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Thema

Deutsche Einheit

Dulig begrüßt Ergebnisse des Abschlussberichts der Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“

Die im April 2019 von der Bundesregierung eingesetzte Kommission „30 Jahre Friedliche Revolution und Deutsche Einheit“ hat heute im Rahmen der Bundespressekonferenz ihren Abschlussbericht vorgestellt. Den Vorsitz hatte Brandenburgs ehemaliger Ministerpräsident und früherer Bundes-SPD-Vorsitzender Matthias Platzeck inne.

Umbruch, Aufbruch: Die Deutsche Nationalbibliothek gibt eine Broschüre mit Texten zu 30 Jahren Zusammenwachsen heraus

30 Jahre Deutsche Einheit sind natürlich auch allerlei 30jährige Jubiläen. Vieles startete damals, manches wuchs tatsächlich zusammen. So, wie es Willy Brandt damals gemeint hatte. Aber das Zusammenwachsen war die Ausnahme. Denn das hatte immer Respekt und Augenhöhe zur Voraussetzung. Die beiden Deutschen Büchereien haben es vorgemacht und sind tatsächlich zur Deutschen Nationalbibliothek mit zwei Standorten zusammengewachsen.

Deindustrialisierung, Geburtenabsturz und ein überstiegener Schuldenberg

Der am Freitag, 2. Oktober, von Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörning vorgelegte Trendbericht „30 Jahre Wiedervereinigung“ zeigt auch, wie hart die ersten zehn Jahre für die Leipziger/-innen waren. Nicht nur, dass die Stadt 1990 völlig ramponiert war und der zerrüttete Wohnungsbestand erst aufwendig saniert werden musste. Die meisten Leipziger/-innen erlebten heftige Umbrüche in ihrem Arbeitsleben.

Die Universität im Sturm der Revolution

„Das war eine große Aufbruchstimmung. Man merkte: Hier verändert sich was“, erinnert sich Editha Marquardt, wenn sie an das Jahr 1990 zurückdenkt. Sie studierte in der Phase der deutschen Wiedervereinigung an der Universität Leipzig. „Ich erinnere mich an die Freude unter den Studierenden und das Interesse an Mitgestaltung, damit sich auch die Uni ändern kann“, berichtet die Alumna in einer Podcast-Serie, die die Universität Leipzig anlässlich des bevorstehenden 30. Jahrestages der Deutschen Einheit veröffentlicht hat.

Teilung als Lebensthema: Am 29. September beginnt das Leipziger Uwe-Johnson-Festival „Eine Reise wegwohin“

Es ist schon ein pfiffiger Schachzug, ein Leipziger Festival, das sich dem am 3. Oktober anstehenden 30. Jahrestag der Deutschen Einheit widmet, motivisch einem Autor zuzuordnen, der diese Einheit nicht erlebte, weil er zu früh starb – im Exil. Kaum einer hat mit seinem ganzen Leben die deutsch-deutschen Widersprüche so durchgemacht wie Uwe Johnson.

Aus Ost/West wurde Großstadt/Dorf: Neue Studie des Berlin-Instituts zum Einheitsprozess in den letzten 30 Jahren

Am Donnerstag, 10. September, veröffentlichte das Berlin-Institut eine neue Studie zum Zustand der Deutschen Einheit: „Vielfalt der Einheit“. Sie geht zwar nicht auf die emotionalen und kaum auf die sozialen Folgen der 30 Jahre ein, dafür sehr auf die demografischen. Und die meisten Deutschen bleiben eben nicht an Ort und Stelle, wenn die Wirtschaft sich verändert. Sie wandern. Und verzichten auch aufs Kinderkriegen.

Giesecke+Devrient druckte die Hälfte der neuen Geldscheine für den 1. Juli 1990

Vielleicht wird ja 2020 einmal als das Corona-Jahr in die Geschichtsbücher eingehen, das Jahr, in dem die Menschheit lernte, kürzer zu treten und das wahnsinnige Rad der Geschäftigkeit zu verlassen, weil das Coronavirus gar nichts anderes zuließ. Ein stilles Jahr geradezu im Vergleich mit dem rasenden Jahr 1990, dessen 30. Jahrestag eigentlich gefeiert werden sollte: das sich überstürzende Jahr der Deutschen Einheit. Und der 1. Juli war der Tag, an dem alles unumkehrbar wurde.

Die Treuhand. Ein deutsches Drama: Eine erste Skizze, die weit über den engen Fokus Treuhand hinausgeht

Im Osten gärt es – seit ein paar Jahren wieder heftiger. Man fühlt sich wieder als „Bürger 2. Klasse“. Die Nach„wende“geschichte wird wieder aktuell, als wäre das nicht alles vor über 20 Jahren passiert. Und auch Fernsehsender wie NDR und MDR haben die Geschichte der Treuhand in mehreren Beiträgen neu thematisiert. Denn so mancher Bürger macht das Wirken der Treuhandanstalt von 1990 bis 1994 verantwortlich für die Benachteiligungen des Ostens. Ist also die Treuhand der Sündenbock?

Haltungsnote: Sonntagsreden, die Leerstelle Volk und Vorsprung durch Technik

Für FreikäuferLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 72, seit 25. Oktober 2019 im HandelIm Oktober bricht in Deutschland die Saison der Sonntagsreden an. Hin und wieder verschiebt sich ihr Beginn etwas in den September hinein. Weshalb ausgerechnet der Oktober zur Sonntagsredensaison wird, ist klar. Am 3. Oktober begeht die Berliner Republik ihren Nationalfeiertag. Dieses dreißigste Jahr nach der Wende fällt allerdings aus dem Regelrahmen. Die ersten feierlichen Reden zum Wendejubiläum waren bereits Ende August zu vernehmen. Jeder, der etwas zu sagen hat oder es wenigstens glaubt, drängte ans Pult um seiner Auffassung Gehör zu verschaffen.

Die DDR und der Rest der Welt: Ewald Königs Notizen über ein Land, das noch immer sein Eckchen im Geschichtsbuch sucht

Diesen Autor, das gebe ich zu, habe ich ein bisschen unterschätzt. Vielleicht, weil seine Bücher so zurückhaltend eingeschlagen sind, eher wie Jahrbücher aussehen, Sammelbände von Dokumenten, die eher für Wissenschaftler interessant sind. Dabei macht Ewald König etwas, was man in dieser Art von deutschen Journalisten zu Recht vermisst. Denn Journalisten sind Zeitzeugen. Und das ist eine verdammte Pflicht.

Bedient jetzt auch „Die Zeit“ ein AfD-Narrativ?

Man reibt sich verwundert die Augen: „,Die staatliche Willkür in der DDR war auch nicht schlimmer als heute‘“ – so titelt die Wochenzeitung „Die Zeit“ ihre aktuelle Ausgabe. Die Headline ist zwar in Anführungszeichen gesetzt, aber geht im Hintergrundbild mit rote Tücher schwenkender junger Menschen unter. Damit wird das AfD-Narrativ: heutiges Deutschland = DDR, Merkel = Honecker, demokratischer Rechtsstaat = Diktatur durch „Die Zeit“ geadelt. Muss das sein?

Junge Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen befragen die Transformationsfolgen in der ostdeutschen Gesellschaft

Am 4. und 5. Oktober gibt es in der Galerie KUB eine kleine Konferenz, die das Thema Ostdeutschland einmal ohne die übliche Rechthaberei anzugehen versucht. Ein neu gegründeter Zusammenschluss junger Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen veranstaltet an den beiden Tagen in der Leipziger Galerie KUB eine Konferenz mit dem Titel „(L)Ost in Transformation“.

3. Oktober 2018: Vereint und zerrissen

KommentarDer Oktober ist der „Einheitsmonat“. Vielleicht auch DER Symbolmonat unseres Landes, der neben dem „goldenen“ Herbst auch die schwarz-roten Kontrastfarben als deutsche Befindlichkeits-Trikolore farblich abbildet. Klingt etwas an der Haaren herbeigezogen, meinen Sie? Doch ist sie endlich beim Schopfe zu packen, die deutsche Einheit, die am 3. Oktober immer wieder beschworen wurde, diesmal in Berlin gefeiert, als wolle man ihr in angeschlagenem Zustand Hauptstadtgewicht verleihen, sich fit und gerüstet für den kommenden Winter zu präsentieren.

Gastkommentar von Christian Wolff: Gespaltenes Land oder plurale Gesellschaft

Kommentar28 Jahre trennen uns von der ersten großen Feier zum „Tag der Deutschen Einheit“ am 3. Oktober 1990. Je länger die Zeit des vereinigten Deutschlands währt, desto deutlicher treten die einstmaligen Trennlinien zutage. Sie verlaufen genau da, wo bis zum 9. November 1989 Mauer und Stacheldraht Menschen willkürlich voneinander separierten.

SPD-Ostbeauftragter Martin Dulig: Ostdeutschland hat mehr verdient

Der Vorsitzende der SPD Sachsen und Ostbeauftragter der SPD Martin Dulig Nimmt heute im Deutschen Bundestag zum Bericht zum Stand der Deutschen Einheit Stellung.

Wie der MDR sich immer noch darüber wundert, dass sich Ostdeutsche als Ostdeutsche fühlen

„Tag der deutschen Ignoranz“, so darf man das wohl nennen, was da am 3. Oktober teilweise wieder zelebriert wurde mit falschen Erklärungen zur Deutschen Einheit. Oder Wiedervereinigung. Egal, wie man das nennt. Das war schon 1990 eine Schimäre, ein bloßer bürokratischer Akt mit einer unheimlichen nationalistischen Note. Man klatscht nicht mit nationalen Mythen zusammen, was sich das Gemeinsame erst erarbeiten muss.

Gastkommentar von Christian Wolff: Dumm ist, wer den Dank vergisst

Mit diesem einprägsamen Satz eröffnete 1997 der damalige Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland, Klaus Engelhardt, seine Predigt im zentralen ökumenischen Gottesdienst zum Tag der Deutschen Einheit. Zwanzig Jahre später, einen Tag nach dem Erntedankfest und wenige Stunden vor dem 3. Oktober 2017, hat der Satz nichts von seiner Prägnanz verloren: Denn wer sein Leben ohne die Perspektive der Dankbarkeit betrachtet, landet fast zwangsläufig in der Sackgasse des Verdrusses. Von diesem Verdruss – weniger über die Politik, als über das eigene Leben – ist am 24. September 2017 durch das Wahlergebnis ganz viel an die Oberfläche gespült worden, inzwischen verklärt als „Hilfeschrei“, als Ausdruck von Demütigung und Entwürdigung.

Zum Tag der Deutschen Einheit: Leipziger Delegation in Krakau

Leipzigs polnische Partnerstadt Krakau ist vom 1. bis 4. Oktober Ziel einer Delegation unter Leitung von Oberbürgermeister Burkhard Jung. Der Gruppe gehören Repräsentanten aller Fraktionen des Leipziger Stadtrates, des Jugendparlaments, Wirtschafts- und Tourismusexperten sowie Persönlichkeiten mit einem besonderen deutsch-polnischen Bezug, wie zum Beispiel Friedrich Magirius, Krakauer Ehrenbürger, und Markus Kopp, polnischer Honorarkonsul, an.

„Demokratie Jetzt. Der schwierige Weg zur deutschen Einheit“ – Buchvorstellung und Podiumsgespräch am 13. Oktober

Mit dem „Aufruf zur Einmischung in eigener Sache“ und den „Thesen für eine demokratische Umgestaltung in der DDR“ gründete sich am 12. September 1989 die Vereinigung Demokratie Jetzt. Sie war eine der wichtigen Oppositionsgruppen, die im Herbst 1989 die Friedliche Revolution auf den Weg brachten und gestalteten. Der Mitbegründer Gerhard Weigt hat nun ein Buch über die Geschichte der Bürgerbewegung Demokratie Jetzt geschrieben, bei der er auch die Vorgeschichte sowie den Verlauf der Friedlichen Revolution intensiv beleuchtet.

Gastkommentar von Christian Wolff: Dresden, ein Desaster – aber die CDU begreift nichts

Bedrückender geht es eigentlich nicht mehr: Da kam es am Tag der Deutschen Einheit, am 3. Oktober 2016, zu von der Polizei und dem Ordnungsamt Dresden zugelassenen, womöglich geförderten Pöbelszenen von Pegida und AfD-Anhänger/innen in der Dresdner Innenstadt. Diese war an diesem Tag angeblich für alle Kundgebungen und Demonstrationen gesperrt – nicht aber für Lutz Bachmann, der offensichtlich über eine Standleitung, zumindest über beste Beziehungen zur Polizei verfügt. Er und einige hundert Menschen durften ihre Hassparolen den Gottesdienstbesucher/innen auf dem Weg zur Frauenkirche entgegenbrüllen – darunter die entlarvende Parole „Merkel nach Sibirien, Putin nach Berlin“.

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