Die Entstehung einer Revolution in lauter kleinen, knackigen Reportagen erzählt

Es ist ein echtes Fleißprojekt, dem sich die Mitarbeiter des Evangelischen Pressedienstes (epd) zwei Jahre lang gewidmet haben. Sie haben ihre Sicht auf das Ende der DDR, die Friedliche Revolution und den Weg zur Deutschen Einheit zusammengetragen in lauter gut lesbaren Kapiteln und ein Buch draus gemacht. Hier ist es. Sogar Manfred Stolpe war überrascht. So umfassend habe er die Geschichte noch nicht gelesen.

Was schon überrascht, denn auch die Evangelische Verlagsanstalt hat schon mehrere Titel herausgebracht, die sich genauso intensiv mit der Geschichte des Herbstes 1989 beschäftigten – von Martin Jankowskis „Der Tag, der Deutschland veränderte“ bis zu Jan Schönfelders „Das Wunder der Friedlichen Revolution“. Das mit dem Wunder taucht in den Beiträgen der epd-Autoren immer wieder auf. Genauso, wie es 2014 im Titel des Zeitzeugenbuches „Das Wunder der Freiheit und Einheit“ auftauchte – ebenfalls aus der Evangelischen Verlagsanstalt.

Diesmal haben die Autoren um den langjährigen epd-Autor Karl-Heinz Baum die Zeitspanne von 1983 bis 1990 beleuchtet. Übrigens mittlerweile ein anerkannter Topos: Die Friedensbewegung der DDR hatte ihre Wurzeln 1983 in der Friedensdekade und in den Jugendprotesten gegen die Aufrüstung auf beiden Seiten des Eisernen Vorhangs. Die Stichworte lauten – zur Erinnerung – Pershing II und SS 20. Beide Großmächte erhöhten damals mit der Stationierung von neuen Kurzstreckenraketen das Drohpotenzial an der Nahtstelle der großen Militärblöcke – und Deutschland war damit endgültig zum Hauptschauplatz eines möglichen Atomkrieges geworden. Manchmal muss man solche Dinge erst wieder erzählen, damit deutlicher wird, warum große Veränderungen begannen.

Im Westen haben die Proteste gegen die Aufrüstung die Grünen zu einer neuen politischen Kraft gemacht. Und im Osten? Da gingen die geheimen und nicht so geheimen Behörden massiv gegen alles vor, was auch nur im geringsten nach Protest gegen die Aufrüstung aussah. 1983 war aber auch längst die Zeit, in der sich der gesellschaftliche Protest in der DDR in den Schutzraum der Kirche zurückgezogen hatte. Es war der letzte verbliebene Schutzraum, in dem der Zugriff der Staatsgewalt zumindest behindert war.

Zur Vorgeschichte gehört aber auch das, was Manfred Stolpe im Vorwort benennt: Die Unterzeichnung der KSZE-Schlussakte in Helsinki 1975. Auch Erich Honecker, der Staats- und Parteichef der DDR, unterzeichnete diese Akte öffentlichkeitswirksam. Und er anerkannte damit eigentlich alle Freiheits- und Menschenrechte, die in Prinzip 7 der Charta benannt waren: „Achtung der Menschenrechte und Grundfreiheiten, einschließlich der Gedanken-, Gewissens-, Religions- und Überzeugungsfreiheit“.

Und während die Honecker-Regierung die Unterschriftsleistung wohl nur als weiteren Schritt zu internationaler Anerkennung der DDR betrachtete, nahmen viele Bürger der DDR den Inhalt sehr ernst. Doch die willkürliche Ausbürgerung von Wolf Biermann im Folgejahr zeigte schon, dass man gar nicht daran dachte, die versprochenen Freiheiten in der Realität zuzugestehen. Deswegen gehört – da hat Manfred Stolpe recht – eigentlich das Jahr 1975 an den Beginn der Friedlichen Revolution. Das war das Jahr, an dem endgültig der Widerspruch zwischen öffentlicher Verlautbarung und tatsächlichem Handeln offenkundig wurde. Mit der Biermann-Ausbürgung verspielte Erich Honecker die Glaubwürdigkeit seiner Politik.

Dass das noch nicht zu einer Revolution reichte, liegt in der Natur der Dinge.

In der Natur der Dinge liegt aber auch, dass es nicht Kerzen waren, die die Veränderung erzwangen. So schön sich das anhört und so gut das zum Bild vom Wunder passt. Wer nun all die Bücher zum Herbst 1989 und seiner Vorgeschichte gelesen hat, weiß, dass der friedliche Herbst kein Wunder war, sondern das Finale einer sich über 14 Jahre immer mehr zuspitzenden Glaubwürdigkeitskrise, die immer mehr Bevölkerungsschichten erfasste. Am Ende auch die politische Elite der DDR. Die SED-Mitglieder reagierten zwar spät und als Allerletzte, doch die Versammlungen, die die eben noch herrschenden Genossen im November und Dezember abhielten, waren eben nicht nur eine Abrechnung mit dem alten, vergreisten Spitzenpersonal, sondern auch ein Hochkochen eines seit Jahren erlebten Frustes. Denn das, was die normalen Bürger als Gängelei und Nötigung erlebten, war innerhalb der Staatspartei der normale Umgang. Wer die grimmigen „Wünsche“ der alten Funktionäre nicht sofort als Befehl begriff, durfte mit Parteiverfahren und rigider Bestrafung rechnen. An einem nicht so rigiden, aber typischen Beispiel wird das in diesem Band anhand eines Stückverbots der Berliner „Distel“ 1988 durchexerziert.

Und es waren ja bekanntlich nicht nur die Kabaretts im Land, die den zunehmenden Frust über die verkrusteten Verhältnisse und die Unfähigkeit der alten Spitzenfunktionäre thematisierten. Die bekanntesten Autoren der DDR taten es genauso wie Liedermacher, Umweltgruppen und eine zunehmend brodelnde Musikerszene. Einiges von dem,  was damals die Gemüter der Landesbewohner beschäftigte, haben Karl-Heinz Baum und seine Kollegen als Korrespondenten in der DDR miterlebt und in westdeutschen Medien darüber berichtet.

Gelegentlich wünscht man sich sogar, man hätte einfach die Originaltexte in einem Band gesammelt, dann hätte man auch noch den Ton der Zeit dazu. Da und dort wird ja angesprochen, dass die DDR-Bürger sich schon lange nicht mehr darauf verließen, dass sie in den DDR-Medien tatsächlich über das informiert wurden, was im Land vor sich ging. Westfernsehen war für die meisten längst die wichtigste Korrekturquelle zum Staatsfernsehen Ost. Und wer konnte, las Bücher, Zeitungen und Zeitschriften aus dem Westen, wo immer man derer habhaft werden konnte. Mancher fuhr allein deshalb schon jedes Jahr nach Ungarn in den Urlaub, um sich da mit Westpresse zu versorgen.

Und seit den späten 1980er Jahren erhielten natürlich auch die Druckerzeugnisse aus der UdSSR ein völlig  neues Gewicht – die Bestellzahlen für den „Sputnik“ stiegen in Höhen, die zuvor nur DDR-Bückware wie „Wochenpost“ und „Eulenspiegel“ erreicht hatten. Bis zu jenem grunddämlichen Beschluss der SED-Spitze im Oktober 1988, den Vertrieb des „Sputnik“ zu untersagen. Schon vorher hatten die unflexiblen Funktionäre um Erich Honecker ihre Probleme gehabt, mit der von Michail Gorbatschow betriebenen „Glasnost“ umzugehen. Auf einmal wurden auch Buchtitel aus der Sowjetunion öffentlich verdammt und ihre Auslieferung verzögert, Ende der 1980er Jahre wurden gleich reihenweise kritische Filme aus der SU verboten. Und im „Stern“ redete Kurt Hager dann vom tapezierenden Nachbarn, dem man ja nun wirklich nicht folgen müsse.

Und parallel stiegen die Zahlen der Ausreiseanträge rapide an.

Es war tatsächlich nur eine Frage der Zeit, wann das Rumoren sich in große Proteste ummünzen würde. Das probate Mittel übrigens, mit dem die Stasi genau das zu verhindern versuchte, war das schnelle Abschieben der Ausreisewilligen in den Westen. Frei nach dem Motto: Wenn die kritischen Köpfe erst mal weg sind, geben die anderen wieder Ruhe.

Aber oft genug waren es Stasi und Parteiapparat selbst, die wieder neuen Frust erzeugten, weil sie mit rabiaten Verboten, Entlassungen oder Verhaftungen versuchten, Themen und Diskussionen zu unterdrücken. Wenn einmal jemand die Entstehung einer Revolution studieren möchte, der dürfte am Beispiel DDR so ziemlich alles finden, was dazu gehört: von der zunehmend wirklichkeitsfremden Regierungspolitik über den massiven Ausbau der Repression bis hin zu den sich verschärfenden Wirtschafts- und Versorgungsproblemen. Und auf der psychologischen Seite natürlich: das zunehmend schwindende Vertrauen in die Machthaber. Deswegen darf man die massiv ansteigende Zahl der Ausreiseanträge nicht ausblenden: Sie zeigen in aller Nüchternheit genau diesen Vertrauensverlust – noch viel stärker als die Nichtbeteiligung an der Wahl im Frühjahr 1989, bei der dann in hunderten Wahlbüros Freiwillige saßen und mitzählten und am Ende den massiven Wahlbetrug nachweisen konnten.

Aber im Frühjahr 1989 war die Sache längst am Rollen. In Polen und Ungarn hatten die herrschenden Funktionäre begriffen, was es bedeutete, dass Gorbatschow die Breschnew-Doktrin für erledigt erklärte und den Staaten Osteuropas ihre volle Souveränität zugestand. Was auch hieß: Es würden keine sowjetischen Truppen mehr einmarschieren, wenn die Länder eigene Wege gingen. In Polen vereinbarten deshalb Regierung und Solidarnosc die ersten teil-freien Wahlen und in Ungarn probierten die regierenden Sozialisten aus, wie ernst es Gorbatschow gemeint hatte: Sie machten erst mal ein kleines Loch in den Zaun und warteten ab, ob Moskau auf die flüchtenden DDR-Urlauber reagieren würde. Moskau reagierte nicht und der Zaun wurde demontiert.

Auch dazu gibt es ein Kapitel im Buch. Journalisten registrieren das ja alles, meist eher aus der Tagesperspektive, die einem ja noch nicht verrät, was einmal daraus werden wird. Die Texte in diesem Band sind aber alle aus der Perspektive der wissenden Gegenwart geschrieben. Natürlich mit den Kenntnissen der Journalisten, die damals dabei waren, die teilweise auch einige politische Vorgänge aus dem Herbst 1989 etwas anders bewerten. Heute fast vergessen sind ja die für die „alten Herren in Berlin“ geradezu atemberaubenden Veränderungen zwischen den gespenstischen Feiern zum 40. Jahrestag der DDR am 7. Oktober und dem Rausschmiss der kompletten alten Garde aus der SED-PDS im Dezember.

Das Buch macht auch wieder nacherlebbar, wie sich das Tempo der Ereignisse ab 1989 in für alle Betroffenen spürbarer Weise erhöhte. Erst dieser „rasende“ Herbst 1989 machte ja deutlich, wie sehr das Land seit 1975 in Erstarrung gelegen hatte. Dumm für die Mächtigen, dass sie die Erstarrung mit Zufriedenheit und Akzeptanz der Verhältnisse verwechselt haben. Die paar „Dissidenten“, die in den Kirchen Schutz gesucht hatten, glaubten sie im Griff zu haben. Selbst im Dezember noch glaubte sich der alte Staatssicherheitsdienst unantastbar – und erlebte dann (von Erfurt beginnend) die Besetzung der Stasi-Zentralen.

Bleibt die Frage: War es nun eine Revolution?

Eine friedliche gar? Die Antwort auf Frage 2 lautet: ja. Das liegt in der Natur der Dinge. Und ausgerechnet ein überzeugter Kommunist wie Peter Hacks hat es formuliert: Revolutionen sind immer friedlich. Blutig sind immer nur die Bürgerkriege.

Das „Wunder“ könnte also sein, dass es um den 9. Oktober herum nicht zu einem offenen Bürgerkrieg kam. Und es ist ganz bestimmt die falsche Interpretation, dafür ausgerechnet die Kerzen verantwortlich zu machen. Man findet die Antwort nicht wirklich, wenn man nicht auch den Vertrauensverlust im kompletten Staats- und Parteiapparat mitbetrachtet. Die alte, stalinistische Linie, auf die Honecker setzte, fand nicht mal mehr im gesamten Politbüro Zustimmung. Auch wenn dabei aus dem Kronprinzen Egon Krenz kein Revolutionär wurde. Aber im entscheidenden Moment tauchte er am 9. Oktober 1989 ab und entschied lieber nichts. Auch so kann man ein altes System außer Funktion setzen.

Und wie ist das nun mit der Frage erstem Teil: War es eine Revolution?

Die Antwort lautet wohl: eine halbe. Denn zur eigentlichen Vollendung, zur Umstülpung der kompletten Herrschaftsverhältnisse, kam es ja bekanntlich nicht. Dafür gab’s die deutsche Einheit, die sich spätestens ab dem 9. November als wesentlich zugkräftiger erwies als alle Ideen eines dritten Weges.

Auch das wird in diversen Beiträgen in diesem Band mit beleuchtet – auch weil die Autoren zumindest noch wissen, was da alles im Herbst 1989 praktisch gleichzeitig geschah. Übrigens auch in den anderen Ländern des Ostblocks, der sich quasi innerhalb eine Jahres einfach auflöste, während überall die Bürger einen friedlichen Machtwechsel erzwangen. Blutig wurde es immer nur da, wo sich die alten Machthaber mit Waffengewalt wehrten und einen Bürgerkrieg provozierten wie in Rumänien.

Das Jahr 1990 geht in diesem Band recht flott über die Bühne, wird nicht ganz so dicht erzählt wie das Jahr 1989. Aber es ist im Grunde egal, ob man den Volkskammerbeschluss vom August nimmt oder die deutsche Währungsunion vom Juli oder die Wahlen vom März: Der Zug zur deutschen Einheit war seit dem 9. November mit Volldampf unterwegs und selbst die mächtigsten Männer der Welt waren nur noch Getriebene der Ereignisse. Nicht einmal die Briten konnten den Zug stoppen.

Wer diese Zeit also gern immer mal wieder in journalistischer Knappheit liest, hat hier ein handliches Buch dafür. Aus naheliegenden Gründen etwas stärker aus Perspektive der evangelischen Kirche. Was aber kein Makel ist, denn es waren vor allem evangelische Kirchen, wo Bürgerrechtler ab den 1980er Jahren verstärkt einen kleinen, geschützten Raum fanden (nicht die gesamte Kirche, auch das wird an ein paar Stellen kritisch thematisiert). Und es waren eine erstaunliche Menge evangelischer Pfarrer, die im Herbst 1989 dabei waren, als es um die Gründung neuer Parteien ging – von der SDP bis zum Demokratischen Aufbruch.

Was ein Grund dafür ist, dass die Bilder vom Wunder und von den friedlich siegreichen Kerzen so dominieren. Aber auch das zu Recht, denn es waren am Ende wirklich die gewaltfreien Protestformen, die den Machthabern die Eingriffs- und Zugriffskonzepte verdarben. Denn was macht man mit einem „Staatsfeind“, der einfach nur da steht mit Kerze und Dona Nobis Pacem singt?

Karl-Heinz Baum, Thomas Schiller (Hrsg.) Kerzen haben sie nicht gerechnet, Evangelische Verlagsbuchhandlung, Leipzig 2015, 19,90 Euro.

Friedliche RevolutionGeschichteHerbst '89Deutsche Einheit
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