Angesichts geänderter Rahmenbedingungen wird Sachsen nach einer Verdreifachung der Kapazität der mobilen Teams voraussichtlich ab 1. Dezember sukzessive auf 9000 Impfungen pro Tag das staatliche Zusatz-Impfangebot weiter aufstocken. Vorgesehen ist eine stufenweise Anhebung auf bis zu 20 000 Impfungen pro Tag.

Damit könnte eine Impfkapazität wie bereits im Mai und Juni 2021 in den Impfzentren geschaffen werden. Dies hat das Kabinett beschlossen. Eine Freigabe durch den Haushalts- und Finanzausschuss ist heute erfolgt. Hintergrund für die Entscheidung sind veränderte Rahmenbedingungen. Angesichts der extrem hohen Infektionszahlen wird davon ausgegangen, dass die Nachfrage nach Impfungen steigt.

Zudem ist mit schwankenden Impfkapazitäten im Regelsystem zu rechnen – etwa durch Reglementierung der Impfstoffmengen. Auch in den Krankenhäusern kann – bedingt durch die aktuelle Überlastung – das Impfangebot möglicherweise eingeschränkt werden. Darüber hinaus spielt die Zulassung des Kinderimpfstoffes von BioNTech für Kinder von 5 bis 11 Jahre eine Rolle.

Gesundheitsministerin Petra Köpping: „Unser Ziel liegt bei bis zu 20 000 Impfungen pro Tag durch staatliche Angebote. Damit werden wir unser Impfangebot noch einmal mehr als verdoppeln. In der aktuellen Lage können wir so zuverlässige staatliche Impfkapazitäten anbieten, in Ergänzung zum Regelsystem bei den niedergelassenen Ärzten, Betriebsärzten und Krankenhäusern. Die Inbetriebnahme der vergrößerten Strukturen wird stufenweise geschehen.“

Konkret geplant sind große Impfstellen in den drei Kreisfreien Städten. In allen Landkreisen sollen die Impfkapazitäten in den festen Impfstellen möglichst aufgestockt oder bei Bedarf auch weitere kleine Impfstellen eingerichtet werden. Bei Bedarf können weitere mobile Teams zum Einsatz kommen.

Das Impfen von Kindern soll neben dem Angebot bei Kinderärzten als ergänzendes staatliches Angebot ebenfalls ermöglicht werden. Geplant sind zusätzliche Impf-Möglichkeiten an zentralen Orten, separat von Impfangeboten für Erwachsene. Dies kann z.B. durch extra Impfstrecken gewährleistet werden.

Für die nun geplanten Maßnahmen entsteht ein zusätzlicher Finanzbedarf von 160,9 Millionen Euro – der Bund übernimmt die notwendigen und erstattungsfähigen Kosten zur Hälfte.

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