220 000 Euro für die Sternwarte Dresden-Gönnsdorf! Der Verein, dessen Mitglieder sich seit Jahren ehrenamtlich um die Sternwarte kümmern, erhält für die dringend anstehende Instandsetzung der Sternwartenkuppel vom Freistaat Sachsen einen finanziellen Zuschuss. Staatsminister Thomas Schmidt hat gestern (26. Mai 2023) Renate Franz, der Vorsitzenden des Sternwarte Dresden-Gönnsdorf e. V., den Zuwendungsbescheid überreicht.

Die Fördermittel stammen aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR. Die sogenannten PMO-Mittel werden unter anderem für den Erhalt von Gebäuden eingesetzt, die dem Gemeinwohl zur Verfügung stehen.

Die Sternwarte Dresden-Gönnsdorf wurde von der Technischen Universität Dresden für Forschungszwecke erbaut und im Jahr 1976 eingeweiht. In ihrem Herzstück, einer 6,5 Meter großen, in die Jahre gekommenen Glasfaserkuppel, befindet sich ein 16-Zoll-Teleskop.

Diese Kuppel für das Teleskop, das vorwiegend zur Himmelsbeobachtung, aber auch für die Astrofotografie und Spektroskopie eingesetzt wird, soll nun außen und innen ertüchtigt werden. Die Fördermittel sind zudem für die Reparatur einer Verdunklungsanlage sowie für die astronomisch ausgerichtete Neugestaltung des Außengeländes gedacht.

„Das Weltall begeistert! Einen Blick ganz tief hinein gibts hier am Dresdner Stadtrand in Gönnsdorf – was für ein tolles Bildungsangebot für Jung und Alt. Wir wollen mit dieser Finanzspritze dazu beitragen, dass auch in Zukunft hier astronomisches Wissen vermittelt und die Begeisterung für unseren Kosmos weitergegeben werden“, betonte Staatsminister Thomas Schmidt bei der Übergabe.

„Ich freue mich, dass unsere Förderung das großartige bürgerschaftliche Engagement eines Vereins unterstützt, dessen Mitglieder seit 14 Jahren viel Herzblut in den Erhalt, den Betrieb und die Zukunft der Gönnsdorfer Sternwarte stecken.“

Die Mitglieder des Sternwarte Dresden-Gönnsdorf e. V. haben es sich zur Aufgabe gemacht, Kindern und Jugendlichen Sternenkunde näher zu bringen. Neben einer eigenen Astro-AG kooperiert der Verein mit dem Schülerlabor DeltaX des Helmholtz Zentrums Dresden-Rossendorf sowie Bildungseinrichtungen der Stadt Dresden und Umgebung. Darüber hinaus beteiligt er sich auch an einem Bürgerwissenschaftsprojekt des Geo-Forschungszentrums Potsdam zum Thema Lichtverschmutzung.

Seit dem 1. Mai 2023 ist der Sternwarte Dresden-Gönnsdorf e. V. Träger der Sternwarte und Besitzer der Liegenschaft, die er über einen Erbbaurechtsvertrag bewirtschaftet. Die Mitglieder kümmern sich jedoch schon seit 2009 als Interessengemeinschaft unter dem Dach des Vereins zur Förderung der Jugend e. V. um die Sternwarte im Schönfelder Hochland. Sie haben den Sternwartenbetrieb peu à peu ehrenamtlich aufgebaut und weiterentwickelt. Bewirtschaftung und Instandhaltung der Sternwarte erfolgen hauptsächlich aus privaten Spenden, Eigenleistungen der Vereinsmitglieder sowie durch Unternehmen, die in der Region ansässig sind.

Hintergrund

Aus dem Vermögen der Parteien und Massenorganisationen der ehemaligen DDR hat der Freistaat Sachsen im vergangenen Jahr zum sechsten Mal Gelder erhalten. Die Mittel in Höhe von rund 44,4 Millionen Euro hat das Sächsische Kabinett im Februar 2022 auf mehr als 110 Vorhaben verteilt.

Dem Sächsischen Staatsministerium für Regionalentwicklung wurden davon rund 14,65 Millionen Euro für Maßnahmen zugewiesen, die Maßnahmen des Städtebaus und Vorhaben im Ländlichen Raum unterstützen, dem Denkmalschutz dienen und – wie hier bei der Sternwarte – als Zuschüsse für den Erhalt von Gebäuden gedacht sind, die dem Gemeinwohl zur Verfügung stehen.

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