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Ein urbaner Wald für den Leipziger Westen

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    Beschlossen hat es der Oberbürgermeister noch vor Weihnachten am 16. Dezember. Fördermittel sind vom Bundesamt für Naturschutz zugesagt. Der Förderbescheid stammt vom August 2015. Ab Mai können die Landschaftsarbeiten beginnen für einen neuen urbanen Wald, der zwischen dem Bürgerbahnhof Plagwitz und der Schwarzebrücke im Süden entstehen soll.

    Mittendurch geht die Antonienbrücke, die große Brücke, die Kleinzschocher mit Grünau verbindet. Sie ist im Neubau zwar noch nicht fertig, die Fertigstellung ist erst für Herbst geplant. Aber das Gelände selbst ist ja weitgehend frei. Auch die alten Gleisanlagen, die hier einst den Güterverkehr für den Leipziger Westen bündelten, sind demontiert. Die Stadt kann also daran gehen, das ganze Gelände in einen Landschaftspark zu verwandeln.

    Dabei geht man in den beiden Teilen des Geländes unterschiedlich vor. Nördlich der Antonienbrücke soll unter Einbeziehung der vorhandenen Gehölzbestände mit einer Aufforstung eine geschlossene Waldfläche entwickelt werden. Die Erstaufforstungsgenehmigung liegt vor. Wegbegleitend sind raumbildende Baumpflanzungen vorgesehen. Außerdem soll ein Aufenthaltsbereich mit „Hochsitz“ und Informationstafel entstehen. Die Pflanzungen sollen dort im Herbst beginnen.

    Der nördlich der Antonienbrücke geplante urbane Wald. Karte: Stadt Leipzig / Stadtplanungsamt
    Der nördlich der Antonienbrücke geplante urbane Wald. Karte: Stadt Leipzig / Stadtplanungsamt

    Da aber nördlich der Antonienbrücke kleine Teilflächen des Urbanen Waldes durch die Baustelle Antonienstraße noch bis März 2017 in Anspruch genommen werden, sind dort die Pflanzmaßnahmen im Frühjahr 2017 geplant. Stadtplanungsamt und Verkehrs- und Tiefbauamt haben vereinbart, den zeitlichen Bauablauf wegen der geringen Überschneidung weiter eng abzustimmen.

    Im Teil südlich der Antonienbrücke will man hingegen der Natur ihren Lauf lassen.

    „Südlich der Antonienbrücke können mit Rücksicht auf den hohen ökologischen Wert keine Aufforstungen erfolgen“, heißt es in der Verwaltungsvorlage zu dem 57.000 Quadratmeter großen Gesamtgelände. „Die Sukzession auf den Gleisflächen wird durch wegbegleitende Baumpflanzungen ergänzt. Das Gelände wird damit noch lange Zeit einen weiten, offenen Charakter behalten, der sich langsam zu einem lichten Wald entwickelt. Am Westrand wird im Verlauf der ehemaligen Baustraße ein neuer Fuß-/Radweg (zugleich Wirtschaftsweg Stadtforst) angelegt, der eine durchgehende Verbindung von der Eythraer Bahnschneise bis zur Antonienbrücke und dann weiter zur Ladestraße West im Norden schafft.“

    Sukzession ist in diesem Fall schlicht die Umschreibung dafür, dass man sich diesen Lebensraum von selbst entwickeln lässt, schön sukzessiv.

    Blick ins südliche Gelände mit einer qualmenden Dampflok im "Eisenbahnmuseum Bayrischer Bahnhof". Foto: Ralf Julke
    Blick ins südliche Gelände mit einer qualmenden Dampflok im „Eisenbahnmuseum Bayrischer Bahnhof“. Foto: Ralf Julke

    Weiter heißt es: „Innerhalb der ehem. Gleisflächen verlaufen bereits Wege auf alten Gleistrassen die durch kurze Anbindungen ergänzt werden sollen. Im Bereich der Einmündung der Rolf-Axen-Straße wird ebenfalls ein Aufenthaltsbereich mit ‚Hochsitz‘ und Informationstafel geschaffen.“

    Man könnte natürlich fragen: Warum dann dieser etwas langsamere Weg?

    Aus Rücksicht. Denn: „Der gesamte Bereich ist naturschutzfachlich wertvoll und weist eine große Population von Zauneidechsen (streng geschützt nach FFH-Richtlinie Anhang IV) auf, ca. 1,2 ha sind als Halbtrockenrasen-Biotop nach § 21 SächsNatSchG geschützt, außerdem sind ca. 1,4 ha als Ausgleichsflächen planfestgestellt.“

    Die Kosten für das Gesamtprojekt werden auf 287.376 Euro beziffert. Darin enthalten sind auch 40.000 Euro für einen Schutzzaun für den urbanen Wald, damit sich das kleine Holz in den nächsten Jahren erst einmal ordentlich entwickeln und entfalten kann.

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