Martin Dulig, Ostbeauftragter der SPD zum Jahresbericht der Bundesregierung zum Stand der Deutschen Einheit 2021: „Der Jahresbericht zur Deutschen Einheit 2021 zeigt: Die Anstrengungen und politischen Debatten der letzten Jahre über Ostdeutschland auch und vor allem in der Ost-SPD haben Früchte getragen. Die Idee des „Zukunftszentrums für Europäische Transformation und Deutsche Einheit“ ist das Ergebnis der Debatte, die Petra Köpping mit ihrer Leipziger Rede vor über vier Jahren begonnen hat.“

„Dass wir heute von einer fairen Chance für einen Vorsprung Ost auf manchen Wirtschafts- und Innovationsfeldern sprechen können, ist eben auch Ergebnis eines neuen Selbstbewusstseins im Osten.

Dieses neue Selbstbewusstsein zeigt sich an einer neuen Generation der Beschäftigten im Osten. Mit der Massenarbeitslosigkeit und der damit einhergehenden einseitigen Macht der Unternehmen hatte man den Arbeiterinnen und Arbeitern im Osten den Zahn gezogen. Und den Stolz genommen. Die Ohnmacht, für die eigene harte Arbeitsleistung keine angemessene Vergütung und später Rente zu erhalten, hat zur Wut auf die Politik beigetragen. Eine neue Arbeiterbewegung fängt nun an, den ostdeutschen Beschäftigten Macht und Stolz zurückzugeben, indem sie deren Rechte und bessere Löhne durchsetzt.

Diese gerade beginnende Erfolgsgeschichte fehlt leider im Jahresbericht zum Stand der Deutschen Einheit. Wer aber – wie der Jahresbericht selbst oder manche Kommentatoren – grübelt, was man gegen die Politikwut im Osten tun kann, sollte das Thema wichtiger nehmen. Es ist Kern eines demokratischen Aufbruchs in Sachsen und Ostdeutschland.“

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