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Wie steht es um die psychische Gesundheit von Jugendlichen und jungen Erwachsenen

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    Dresdner Wissenschaftler der Medizinischen Fakultät der TU Dresden und des Uniklinikums Dresden wollen Antworten auf diese Fragen finden und Therapieansätze entwickeln. Gemeinsam mit Forschern aus Leipzig haben sie sich als Standort für das Deutsche Zentrum für Psychische Gesundheit beworben, das 2022 seine Arbeit aufnehmen soll.

    Die Adoleszenz und das junge Erwachsenenalter der 15- bis 25-Jährigen gilt als kritische Phase der psychologischen Reifung, die lebenslanges Wohlbefinden garantieren kann. Gleichzeitig birgt diese Dekade aber auch ein erhebliches Risiko, psychische Störungen zu entwickeln. Dreiviertel aller später diagnostizierten Erkrankungen haben ihren Ursprung in diesem Jugend- bzw. jungen Erwachsenenalter.

    „Dieser für die weitere Lebensentwicklung bedeutsamen Lebensperiode wurde bisher in der Forschung zu wenig Aufmerksamkeit geschenkt“, erklärt Professor Michael Bauer, Direktor der Klinik und Poliklinik für Psychiatrie und Psychotherapie am Universitätsklinikum Dresden. Diesen weißen Fleck gilt es jetzt mit Wissen zu füllen, so Bauer, der zugleich als Sprecher des mit Leipzig gemeinsam gegründeten Konsortiums Mental Health Dresden-Leipzig fungiert.

    Partner des Forschungsverbundes sind neben zwölf psychiatrischen Kliniken aus Sachsen auch das Max-Planck-Institut für Kognitions- und Neurowissenschaften und das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung, die beide ihren Sitz in Leipzig haben, sowie das Robert-Koch-Institut in Berlin.

    Während die Leipziger Kollegen die mit psychischen Erkrankungen verbundene Stigmatisierung und Behandlungsbarriere in der Altersgruppe der 15 bis 25-Jährigen in den Focus nehmen wollen, „werden wir uns von Dresden aus mehr um die Grundlagenforschung und die Translation der Ergebnisse in die klinische Praxis widmen“, so Professor Michael Bauer.

    „Wir wollen die kognitiven und neuronalen Mechanismen der Krankheitsentstehung verstehen. Auf deren Basis sollen Methoden zur verbesserten Früherkennung entwickelt und wirksame Therapieansätze ausgearbeitet werden. Hierfür werden die modernen digitalen Möglichkeiten und das Internet besonders genutzt. Der neurowissenschaftliche Anteil unserer Arbeit, bei der wir uns die Gehirne der jungen Menschen über verschiedene technische Verfahrenswege sehr genau ansehen können, wird dabei groß sein“, fügt der Sprecher des Konsortiums an.

    Im Juli dieses Jahres hatte das Bundesministerium für Bildung und Forschung die Ausschreibung für das Deutsche Zentrum Psychischer Gesundheit veröffentlicht. Ziel der Zentren, die es unter anderem für die Lungenforschung, neurodegenerative Erkrankungen, Krebs und Herz-Kreislauferkrankungen schon gibt, ist es, optimale Forschungsbedingungen zu schaffen, um Volkskrankheiten wirkungsvoll zu bekämpfen. Dass dabei fachliche Kompetenzen gebündelt werden, ist ein zentraler Punkt in der Ausschreibung.

    Erhält das sächsische Konsortium den Zuschlag, bleiben sechs Monate Zeit, ein Konzept für die gemeinsame Arbeit an den ausgewählten Standorten zu erarbeiten. 2021 soll dann eine Entscheidung fallen, welche Standorte künftig zum Deutschen Zentrum für psychische Gesundheit gehören, bundesweit haben voraussichtlich sechs bis maximal acht Forschungsstandorte eine Chance. Unterstützt wird die Bewerbung von der TU Dresden, der Universität Leipzig und vom Sächsischen Wissenschaftsministerium.

    „Zentrales Element bei der Bewerbung eines Standortes sind etablierte Strukturen, bei denen Forschung, Lehre und Patientenversorgung ineinandergreifen. Das ist hier am Universitätsklinikum Dresden gegeben“, sagt Prof. Michael Albrecht, Medizinischer Vorstandes der Universitätsklinikums Carl Gustav Carus.

    Und er ergänzt: „Wir sind bereits im Deutschen Zentrum für Diabetesforschung, am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen und am Deutschen Konsortium für Translationale Krebsforschung beteiligt. Nun auch noch Teil des Deutschen Zentrums für Psychische Gesundheit zu werden, spricht für die fachliche Expertise, von der zuallererst unsere Patienten profitieren werden“.

    Prof. Heinz Reichmann, der Dekan der Medizinischen Fakultät der TU Dresden, wertet den Forschungsantrag als wichtiges Signal aus Sachsen. „Das neue Forschungszentrum gäbe uns die Möglichkeit, einmal mehr die Exzellenz der wissenschaftlichen Arbeit unter Beweis zu stellen, die hier im Fachbereich Medizin an der TU Dresden geleistet wird. Gleichzeitig würde es Anreize für Nachwuchswissenschaftler schaffen, die hier an Lösungen für drängende medizinische Fragen arbeiten können“, so Prof. Heinz Reichmann.

    Die Notwendigkeit, die sensible Phase der psychischen Entwicklung im jungen Erwachsenenalter besser zu verstehen, wächst. Die Zahl derjenigen, die im Laufe ihres Lebens mindestens einmal von einer psychischen Erkrankung, wie einer Depression oder einer Angststörung betroffen sind, liegt bei rund 40 Prozent.

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