Während es ganz so aussieht, dass der CDU-Antrag, die von der Stadtverwaltung vorgeschlagene Variante für den Umbau der Georg-Schwarz-Straße im Stadtrat zu kippen und dafür einen Umbau ohne Radwege zu forcieren, ist die SPD-Fraktion schon dabei, den Verwaltungsvorschlag noch zu verbessern. Sie wünscht sich an den Leutzsch-Arkaden mehr Sicherheit für die Radfahrer.

Wahrscheinlich läuft es im Leipziger Stadtrat künftig immer deutlicher darauf hinaus, dass ein, zwei Fraktionen versuchen, die alte Vorfahrt für den motorisierten Verkehr immer wieder aufs Tapet zu bringen. Und die anderen entwickeln mit der Verwaltung gemeinsam eine Stadt, in der die umweltfreundlichen Verkehrsarten endlich mehr Raum und eine sinnvolle Vernetzung bekommen. Der STEP Verkehr, der im Herbst 2014 so heiß diskutiert wurde, sieht ja nicht so aus, weil irgendwelche Lobbygruppen sich endlich durchgesetzt haben, der ADFC zum Beispiel, der für eine bessere Fahrradkultur in Leipzig kämpft. Oder der Fuß e.V., der kaum auffällt und eher freundliche Werbung fürs Zu-Fuß-Gehen macht.

Aber selbst die CDU-Fraktion hat mit Stadtrat Konrad Riedel einen Mann, der regelmäßig die Forderungen nach barrierefreien Fußwegen öffentlich macht. Und wie ist das eigentlich mit dem ÖPNV? Wer kämpft eigentlich für den?

Aber all das ist nur Begleitmusik. Denn mittlerweile kann auch die Stadt Leipzig auf 20 Jahre Straßenumbau zurückblicken. Mit guten und mit schlechten Erfahrungen. Und eine dieser Erfahrungen sind: Straßen bekommen kein neues Leben, wenn man sie als Schnellstraßen baut. Häuser bleiben unsaniert, Geschäfte leer. Die Aufenthaltsqualität ist Null. Tatsächlich haben sich jene Umbauprojekte als die erfolgreicheren erwiesen, in denen der Verkehr deutlich entschleunigt wurde. Mit Radwegen, genügend breiten Fußwegen, Baumscheiben und dazwischen angeordneten Parkbuchten. Und seit 2008 immer stärker: Haltestellen am Fahrbahnrand.

Im jetzt von der Verwaltung vorgelegten Entwurf (Variante 1B) ist all das enthalten. Bei der Sanierung der Georg-Schwarz-Straße gemäß der Variante 1B sollen im Abschnitt Philipp-Reis-Straße bis William-Zipperer-Straße (Leutzsch Arkaden) beidseitig Radverkehrsstreifen angelegt werden. Aber die Radstreifen hören an der William-Zipperer-Straße auf. Im Abschnitt William-Zipperer-Straße bis Hans-Driesch-Straße sind keine Radwege geplant. Hier scheint die Straße zu schmal zu sein.

Deswegen versucht die SPD-Fraktion hier wenigstens die Achtsamkeit gegen den Radfahrer zu erhöhen: “Um den Fahrradfahrern auch im Kurvenbereich zwischen William-Zipperer- (Leutzsch Arkaden) und Hans-Driesch-Straße (Leutzscher Rathaus) ein sicheres Vorankommen zu ermöglichen, sollen (…) Radfahr-Piktogramme zwischen den Gleisen aufmarkiert werden. In Berlin, im Bereich der Kastanienallee, wurden damit gute Erfahrungen gemacht”, heißt es im SPD-Antrag dazu.

Das gesamte für 2017 geplante Bauprojekt umfasst den Abschnitt der Georg-Schwarz-Straße zwischen der Philipp-Reis-Straße und der Hans-Driesch-Straße auf einer Länge von ca. 750 m. Der Anfang der Baustrecke befindet sich südlich der Georg-Schwarz-Brücken, das Bauende befindet sich im Zufahrtsbereich der Kreuzung Georg-Schwarz-Straße/Rückmarsdorfer Straße/Hans-Driesch-Straße.

Nur enden auch in Variante 1B die Radwege an der Kreuzung William-Zipperer Straße. Hier muss ein Übergang in den schmaleren Teil der Georg-Schwarz-Straße gefunden werden, der die Situation für Radfahrer (die ja auch aus der Junghanßstraße von den Leutzsch-Arkaden her kommen werden) etwas entschärft und weniger gefährlich macht.

Deswegen hat die SPD-Fraktion eigentlich zwei Punkte beantragt. Das eine sind die Piktogramme zwischen den Gleisen: “Im Kurvenbereich der Georg-Schwarz-Straße im Abschnitt zwischen William-Zipperer- (Leutzsch Arkaden) und Hans-Driesch-Straße (Leutzscher Rathaus) sollen Radfahr-Piktogramme zwischen den Gleisen aufgetragen werden (analog Berlin – Kastanienallee).”

Und das andere ist ein Prüfauftrag. Denn da hier auch die Radfahrer über die Gleise der Straßenbahn müssen, ist die Gefahr, mit den Rädern in die Schienen zu geraten, groß. Wie kann man das so weit wie möglich verhindern? Der Antrag der SPD-Fraktion: “Die Verwaltung prüft den Einsatz von Gummis im Bereich der Straßenbahnschienen am Anfang und am Ende des o.g. Abschnittes, um die Gefahr von Stürzen bei einem Spurwechsel der Fahrradfahrer zu minimieren.”

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