Das sächsische Wirtschaftsministerium (SMWA) unterstützt Forschung, Entwicklung und Innovation in Unternehmen mit einer technologie- und branchenoffenen Technologieförderung. In der Förderperiode 2014 bis 2020 flossen im Rahmen der sächsischen EFRE- und ESF-Technologieförderung Zuschüsse in Höhe von rund 664 Millionen Euro in über 3.300 Projekte. Darunter sind zahlreiche Vorhaben, die den digitalen Wandel im Freistaat unterstützen.

Mit der Technologieförderung aus dem Europäischen Fonds für regionale Entwicklung (EFRE) unterstützt das Wirtschaftsministerium Forschungs- und Entwicklungsprojekte sächsischer Unternehmen sowie den Transfer neuer Technologien in kleine und mittlere Unternehmen (KMU). Die Förderung des Technologietransfers soll dazu beitragen, das beste verfügbare Know-how in KMU zu bringen, den Technologiebedarf dieser KMU zu decken und ihre Innovationskraft zu stärken. Technologiegeber können Hochschulen, Forschungseinrichtungen und Unternehmen sein.

In diesem Rahmen bringt das SMWA beispielsweise die Digitalisierung in der Gesundheitsbranche voran. So erhielt etwa die Raylytic GmbH aus Leipzig eine Förderung in Höhe von rund 110.000 Euro für das Technologietransfer-Projekt „Integration der Active-Shape-Model-Technologie in die bestehende Software-Plattform zur automatisierten Auswertung von medizinischen 3D-Bilddaten (CT, MRT)“. Ziel des Vorhabens ist die Entwicklung einer Software, mit der medizinische Bildaufnahmen, beispielsweise Röntgenaufnahmen, präziser vermessen und durch Ärzte schneller beurteilt werden können.

Die Technologieförderung aus dem Europäischen Sozialfonds (ESF) trägt zu einer innovativen Zusammenarbeit und stärkeren Vernetzung von KMU und Forschungseinrichtungen bei. So haben beispielsweise fünf sächsische Partner Strategien, Maßnahmen und Beispiellösungen für das digitale Publizieren speziell kleiner Verlage erarbeitet. Dabei handelt es sich um die Universität Leipzig, die zwonull media GbR, die Leipzig School of Media, die IT Sonix Custom Development GmbH und das Institut für Angewandte Informatik e.V. Das SMWA förderte deren Kooperationsprojekt „Fit for Digital Publishing“ mit rund einer Million Euro.

Das wichtigste Ziel des Projekts ist es, die Chancen der Digitalisierung auch für kleine Verlage nutzbar zu machen und ihnen so zu mehr Innovationskraft zu verhelfen. Eine cloudbasierte Plattform soll den gesamten Veröffentlichungsprozess unterstützen und alle Akteure – von den Autoren über die Hersteller bis hin zu den Vertriebspartnern – berücksichtigen.

Mit Mitteln aus der Landes-Technologieförderung hat das sächsische Wirtschaftsministerium u.a. das „Dresden Robotics Festival 2021“ unterstützt. Ziel dieser innovations- und technologiepolitisch bedeutsamen Veranstaltung ist es, sächsische Kompetenz im Bereich der industriellen Robotik international sichtbar zu machen und Unternehmen aktiv zu vernetzen, um den Wissens- und Technologietransfer zu stärken. Der Veranstalter, die Robot Valley Saxony UG, erhielt dafür rund 42.000 Euro.

Staatsminister Martin Dulig würdigt die Digitalisierungsmaßnahmen der sächsischen Wirtschaft: „Der technische Fortschritt treibt die digitale Transformation aller Lebensbereiche unaufhaltsam voran. Wer die Chancen dieses Wandels rechtzeitig erkennt und nutzt, erarbeitet sich einen Standortvorteil. Sachsen verfügt dafür über hervorragende Voraussetzungen: eine exzellente Forschungslandschaft und einen innovativen Mittelstand mit einer ausgeprägten Kooperationsbereitschaft. Hinzu kommen kreative Köpfe und gut ausgebildete Fachkräfte. Unternehmen, die in digitale Produkte, Verfahren oder Geschäftsmodelle investieren, stärken zugleich ihre zukünftige Wettbewerbsfähigkeit und Widerstandskraft – und festigen damit den Wirtschaftsstandort Sachsen insgesamt.“

2020 hat der Freistaat Sachsen seine Technologieförderung um einen wichtigen Baustein ergänzt: die Validierungsförderung. Das Programm des Wirtschaftsministeriums zielt auf einen verbesserten Technologietransfer zwischen Forschung und Wirtschaft ab. Die Förderung soll Lücken zwischen wissenschaftlichen Erkenntnissen und marktfähigen Anwendungen einerseits und zwischen öffentlich finanzierter Forschung und privaten Investitionen andererseits schließen. Unterstützt werden u.a. vielversprechende Vorhaben, welche den digitalen Wandel und die Energiewende beschleunigen.

Im zweiten Förderaufruf zur Validierungsförderung, welcher im Herbst 2021 endete, werden Projekte unterstützt, bei denen die Forschungseinrichtungen ein systematisches Validierungsmanagement aufbauen und im Rahmen eines definierten Budgets selbstständig über die Auswahl zu validierender Forschungsergebnisse entscheiden können. Im Auswahlverfahren setzen sich die TU Bergakademie Freiberg, die Hochschule für Technik und Wirtschaft Dresden sowie die Technische Universität Dresden durch. Der Freistaat fördert die Validierungsvorhaben dieser Hochschulen mit insgesamt vier Millionen Euro.

Im Jahr 2022 sind weitere Aufrufe zur Validierungsförderung geplant.

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