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Grüne beantragen, das Völkerschlacht-Panorama jetzt für mindestens zehn Jahre zu sichern

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    2013 war es der große Hingucker zum 200. Jahrestag der Leipziger Völkerschlacht: Yadegar Asisis Panorama „Leipzig 1813“. Die Besucher bestaunten es nicht nur, weil es am Horizont und in den Straßen die Völkerschlacht zeigte, sondern weil sie gleich auch noch die ganze Stadt im Jahr 1813 bekamen. 2015 stimmte dann der Stadtrat zu, dieses Panoramabild dauerhaft in Leipzig zu zeigen. Seitdem aber war Stille im Land. Aber ein Grundstück ward gefunden.

    Jetzt ist es an der Zeit, den Beschluss von 2015 auch umzusetzen, finden die Grünen.

    „Der Stadtrat hat sich vor zwei Jahren mit klarer Mehrheit für die Wiedererrichtung des Völkerschlachtpanoramas von Asisi ausgesprochen. Voraussetzung war dabei, dass die Stadt selbst kein Geld für Errichtung und Betreibung aufbringen muss, sondern dies stattdessen durch die Suche nach einem geeigneten kommunalen Grundstück und bei einer späteren Errichtung durch eine Kooperation im Stadtmarketing und in den musealen Völkerschlachtgedenken unterstützt“, stellt die Grünen-Fraktion in einem Antrag fest, mit dem sie die Verwaltung dazu bringen möchte, das Ganze auch bald umzusetzen. „Seit dem Stadtratsbeschluss wurden zahlreiche Gespräche geführt und Überlegungen für einen potenziellen Standort in der Nähe des Völkerschlachtdenkmals angestellt.“

    Gefunden werden konnte tatsächlich ein Standort am Rande der Alten Messe, der aus Sicht der Antragsteller überaus geeignet ist, da dieser nicht nur in fußläufiger Entfernung zum Völkerschlachtdenkmal ideale Kooperationsmöglichkeiten böte, sondern auch an der Sichtachse zwischen Völkerschlachtdenkmal und Neuem Rathaus liegt und so eine optische Vernetzung zwischen Denkmal, Ausstellung und Panorama garantiert. Zudem wäre eine verkehrliche Anbindung über die S-Bahn, die LVB und die Parkplätze auf der Alten Messe optimal gesichert.

    Dieses Grundstück ist das Plateau gleich neben der Fußgängerbrücke, die vom Gelände der Alten Messe zum Völkerschlachtdenkmal führt.

    „Das Flurstück in Gänze, die Sichtachse von der Baumallee auf der Alten Messe bis hin zum Park vor dem Völkerschlachtdenkmal inklusive des Plateaus an der Messeallee, gilt als anerkanntes Gartendenkmal. Perspektivisch ist der Neubau der abgerissenen Brücke über die S-Bahn-Strecke und die Restaurierung des großzügigen Plateaus vor der Brücke geplant. Letzteres ist jedoch auch in den nächsten Jahren nicht finanziell gesichert und wird wohl weiter auf sich warten lassen“, stellen die Grünen fest. Hier also könnte durchaus ein Panorama stehen. „Aufgrund des Denkmalschutzstatus ist das Grundstück nicht für eine dauerhafte Bebauung geeignet, im Gegensatz zu anderen auf der Alten Messe befindlichen Grundstücken ist es somit auch im Zusammenhang mit den Eigentümerzielen nicht vermarktbar. Eine zeitweilige Nutzung des Plateaus für die Aufstellung einer begehbaren Kunst-Skulptur sollte genehmigungsrechtlich möglich sein. Ähnliches wurde bereits in anderen Städten wie beispielsweise zur Errichtung einer Rotunde für das Pergamon-Panorama von Asisi auf der Museumsinsel in Berlin realisiert.“

    Das wäre die Gelegenheit für Leipzig, zumindest für einige Jahre ein festes Völkerschlacht-Panorama zu bekommen.

    „Aus diesem Grund sollte die Chance genutzt werden, ohne bauliche Einschränkung der Sichtachse, die kulturelle Nutzung des Plateaus einem interessierten Investor zu ermöglichen, um dadurch u. a. einen bedeutsamen Mehrwert hinsichtlich des Stadtmarketings sowie der späteren Finanzierbarkeit der grundhaften Sanierung des Gartendenkmals zu erreichen“, finden die Grünen. „Bei einem Denkmalbeitrag von beispielsweise 0,50 € würden bei einer geschätzten Besucherzahl von 200.000 p.a. jährliche Einnahmen für die Stadt für die spätere Sanierung des Gartendenkmals von 100.000 € erwartet werden.“

    Das Panorama würde einen wichtigen Aspekt der Leipziger Geschichte dauerhaft sichtbar machen. Anderswo funktioniert das ganz gut.

    „Mehrere Städte verfügen mittlerweile über ein Stadtpanorama von Asisi, andere versuchen, dies in die Wege zu leiten. In Dresden kann man Dresden im Barock sowie das kriegszerstörte Dresden betrachten, Wittenberg zeigt sein Stadtpanorama zu Zeiten der Reformation, das französische Rouen verfügt über ein Stadtpanorama zu Zeiten des hundertjährigen Krieges und der Epoche von Jeanne d’Arc, Konstanz bereitet den Weg zur Errichtung eines Stadtpanoramas zu Zeiten des Konzils vor“, zählen die Grünen auf, was Yadegar Asisi mit seiner Lust am Panorama schon alles ausgelöst hat. „Leipzig, als Heimat des Panoramakünstlers Yadegar Asisi verfügt erfreulicherweise über das einzigartige und weitbekannte Premierenhaus mit wechselnden und meist neuen Themen, das Panometer. Zum Völkerschlachtjubiläum 2013 wurde dort das Panorama Leipzig 1813 gezeigt, anschließend aber für die Ausstellung anderer Premierenbilder wieder entfernt. Eine Renaissance kann das Bild nur an anderer Stelle erfahren, zumal ein Stadtpanorama langfristig genutzt und ausgestellt werden müsste, um dauerhaft einen touristischen Mehrwert für das Stadtmarketing zu haben.“

    Was hätte Leipzig vom dauerhaften Völkerschlacht-Panorama?

    Die Grünen: „Leipzig könnte mittels einer Realisierung des Völkerschlachtpanoramas an dieser Stelle das Glück haben, über zwei Standorte der international bekannten und beachteten Panoramen von Yadegar Asisi zu verfügen. Dies wäre nicht nur eine weitere enorme Bereicherung für das städtische Kulturgeschehen und das nationale und internationale Stadt- und Tourismusmarketing sondern gleichzeitig auch eine enorme Aufwertung des Standortmarketings für das Entwicklungsprojekt ‚Alte Messe‘.

    Im Maßstab 1:1 nähert sich das Panorama auf etwa 3.500 qm der Stadt Leipzig unmittelbar nach Ende der Völkerschlacht am 19. Oktober 1813. Der Betrachter steht wie auf dem Dach der Thomaskirche am westlichen Rand der damaligen Stadt und verfolgt das Geschehen im Zentrum sowie im Umland, wo die heftigsten Kämpfe stattfanden. Dieses wichtige europäische Ereignis wurde aus der Perspektive von Leipzig und seiner Bürger dargestellt.

    In der Architektur von 1813 präsentiert Asisi das vergleichsweise unversehrte Leipzig, das in Folge der Kämpfe über 90.000 Tote und Verwundete sowie eine Vielzahl Gestrandeter aus den zerstörten Dörfern ringsherum zu bewältigen hat. Es herrscht Gedränge und Aufruhr in den Gassen und auf den Plätzen, rund um die einziehenden Siegertruppen, die abziehenden Franzosen und die zig Notleidenden.“

    Der Beschlussvorschlag der Grünen

    Für mindestens zehn Jahre sollte das Grundstück an der Alten Messe für das Panorama gesichert werden.

    „Der Oberbürgermeister wird vom Stadtrat beauftragt, per Gesellschafterweisung über die LEVG GmbH für das Flurstück 159/104 in der Straße des 18. Oktober die Erarbeitung eines zeitlich begrenzten, aber mindestens 10-jährigen Nutzungsvertrages mit der Asisi Panorama GmbH oder einem entsprechend interessierten Investor zu verhandeln. Ziel und Bedingung des Nutzungsvertrages soll die Errichtung und Betreibung einer etwa 30 m hohen und durchmessenden Rotunde außerhalb der Sichtachse Völkerschlachtdenkmal-Neues Rathaus als „Kunst-Skulptur“ zur Ausstellung des ehemals im Panometer gezeigten Völkerschlachtpanoramas von Asisi sein.

    Der Betreiber verpflichtet sich zudem, sämtliche Kosten für Errichtung und Betreibung des Panoramas zu tragen. Des Weiteren soll geprüft werden, einen symbolischen Denkmal-Beitrag (z.B. 0,50 € pro Besucher) für die spätere umfassende Sanierung des Gartendenkmals in dem Nutzungsvertrag festzuschreiben.“

    Die zusammengefassten Argumente für die Ansiedlung des Völkerschlachtpanoramas von Asisi am Standort Alte Messe

    „Wiedererrichtung des Völkerschlachtpanoramas Leipzig 1813 von Yadegar Asisi zusätzlich zum Premierenhaus von Asisi im Panometer,

    Bereicherung für das nationale und internationale Tourismusmarketing der Stadt Leipzig,

    Bereicherung für das städtische Kulturgeschehen,

    Vernetzung des Völkerschlachtgedenkens aus Denkmal, Ausstellungen und Panorama,

    Aufwertung des Standortmarketings für das Entwicklungsprojekt ‚Alte Messe‘ ohne Nutzung eines vermarktbaren Grundstücks,

    Einnahmen aus angemessenem Denkmalbeitrag ohne signifikanten Aufwand und Sicherung der notwendigen investiven Mittel zur perspektivischen grundhaften Sanierung des Gartendenkmals,

    optimale verkehrliche Anbindung des Standortes durch S-Bahn, LVB, Rad und Pkw sowie optische wie fußläufige Anbindung an das Völkerschlachtdenkmal.“

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