaver gefunden

Von Sächsisches Staatsministerium für Soziales und Gesellschaftlichen Zusammenhalt

Mehr zum Thema

Mehr

    Drei Wochen nach der amtlichen Feststellung der Afrikanischen Schweinepest (ASP) konnte die erste flächendeckende Suche nach mit dem ASP-Virus infizierten Tieren im gefährdeten Gebiet im Landkreis Görlitz abgeschlossen werden. Auf der insgesamt 13.500 Hektar großen Restriktionszone an der Grenze zu Polen wurden bei der sogenannten Fallwildsuche insgesamt 53 Kadaver bzw. Kadaverteile entdeckt. Insgesamt sieben trugen das Virus in sich.

    Mit dem Indexfall, einem am 27. Oktober geschossenen Wildschwein gibt es aktuell somit acht ASP-Fälle in Sachsen. Dies wurde jeweils durch Labortests bei der Landesuntersuchungsanstalt und dem Friedrich-Loeffler-Institut bestätigt. Alle positiven ASP-Funde wurden im grenznahen Bereich der Neiße gemacht.

    Der 5500 Hektar große zivile Teil des gefährdeten Gebietes wurde unter der Koordination des Lebensmittelüberwachungs- und Veterinäramtes des Landkreises Görlitz abgesucht. 11 Suchtrupps mit rund 170 Personen und sechs Jagdhunden waren auf dieser Fläche im Einsatz. Rund 100 Soldaten und zivile Angehörige der Bundeswehr suchten einen 8000 Hektar umfassenden Bereich auf dem Truppenübungsplatz ab.

    Die Fallwildsuche ist ein wesentliches Element der Tierseuchenbekämpfung. Einmal infizierte Tiere verenden innerhalb kurzer Zeit an dem Virus. Deshalb ist es sowohl für die Erkennung des Ausmaßes des Seuchenausbruches als auch für seine Eingrenzung unabdingbar, verendetes Schwarzwild schnell zu finden, zu beproben und unschädlich zu entsorgen.

    Sozialministerin Petra Köpping betont: „Wir haben zügig nach Bestätigung des ersten ASP-Falles die Restriktionszonen festgelegt und mit der Fallwildsuche begonnen, um schnell ein Bild von der Infektionslage zu erlangen. Ich danke allen Beteiligten vom Landkreis, vom THW, von der Landestalsperrenverwaltung, vom Sachsenforst, aus der Jägerschaft, von der Bundeswehr und den ehrenamtlichen Helfern für ihre Unterstützung. Nur durch das gute Miteinander sind wir so schnell vorangekommen.“

    In den nächsten Tagen werden der Krisenstab des Sozialministeriums und das Landestierseuchenbekämpfungszentrum die Ergebnisse der Fallwildsuche und damit die bestehende Infektionslage bewerten. Berücksichtigung findet hier nicht allein die Anzahl der Funde und der Fundorte, hier fließen alle epidemiologischen Erkenntnisse ein, also auch Verhaltensmuster erkrankter Tiere, Lage der Einstandsgebiete der Wildschweine, Nähe zu Wald/-Feuchtgebiete, Totfunde nicht ASP-infizierter Wildschweine.

    Zu den Beratungen über die epidemiologische Bewertung werden auch die Experten des Friedrich-Loeffler Instituts hinzugezogen, die ab dem 23.11.2020 das Seuchengeschehen im ASP-Gebiet vor Ort gemeinsam mit dem Epidemiologie-Team des Landkreises Görlitz und des Landestierseuchenbekämpfungszentrums beurteilen werden.

    Anschließend werden SMS-Krisenstab und Landestierseuchenbekämpfungszentrum über die weiteren Schritte entscheiden, u.a. ob eine Anpassung der Restriktionszonen auch unter Berücksichtigung des Seuchengeschehens auf der angrenzenden polnischen Seite angezeigt ist. Auch wird zu entscheiden sein, mit welcher Strategie die Fallwildsuche fortzusetzen sein wird. Aufgrund des laufenden Infektionsgeschehens könnten sich weitere Wildschweine infiziert haben. Infolge der Inkubationszeit, die bis zu 15 Tage betragen kann, müssen die zwischenzeitlich infizierten und verendeten Tiere gefunden werden.

    Nach der amtlichen Feststellung des Seuchenfalls war neben der Fallwildsuche auch sofort mit der Einzäunung des gefährdeten Gebiets und des Truppenübungsplatzes begonnen worden. Inzwischen wurde der betroffene Teil des Truppenübungsplatzes komplett mit 30 Kilometer mobiler Barriere eingezäunt.

    Der Freistaat Sachsen hat der Bundeswehr in Amtshilfe Material für die Errichtung eines permanenten Zaunes zur Verfügung gestellt, so dass Mitte der Woche mit dem Ersatz der mobilen Variante durch einen permanenten Zaun begonnen werden kann. Unter Koordination des Technischen Hilfswerkes sind inzwischen 25 Kilometer Zaun um das gefährdete Gebiet (5 Kilometer) und entlang der Grenze zu Polen (20 Kilometer) installiert worden.

    „Wir hoffen, dass wir auch mit der schnellen Einzäunung des Gebietes eine Ausbreitung der Tierseuche nach Sachsen verhindern können. Von der gesonderten Einzäunung des Truppenübungsplatzes erhoffen wir uns zusätzliche Sicherheit vor einer Ausbreitung der Schweinepest“, ergänzt Staatsministerin Petra Köpping.

    Andreas Heinrich, Landessprecher des Technischen Hilfswerks unterstreicht: „Seit Anfang November arbeiten unter der Koordination des THW täglich bis zu 200 Kräfte, darunter 60 bis 70 ehrenamtliche Einsatzkräfte des THW, an der Errichtung des Zaunes und an der Organisation des gesamten Einsatzes. An dieser Stelle müssen auch die Arbeitgeber der Ehrenamtlichen erwähnt werden, die mit ihrer Freistellung der ehrenamtlichen Einsatzkräfte indirekt einen Beitrag zur Eindämmung dieser Seuche leisten.“

    Alle eingeleiteten Seuchenschutzmaßnahmen werden in dieser Woche von Experten des Friedrich-Loeffler-Instituts und des EU-Veterinärnotfallteams (European Veterinary Emergency Team; EUVET) geprüft.

    Leipziger Zeitung Nr. 85: Leben unter Corona-Bedingungen und die sehr philosophische Frage der Freiheit

    Topthemen

    - Werbung -

    Aktuell auf LZ