Dresden hört ein „Nu“: Feiert mal schön alleine

Für alle LeipzigerDer Irrtum ist ein allseitiger. Der Irrtum, den Tag der Deutschen Einheit in Dresden zu feiern, ist nur einer davon, denn die barocke Residenzstadt im lauschigen Elbtal hat das 4,5-Millionen Euro Steuergeld-Fest nicht verdient. Anzeichen für den Verlauf gab es seit zwei Jahren, die Rezepte des „Verstehens“ von Fremdenfeindlichkeit, Rassismus und brennende Asylbewerberheime gerade rings um Dresden blieben selbst bei abnehmenden Asylbewerberzahlen bislang wirkungslos. Zivilgesellschaftliches Engagement scheint sich in der Landeshauptstadt zudem immer nur dann breit auf die Straße zu trauen, wenn ein Freikonzert mit Roland Kaiser spendiert wird. Dresden ist nicht „Sachsen“. Dresden ist Dresden. Auch am Tag der Einheit.
Anzeige

Auch die Vorbereitungen auf den Jubeltag der Deutschen waren von eben jenen Irrtümern begleitet, die sich hier zum Beispiel auch im Umgang mit rechtsradikalen Strukturen im Fanbereich von Dynamo Dresden spiegeln. Während in Leipzig seit Jahren eine offene Auseinandersetzung bei diesem Thema samt eigenen Bemühungen des Clubs Lokomotive Leipzig stattfindet, scheint es manchmal, als gäbe es die Fanrandale der weit größeren Dresdner Szenerie gar nicht. Das verläuft sich – so die Dresdner Haltung mit Strahlkraft auf das gesamte Umland.

Nun wurde im Vorfeld der Feierlichkeiten vom 3. Oktober eine Art „Verhaltenskodex“ vom Freistaat erlassen. Ein weiterer Irrtum ist, dass dieser irgendetwas bewirken könnte. Vielmehr deutete er bereits an, dass man in Dresden selbst ahnte, diese Feier nicht verdient zu haben. Doch diesen Erlass von Regeln für eine friedliche Feier dann gegen einen „Volksverräter“ schreienden Mob mit Göbbels-Zitat-Plakaten nicht durchzusetzen und stattdessen gewählte Volksvertreter einem Spießrutenlauf an der Frauenkirche auszusetzen, ist der Beweis, dass in Dresden viele die Einheitsfeier auch gar nicht wollten.

Nachdem am Abend des 2. Oktobers bereits ein Video die Runde machte, in welchem rund 50 Personen den Oberbürgermeister Dresdens, Dirk Hilbert, mit gleichlautenden Sprüchen und „Volksverräter“ bis auf einen angetrunkenen Teilnehmer ahndungsfrei verbal attackieren konnten, setzt sich der Auflauf derjenigen am 3. Oktober nahtlos fort, welcher sich längst selbst als Vertreter des Volkes geriert.

Angesichts der Szenen, mit welchen die 500 bis 1.000 Pegida-Fans schon ab 9 Uhr am Morgen die gesamte mediale Aufmerksamkeit besetzten, fragt man sich eher, für wen der Verhaltenskodex eigentlich gedacht war?

Bei dem Empfang, welchen die Protestler den ankommenden Politikern und Vertretern verschiedener Verbände bereiteten, scheint sich der in Sachsen gern hochgehaltene „wehrhafte Rechtsstaat“ in der Landeshauptstadt immer noch nicht entscheiden zu können, ob „Volksverräter“ – hier konkreten Personen einzeln zugerufen – eine zulässige Meinungsäußerung oder eben schlicht eine Beleidigung bis hin zur Verleumdung ist. Bislang sieht es eher ganz danach aus, als ob es ohne Probleme so laufen kann.

Auf dem Twitteraccount der Staatskanzlei des Freistaates zeigt man sich "beschämt". Screen twitter.com/SachsenDe

Auf dem Twitteraccount der Staatskanzlei des Freistaates zeigt man sich „beschämt“. Screen twitter.com/SachsenDe

Mit jedem strafanzeigenlosen Ruf geben die Politiker, die es nicht anzeigen, die Beamten, die nicht einschreiten und die Menschen, die ihn dulden, den Pegida-Fans vor laufenden Kameras in Dresden heute (ausgerechnet) an der Frauenkirche Recht. Also ist es wohl so: die amtierende Bundeskanzlerin Angela Merkel, den sächsischen Wirtschaftsminister Martin Dulig, Claudia Roth oder Thomas Krüger, Präsident der Bundeszentrale für politische Bildung, darf man allesamt ungestraft direkt und vis-à-vis mit dem gern durch die Nazis genutzten Begriff „Volksverräter“ belegen. Oder einen dunkelhäutigen Besucher mit „abschieben, abschieben“ und Affenlauten wie einst Gerald Asamoah im Fußballstadion begrüßen.

Deutsche Einheit im Jahr 2016 in Dresden.

Um den Vorwurf des Volksverrates, welcher ja somit belegbar sein muss, zu vertiefen: Als solche sind alle so Titulierten als Verbrecher nach bundesdeutschem Gesetz als Hoch- und Landesverräter abzuurteilen. Denn die „Volksverräter“-Rufer können ja, sind sie erst einmal angezeigt, ihren Vorwurf sicher beweisen? (siehe Links am Ende) Doch ohne strafrechtliche Würdigung hat sich einfach die Meinungsfreiheit noch einmal weiter in Richtung Anarchie verschoben.

Welche in Dresden allerdings nicht allen gewährt wird.

Denn parallel dazu

Bereits der „Verhaltenskodex“ der Staatsregierung war letztlich ein schlechter Scherz. So sah sich offenbar der Freistaat für die Feierlichkeiten genötigt, nahezu die gesamte Innenstadt Dresdens zur Veranstaltungszone zu machen, um darin Regeln, teils über Sicherheitsvorschriften hinaus, zu erlassen. „Das Veranstaltungsgelände erstreckt sich über die Dresdner Altstadt – zwischen Terrassenufer, Dr.-Külz-Ring, St.-Petersburger-Straße sowie dem Straßenverlauf der Devrientstraße, Am Zwingerteich, Ostraallee über den Postplatz folgend – sowie die Pragerstraße und den Wienerplatz“, heißt es.

Der Freistaat Sachsen als Veranstalter mit einem eigenen Gelände und eigenen Regeln, die irritierenderweise weit über Sicherheitsfragen hinausgingen und die man anschließend selbst nicht einhielt. Verboten waren also zu den Feierlichkeiten und den Protokollveranstaltungen (wie an der Frauenkirche) das Mitbringen von „Lärminstrumenten wie z. B. Megaphone, Gasdruckfanfaren, Handsirenen, Musikanlagen jeglicher Art, Blas- und Schlaginstrumente, Rasseln oder Trillerpfeifen“. Ebenso untersagt „Gegenstände, die als Waffen, Hieb-, Stoß und Stichwaffen verwendet werden können“.

Während es aus Dresden nun unzählige Berichte zu einer untersagten Demonstration, genauen Platzzuweisungen für andere (linke) Proteste und peinliche Kontrollen für die Besucher gibt, die vermeintlich zu einer linken Demonstration wollten, standen um 10 Uhr Pegida-Anhänger weitgehend unkontrolliert mit Stangen, Trillerpfeifen und lautem Gebrüll an der Frauenkirche bereit. Freien Weg erhielten sie durch die Polizei und den Sicherheitsdienst, Gegenprotest zu ihrem Treiben gab es keinen und sie selbst bildeten teils eine Art Spalier zum Spießrutenlauf für Besucher des protokollarischen Gottesdienstes.

Freie Fahrt für Beleidigungen gegenüber den Ankommenden ohne weitere Zurechtweisung. Begründung: Die verhalten sich friedlich (was man auf der verbalen Ebene eher schon lange nicht mehr behaupten kann). Erst, als einige versuchten, Besuchern des Gottesdienstes auf die Pelle zu rücken, griff die Polizei ersten Meldungen nach ein. Vorher war es einfach nur verbale Gewalt und die hat bekanntlich in Sachsen auch nichts mit brennenden Gebäuden zu tun.

Anschließend zogen sie weiter vor die Semperoper, um dort ihre Rufe „Merkel nach Sibirien“, „Volksverräter“ und „Haut ab“ im Angesicht einer Leinwandübertragung der Ansprache König Stanislaw Tillichs fortzusetzen. Ersten Meldungen zufolge sind, wie zu erwarten, heute auch verstärkt bekannte Neonazis in Dresden unterwegs, um Pegida zu unterstützen. Komischerweise melden dies natürlich wieder nur „linke Aktivisten“ und warnen vor Übergriffen auf Asylbewerber. Tritt der Fall dann ein, darf die Polizei Dresden die nächste Pressekonferenz geben. Der linke Protest hingegen ist durch straffe Regeleinhaltungen vom Zugang abgehalten und an die Peripherie verbannt worden.

Zwei Jahre Pegida-Umgang á la Dresden

Für die Polizei war – nach massiven Protesten in den sozialen Netzwerken – der Vorfall auf dem Neumarkt an der Frauenkirche immerhin Anlass genug, eine Klarstellung auf Twitter zu veröffentlichen. Wenn auch eine irritierende (zum Verständnis ausgeschrieben): „Situation Neumarkt von Stadt und Polizei als Versammlung gewertet, aber Duldung da keine Auswirkung auf Sicherheitsbereich und Protokollveranstaltung“. Wo bei jeder linken Demonstration peinlichst darauf geachtet wird, dass man einen Veranstaltungsanmelder genannt bekommt, gab es bei dieser „Versammlung“ keinen.

Und wie Videos zeigen, auch keinen Sicherheitsabstand mehr zwischen den Ankommenden und den meist brüllenden Männern mittleren bis hohen Alters. Einen kühnen Hüpfer, einen Schlag mit einer Fahnen- oder Transparenzstange entfernt, umstanden die Pegida-Leute teilweise das Eintreffen der Teilnehmer. Kann man so machen – aber wo sollte dann der Sicherheitsbereich gewesen sein?

Gleichzeitig entging den Behörden vollkommen, dass sich auch die sogenannte „Identitäre Bewegung“ – angeblich vom sächsischen Verfassungsschutz wegen rechtsextremer Umtriebe beobachtet – mit einer kleinen Installation einer Burkafrau in einem Schaufenster in Dresden verewigte. Journalisten wurden straflos von Pegida-Anhängern mitten in Dresden attackiert und filmten dabei weiter, um es zu dokumentieren. Man darf durchaus davon sprechen, dass „besorgte Bürger“ im Verbund mit Rechtsextremen und Rechtsradikalen den Tag der Deutschen Einheit medial gekapert haben.

Da nützen auch die Liveübertragungen im ersten Deutschen Fernsehen nichts mehr, der Lack ist endgültig ab in Dresden.

Deutungen und Kulturbruch

Wenn dieser Tag der Deutschen Einheit in Dresden eines bewiesen hat, dann dass sich die Kritik von links in Sachsen seit Jahren aufreibt, während die von rechts zu verstärktem Interesse gerade in der regierenden CDU beiträgt. An der Erkenntnisschwäche einer regierenden CDU, am behäbigen Verneinen sozialer Schieflagen im Freistaat und dem Aussitzen derselben durch die immer gleichen konservativen Vorstellungen von Bewegungslosigkeit und Verweigerung zerschellten so mancher Vorschlag, neue Wege, andere gesellschaftliche Entwürfe in den vergangenen Jahrzehnten. Daran entlang ist ein Gemisch gewachsen, welches längst wieder von sozialen Umständen wie in der DDR träumt. Ähnliche Bezahlung von Facharbeitern und Akademikern, geringe Lebenshaltungskosten und ein Leben in Ruhe mit Ostseeurlaub – solange man den Mund hielt und mitmachte.

Und sie haben versucht, auch nach der Wende (weiter) mitzumachen und den Mund zu halten. Nun glauben sie nicht mehr an eine offene und pluralistische Gesellschaft und rufen nach Putin und damit nach Zuständen, die der ehemaligen DDR nicht unähnlich sind. Zumindest wenn es um Staatsfernsehen, Wahlergebnisse und den Umgang mit abweichenden Meinungen geht.

Man darf, ohne Herabwürdigung, unterstellen, dass Pegida aus Menschen besteht, die den Kulturbruch 1989 nicht verkraftet haben. So wie sie nach der Wende in Sachsen fleißig CDU (Wirtschaftsaufschwung als Versprechen), NPD (Ausländer raus, Arbeit für Deutsche), die Linkspartei (als verbliebene Ostvertretung) oder gar mal die FDP (Leistung muss sich lohnen) gewählt haben, feuern sie nun, nach den enttäuschten Erwartungshaltungen an den „goldenen Westen“, die AfD als Gemisch aus allem an. Und sie fühlen sich wirklich bedroht, die Angst vor Neuem, nun zufällig Flüchtlinge, an denen sich alles entzündete, hat sich bereits Jahre vorher tief eingebrannt.

Sie sind ein rechtes Phänomen, welches sich im Recht glaubt, weil das Wende-Versprechen „Wohlstand für Alle“ aufgekündigt wurde.

Reale Hintergründe und rechte Diskurshoheit

Man muss den aufgestauten sozialen Frust im Freistaat dabei gar nicht mehr ausführlich beschreiben, zumindest nicht auf der L-IZ.de – er heißt verkürzt: niedrige Löhne, fehlende Lehrer, geringe Rentenerwartungen und personelle Notstände in Pflegediensten und Krankenhäusern.

Ungelöste Fragen, wie auch die der fehlenden Polizeibeamten und den Überstunden bei den verbliebenen Polizisten, fehlende Kitaplätze durch zu langes Abwarten und ein gesellschaftliches Klima, welches in Sachsen noch zu oft progressive Ideen leichtfertig als „links“ oder „Gutmenschentum“ (Übersetzung: Spinner bis gefährlich naiver Weltverbesserer) abgetan wird. Auch und schon lange in konservativen Kreisen. Mittlerweile untersetzt mit dem rechten Vorwurf, nur die „Reichen“ könnten sich Mitmenschlichkeit und Humanität noch leisten.

Weshalb sich die „Volksverräter“-Schreier auch ohne tiefgehende, eigene Analyse als im Kampf „Unten“ gegen „Oben“ befindlich definieren. Da, wo sich sonst eigentlich klassisch linke bis linksliberale Kräfte in Deutschland sehen, stehen nun Menschen, die geradezu panisch auf eine Religion reagieren und natürlich auch „Ausländer raus“ meinen. In Sachsen hat man sie, die Anderen, die Progressiven, lange überhört, diskreditiert und auch heute, am Tag der Einheit, als lästiges Randgebimmel wieder versucht auszusperren. Gern spricht man in Sachsen eben immer noch von der „Mitte der Gesellschaft“, wenn man eigentlich Bevölkerungsschichten meint, in denen Ressentiments gegen Ausländer, Andersdenkende und Unangepasste tief verwurzelt sind. Der Rest ist „links“.

Es ist also auch ein Teil dieser „Mitte der Gesellschaft“ die nun als pöbelnde Menge an die Frauenkirche gekommen sind. Und sich dabei in einem kollektiven Druckabbau ähnlich wie eine Horde Affen benehmen, der man nach langer Dürre ein reichhaltiges Essen vorwirft. Hier sind es Spitzenpolitiker, die zum Greifen nah gereicht wurden.

Der Anschein, überrascht zu sein, genügt nicht mehr

Tagelang hatten Lutz Bachmann und seine Jünger für den heutigen Tag mobilisiert. Es ging und geht um die Diskurshoheit und eine fortlaufende Immunisierung, weshalb sie auch den größten Teil der Medien als „links-grün-versifft“ abtun. Die Abläufe waren also vorab klar, nun haben sie den Freistaat angeblich überrumpelt. Es ist ihre Art, die Deutsche Einheit zu feiern, mit Protest gegen Ausländer, Andersdenkende aber vor allem gegen „die Eliten“.

Die Erklärungsversuche aus Dresden selbst sind dabei wieder ebenso hilflos wie erbärmlich angesichts der medialen Macht der heutigen Bilder. Und am Nachmittag hat natürlich Pegida mit dem üblichen Montagsmarsch begonnen, das weitere Bild zu dominieren. Bis zu 5.000 sollen dabei sein, wenn es auch da wieder ans „Volksverräter“-Schreien geht.

Umgehend meldete sich heute die Tourismusbranche unter „visit Dresden“ bei Twitter und sprach von „Beschämung“. Hier hat man einfach nur Angst, dass die Übernachtungsbuchungen zurückgehen, sich am Gegenprotest zu beteiligen überlässt man nach wie vor gern „den Linken“. Auch der Freistaat Sachsen zeigte sich „beschämt“. Fast klingt es mal wieder nach einer Überraschung, was da so heute in Dresden ablief und noch bis in den Abend gelaufen sein wird. Da war man angetreten, um mal wieder zu erzählen, was alles schon erreicht wurde mit der Einheit und überhaupt. Konzepte, wie der Wandel zukünftig in Sachsen gestaltbar wird, wären wohl angebrachter gewesen.

Deshalb: Feiert mal schön alleine da in Dresden mit euren „Nunu’s“, den salbungsvollen Ansprachen, dem Feuerwerk und dem ganzen Gebrüll. Ein einfaches Bürgerfest für alle, vielleicht auch wirklich in einer anderen Stadt auszurichten und die verbleibenden Millionen ins Integrationsprogramm des Freistaates zu stecken, wäre die bessere Idee gewesen. Aber darauf seid ihr ja von alleine nicht gekommen.

Was ist mit „Volksverräter“ wohl gemeint? Ein Einstieg via Wiki

Und was soll dann Landesverrat sein? Ebenfalls zum Anlesen bei Wiki

PS.: Wer hier und da Ironie oder gar Sarkasmus fand, darf diese gern weiternutzen. In Zeiten, wo die Analysen auf der L-IZ.de bereits zehn Mal um- und umgedreht wurden, besteht vielleicht Bedarf. Nachtrag: In der vergangenen Nacht wurden die Scheiben im „Linxxnet“, einem bekannten Leipziger Laden linker Initiativen in Connewitz, eingeschlagen. Es sollen besorgte Bürger am Werk gewesen sein.

In eigener Sache – Eine L-IZ.de für alle: Wir suchen „Freikäufer“

Legida/PegidaDemokratieDeutsche EinheitTag der deutschen Einheit#TdDE16
Print Friendly, PDF & Email
 
7 Kommentare


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr


Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

„Da blutet einem das Herz.“ – Corona lässt Turnfest 2021 platzen, nur Deutsche Meisterschaften sollen stattfinden
Das Turnfest 2021 kann wegen der Corona-Pandemie nicht stattfinden. Die Hoffnungen ruhen nun auf dem Jahr 2025. Foto: DTB / Volker Minkus

Foto: DTB / Volker Minkus

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 85, seit 20. November im HandelEs sollte ein rauschendes Fest werden. Vom 12. bis 16. Mai 2021 war Leipzig als Austragungsort des 44. Internationalen Deutschen Turnfestes vorgesehen (LZ Nr. 80 vom 26.06.2020 berichtete). Doch die Corona-Pandemie ließ diesen sportlichen Traum nun platzen. Erstmals seit dem Zweiten Weltkrieg sahen sich die Veranstalter aufgrund des Infektionsgeschehens dazu gezwungen, dieses Großspektakel abzusagen.
Wie die Städtischen Altenpflegeheime mit der Corona-Pandemie umgehen – und mit Maskenverweigerern
Ohne sensorische Messung der Körpertemperatur ist der Zutritt ins Städtische Altenpflegeheim nicht gestattet. Die strengen Besuchs- und Hygieneregeln werden jedoch nicht von allen Besuchern eingehalten. © Michael Billig

© Michael Billig

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 85, seit 20. November im HandelIm ersten Lockdown der Corona-Pandemie wurden Senioren- und Pflegeheime für die Außenwelt komplett geschlossen. Bewohnerinnen und Bewohner konnten über mehrere Wochen hinweg keinen Besuch empfangen. Selbst engste Angehörige mussten draußen bleiben. Zu dieser Isolation soll es nicht noch einmal kommen. Mit der zweiten Welle der Pandemie haben die Häuser den Kontakt jedoch wieder eingeschränkt.
Kino der Jugend: IG Fortuna überzeugt die Jury mit Konzept für künftiges Kultur- und Begegnungszentrum
IG Fortuna mit der Aktion „Rettet das Kino!“ Foto: Thomas Szabo

Foto: Thomas Szabo

Für alle LeserDie Initiative IG Fortuna soll künftig ein Erbbaurecht für das Kino der Jugend in Volkmarsdorf erhalten, teilt das Liegenschaftsamt der Stadt Leipzig mit. Mit ihrem Konzept zur Wiederbelebung des ehemaligen Lichtspielhauses und der Entwicklung eines „Kultur- und Begegnungszentrums Leipziger Osten“ hat sich die Interessensgemeinschaft jetzt im laufenden Konzeptverfahren gegen eine zweite Bewerbergruppe durchgesetzt.
Joachim-Ringelnatz-Verein schreibt einen Offenen Brief: Wie löst man den Gordischen Knoten am Ringelnatz-Haus in Wurzen?
Sanierungsstand am Ringelnatz-Geburtshaus in Wurzen. Foto: Joachim-Ringelnatz-Verein e.V.

Foto: Joachim-Ringelnatz-Verein e.V.

Für alle LeserSeit zwölf Monaten ruhen die Arbeiten am Ringelnatz-Geburtshaus aufgrund einer verfahrenen, scheinbar ausweglosen Situation in der Abwägung zwischen Denkmalschutz und zukünftiger Nutzung. Der Vorstand des Joachim-Ringelnatz-Verein e. V. sieht daher keinen anderen Weg mehr, als sich mit einem Offenen Brief an die Öffentlichkeit zu wenden, in dem er sachlich den Stand der Dinge darlegt.
Aktueller Monitoringbericht zur Situation der Kultur: Auch in Leipzig drohen hohe Verluste
Rüdiger Wink, Professor für Volkswirtschaftslehre an der HTWK Leipzig. Foto: Johannes Ernst/HTWK Leipzig

Foto: Johannes Ernst/HTWK Leipzig

Für alle LeserBesonders hart treffen die Verfügungen zur Corona-Pandemie-Bewältigung den Kulturbereich. Gerade hier sind tausende Solo-Selbstständige unterwegs, deren Auftritte und Projekte reihenweise abgesagt sind. Ein Monotoringbericht hat jetzt untersucht, mit welch großen Verlusten unsere Gesellschaft im Kulturbereich rechnen muss. Es trifft freilich nicht alle gleich, stellt auch ein Leipziger Forscher fest.
SPD-Fraktion beantragt 20 Millionen Euro extra Kapital für die L-Gruppe, um die Verkehrswende zu finanzieren
Gleisbau der LVB - hier in Lindenau. Archivfoto: Marko Hofmann

Archivfoto: Marko Hofmann

Für alle LeserWas der Oberbürgermeister da jetzt als Vorlage zur Umwandlung des Gesellschafterdarlehens der Stadt Leipzig an die Stadtholding LVV in Eigenkapital vorgelegt hat, hat bei der SPD-Fraktion im Stadtrat gelindes Unbehagen ausgelöst. Beschlossen hat der Stadtrat die Umwandlung schon im Mai 2019. Auch mit der konkreten Auflage, Geld für wichtige Verkehrsinvestitionen anzusparen. Aber das ginge nun nicht mehr, heißt es in der OBM-Vorlage.
Gutverdiener verursachen mehr CO2-Emissionen und werden bei der Steuer trotzdem bevorzugt
Unterschiedliche Steuerlast für Privat-Pkw und Firmenwagen. Grafik: Öko-Institut

Grafik: Öko-Institut

Für alle LeserWenn man genauer hinschaut, sieht man etwas, was in der deutschen Klimapolitik fast immer ausgeblendet wird: Dass selbst im reichen Deutschland die ärmeren Bevölkerungsteile viel weniger zur Klimazerstörung beitragen als die reichen. Aber die Diskussion und die Politik werden von den Reichen bestimmt. Sie sollten deshalb auch die Kosten tragen, findet auch das Öko-Institut e. V.
Und wenn die Welt voll Teufel wär: Luthers aufregende Reise zum Reichstag nach Worms
Klaus-Rüdiger Mai: Und wenn die Welt voll Teufel wär. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVieles ist auf einen markigen Spruch eingedampft in der Erinnerung an Martin Luther. Sein Auftritt in Worms auf dem Reichstag zum Beispiel auf dieses legendäre: „Hier stehe ich. Ich kann nicht anders.“ Als wenn das so leicht gewesen wäre. Und als wenn es eine schnurgerade Linie vom Thesenanschlag in Wittenberg 1517 zum Wormser Reichstag gegeben hätte. Aber der Weg nach Worms war kurvenreich. Und auch Dr. Martin Luther ahnte 1517 nicht, wo er 1521 landen würde.
Gewaltverbrechen im Leipziger Auwald: Kumpel des Angeklagten hegte sofort einen Tatverdacht
Der mutmaßliche Mörder Edris Z. (31) beim Prozessauftakt. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserAm Freitag wurde vor dem Leipziger Landgericht weiter gegen den mutmaßlichen Mörder vom Leipziger Auwald verhandelt. In der Zeugenvernehmung kam unter anderem ein langjähriger Freund des Angeklagten Edris Z. zu Wort, der diesen schon kurz nach dem Verbrechen im Verdacht hatte.
Freitag, der 27. November 2020: Corona-Verharmlosung im Erzgebirge
Man sieht es nicht, aber auch im Erzgebirge ist das Coronavirus unterwegs. Foto: Oimheidi, Pixabay

Foto: Oimheidi, Pixabay

Für alle LeserEin Bürgermeister im Erzgebirge vertritt die Auffassung, dass die „allermeisten“ Corona-Erkrankten keine Symptome hätten. Vielleicht erklärt das die „Spitzenposition“ des Erzgebirges in Sachsen. Außerdem: Die IG Fortuna hat den Zuschlag beim „Kino der Jugend“ erhalten und Michael Ballweg antwortet auf unsere Fragen. Die L-IZ fasst zusammen, was am Freitag, den 27. November 2020, in Leipzig und Sachsen wichtig war.
50-Kilometer-Weltrekordversuch verschoben: Marcus Schöfisch geht erst im Dezember aufs Laufband
Marcus Schöfisch hat nun drei Wochen mehr Zeit für die Vorbereitungen. Foto: Lauftraining.com

Foto: Lauftraining.com

Für alle LeserLEIPZIGER ZEITUNG/Auszug Ausgabe 85, seit 20. November im HandelEigentlich wollte Marcus Schöfisch jetzt bereits einen nagelneuen Weltrekord in der Tasche haben. Wie in der letzten LZ-Ausgabe berichtet, hatte der Leipziger für vergangenen Sonntag den Angriff auf den Bestwert über 50 Kilometer auf dem Laufband angekündigt. Doch das Vorhaben konnte noch nicht stattfinden. Die Leipziger Zeitung (LZ) hat beim 33-jährigen Athleten nachgefragt.
Auszüge aus Francis Neniks „Tagebuch eines Hilflosen“ #54
The Courier-Journal, Louisville, Kentucky, Seite 9 vom 4. Januar 1885. Quelle: newspapers.com

Quelle: newspapers.com

Für alle LeserBlack Friday. Großer Ausverkauf heute. Donald kündigt an, das Weiße Haus zu verlassen. Melania kündigt nichts an, wird Donald aber trotzdem verlassen. Allerdings erst wenn der Black Friday Sale vorbei und sie aus dem Weißen Haus raus ist. Da aber niemand – nicht mal das Weiße Haus – weiß, wo der Black Friday Sale eigentlich herkommt, kündige ich hiermit an, den Anlass, den Ort und die Zeit für diesen seltsamen Tag hier und heute zu nennen.
Schluss mit dem Kahlschlag: Kommunen sollen über den kommunalen Baumschutz wieder selbst entscheiden können
Gefällter Baum in Connewitz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserNoch ist es nicht beschlossen, sondern gab es am Donnerstag, 26. November, erst einmal die Anhörung zum neuen sächsischen Naturschutzgesetz, das die schlimmsten Fehler der Gesetzesänderung von vor zehn Jahren reparieren soll. Im Zentrum steht dabei der Passus, der das Fällen tausender Bäume auf Privatgrundstücken möglich gemacht hatte unter dem Label „weniger Bürokratie“.
Große Pandemiemüdigkeit: Auch die Psyche leidet unter der Verunsicherung durch Corona
Prof. Dr. Hannes Zacher. Foto: Swen Reichhold / Universität Leipzig

Foto: Swen Reichhold / Universität Leipzig

Für alle LeserSeit acht Monaten geht das nun so. Mal wird gelockert, dann wieder verschärft. Meistens trifft es immer wieder dieselben Berufsgruppen und Branchen. Da kann niemand mehr planen. Und das zehrt an der Psyche. Eine zunehmende „Pandemiemüdigkeit“ beobachtet der Leipziger Arbeitspsychologe Prof. Dr. Hannes Zacher.
Jetzt werden die Dienstwagen der Leipziger Bürgermeister/-innen wieder mal ein Thema für den Stadtrat + Update
Schon 2011 testete OBM Burkhard Jung den damals neuen E-BMW. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserLeipzig hat nicht ohne Grund 2019 den Klimanotstand ausgerufen. Die Zeit, dass die Welt die Kurve kriegen muss, um überhaupt noch ein halbwegs erträgliches Klima zu sichern, läuft ab. Und das bedeutet nun einmal: Verhaltensänderungen auf allen Ebenen. Auch ganz oben. Aber selbst die regelmäßigen Untersuchungen der Deutschen Umwelthilfe (DUH) zu den Dienstwagen der Ministerinnen und Minister bewirken kaum eine Änderung. Und wie sieht das mit Dienstwagen in Leipzig aus?