Leipzig testet als Modellkommune im kommenden Jahr ein Mietsystem für Transporträder. Voraussichtlich ab Juli 2022 soll ein viermonatiger Probelauf mit fünf Stationen und insgesamt 15 Leihfahrrädern starten, darunter fünf mit elektronischer Tretunterstützung. Auch ein Inklusionsrad ist zum Verleih vorgesehen – es kann mithilfe einer Rampe etwa einen Rollstuhl oder schwere Lasten bis 150 Kilo befördern.

Anschließend wird ausgewertet, ob sich ein entsprechendes Mietsystem in Leipzig lohnt und wie es dann ausgestaltet sein müsste. Ein Informationsstand während der Europäischen Mobilitätswoche (EMW) informiert am autofreien Sonntag, 19. September, auf dem Promenadenring zu dem Projekt.

Michael Jana, Leiter des Verkehrs- und Tiefbauamtes, sagt: „Der Testlauf ist Teil unseres Aktionsprogramms Radverkehr 2021/22 und passt zudem gut in unsere Mobilitätsstrategie 2030. Das Projekt zielt darauf ab, den Leipzigerinnen und Leipzigern etwa bei der Kinderbeförderung sowie bei größeren Einkäufen eine CO2-arme Alternative zum Auto anzubieten. Der Test wird unter anderem zeigen, ob in Leipzig Bedarfe bestehen, welche Standorte für den Verleih gegebenenfalls attraktiv sind und natürlich, wie ein möglicher Betrieb aussehen kann.“

Leipzig ist mit 14 weiteren Städten – darunter Hamburg, Hannover und Weimar – Teil des kommunalen Netzwerkes für öffentliche Transportradmietsysteme TINK (Transportrad Initiative Nachhaltiger Kommunen). Aus dem Netzwerk haben sich neben Leipzig noch Dortmund, Singen und Reutlingen für einen Testbetrieb entschieden. Die Initiative will nachhaltige Mobilität fördern und so Innenstädte vom Autoverkehr entlasten. Die Buchung der Lastenräder soll in eine bestehende Buchungsplattform integriert werden.

Das TINK-Projekt läuft drei Jahre und wertet die Erfahrungen der Kommunen beim Verleih aus. So tauschen sich die Projektteilnehmerinnen und -teilnehmer etwa darüber aus, wie sich Vandalismus und Diebstahl an den Transporträdern vermeiden lässt. Lastenräder sind meist stabiler gebaut, länger und breiter als reguläre Fahrräder.

Sie bieten durch Aufbauten wie etwa eine große Transportbox viel Platz, um beispielsweise Waren, Kinder oder Tiere zu befördern. Die Fahreigenschaften unterscheiden sich entsprechend deutlich von normalen Rädern. Das TINK Netzwerk wird durch das Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur im Rahmen des Nationalen Radverkehrsplans gefördert.

Engagierte Akteure und potenziell interessierte Betreiber können sich gern in das Projekt einbringen. Die Rückmeldung ist möglich unter der Mailadresse [email protected] oder direkt am Informationsstand während der Europäischen Mobilitätswoche.

Weitere Informationen sowie das komplette Programm zur Aktionswoche gibt es unter www.leipzig.de/emw.

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