Im August soll endlich die Sanierung der ehemaligen 3. Schule beschlossen werden

Noch wird das Gebäude der ehemaligen 3. Schule in der Bernhard-Göring-Straße 107 in der Südvorstadt als Unterkunft für Asylbewerber genutzt. Aber ab 2017 soll der alte Plattenbau, der ursprünglich sogar abgerissen werden sollte, endlich saniert werden. Die Stadt ist schon längst im Verzug. Denn in der Südvorstadt laufen den Planern die Bevölkerungszahlen davon.

Ab kommendem Jahr soll das Gebäude nun endlich modernisiert sowie die Außenanlagen neu gestaltet werden. Die Baumaßnahme für fast 6 Millionen Euro soll im Juni 2018 abgeschlossen sein. Die Verwaltungsvorlage der Dezernate Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule sowie Stadtentwicklung und Bau wurde Ende Juni auf den Weg gebracht. Der entsprechende Beschluss ist in der August-Ratsversammlung vorgesehen.

Die Schule liegt in der Südvorstadt und wurde 1970 erbaut. Der Plattenbau wird komplett modernisiert und so für eine drei- bis vierzügige Grundschule mit maximal 448 Schülern und Hortnutzung hergerichtet.

„Das Schulgebäude der ehemaligen 3. Schule wird dringend benötigt“, betont denn auch Sozialbürgermeister Thomas Fabian. „Die Bevölkerungsprognose zeigt uns für diesen Einzugsbereich einen Bedarf von acht bis neun Klassen pro Jahrgang. Neben dem fünfzügigen Neubau der 3. Schule ist deshalb der Bedarf für eine weitere Grundschule vorhanden.“

Eigentlich war die Sanierung ein Jahr früher geplant. Aber dann musste die Stadt das Gebäude vorübergehend als Asylbewerberunterkunft aktivieren. Was jetzt in den beiden kommenden Schuljahren zu einigen Engpässen und Kompromissen führen wird.

Denn schon mit „dem Schuljahr 2016/17 ist die Aufnahmekapazität im gemeinsamen Schulbezirk erschöpft.“

Das sind auch schon mit Schuljahresbeginn rappelvolle Klassen, wahrscheinlich sogar mehrere überfüllte Klassen. Denn in der Bevölkerungsplanung ist ja ein Faktor noch nicht berücksichtigt: „Hierbei sind jedoch noch nicht die Bedarfe abgebildet bzw. berücksichtigt worden, die sich aus der aktuellen Flüchtlings- und Migrationsentwicklung ergeben. Zu dieser Problematik gibt es noch kein verlässliches Zahlenmaterial.“

Da wird es dann zum Schuljahresstart einige Überraschungen geben – und mit Sicherheit einige hektische Betriebsamkeit, wie man diese zusätzlichen Kinder nun mit unterrichten kann.

Und im nächsten Schuljahr geht das Provisorium weiter. Denn eigentlich hatte da ja das alte Schulgebäude schon wieder nutzbar sein sollen. Wird es aber nicht.

Also muss man die ersten der neu zu bildenden Klassen irgendwie noch mit in die neu gebaute 3. Grundschule im Nordteil des Geländes stopfen. Das deutet die Vorlage des Sozialdezernats erst mal ganz vorsichtig an: „Mit der Bildung von max. drei ersten Klassen zum Schuljahresbeginn 2017/18 für die neue Grundschule (Plattenbau) in dem Schulgebäudekomplex der 3. Schule in der Scharnhorststraße 24 wird es für ein Schuljahr, bis zur Baufertigstellung der neuen Schule zum Schuljahresbeginn 2018/19, eine verstärkte Doppelnutzung zwischen Schule und Hort geben.“

Und das wird auch noch nicht reichen, um die „bis zu drei“ neu gebildeten ersten Klassen aufzunehmen. Also kommt ein gut bekanntes Aushilfsmittel zum Einsatz: Container. „Um schnellstmöglich auf die steigenden Grundschulbedarfe reagieren zu können, müssen ab dem Schuljahr 2017/18 im Gebäudekomplex der 3. Schule (Neubau – Scharnhorststr. 24) und dem  dazugehörigen Raumsystem (Container) bereits erste Klassen für die neue Schule (Plattenbau) an der B.-Göring-Straße 107 eingerichtet werden.“

Gebaut werden kann freilich erst ab Januar 2017, denn bis Dezember wird das Gebäude mit seinen 186 verfügbaren Plätzen noch als Asylbewerberunterkunft genutzt.

Baubürgermeisterin Dorothee Dubrau: „Das Schulhaus wird komplett modernisiert – von den Fußböden über die technischen Anlagen und den Brandschutz bis zu den Fenstern soll alles erneuert werden. Außerdem wird es genauso wie die neu zu gestaltenden Außenanlagen barrierefrei.“

Das Gebäude werde auch entsprechend den heutigen Unterrichtsanforderungen konzipiert. Neue pädagogische Konzepte könnten dann optimal umgesetzt werden. Das Gebäude werde nach der Sanierung barrierefrei sein. Der Hortbereich könne künftig besser in das Ganztagskonzept der Schule eingebunden werden.

Aber in den 6 Millionen Euro wird wahrscheinlich ein Baustein aus diesem Komplex noch nicht enthalten sein. Denn geplant ist auch der Abriss der bestehenden Sporthalle und ein entsprechender Ersatzneubau. Dazu will die Stadtverwaltung noch einen separaten Beschlusstext für den Stadtrat vorlegen.

Die Stadtratsvorlage zur Sanierung des Schulgebäudes.

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