Immer wieder waren auch Schleußig und Plagwitz in den letzten Jahren Thema in der Verkehrsdebatte. Das Gebiet um die Erich-Zeigner-Allee vor allem wegen der wilden Parksituation und der fehlenden Radfahrstreifen. Und als der Stadtrat über Tempo 30 vor Schulen debattierte, ging es auch um die Schule in der Erich-Zeigner-Allee. Aber was ist dort passiert? Die Grünen-Fraktion hat deshalb extra nachgefragt.

„Im April 2014 wurde vom Stadtrat beschlossen, die Einrichtung von Tempo 30 vor Kitas und Schulen zu prüfen und wo möglich auch einzurichten. Mittlerweile hat der Bund die Einrichtung dieser Tempo-30-Zonen, auch an Hauptverkehrsstraßen, noch einmal deutlich durch eine Novellierung der StVO vereinfacht und mittels einer Durchführungsverordnung konkretisiert“, stellt die Fraktion in ihrer Anfrage fest.

Und eigentlich wäre die Erich-Zeigner-Allee ja Kandidat Nr. 1 für so eine Tempo-Zone. Ist da überhaupt etwas passiert?

„Bei der Erich-Zeigner-Allee handelt es sich grundsätzlich um eine Vorfahrtstraße mit einer erheblichen Verkehrsbedeutung im Straßennetz der Stadt Leipzig. Entsprechend der Bedeutung sollen die Hauptverkehrsstraßen mit der innerorts üblich zulässigen Geschwindigkeit von 50 km/h befahren werden können“, teilt das Dezernat Stadtentwicklung und Bau nun mit.

„Der auch in diesem Bereich hohe Parkdruck führt zum Teil zu Behinderungen des fließenden Verkehrs, was allerdings an vielen innerörtlichen Stellen der Fall ist und daher keine besondere Situation darstellt. Der Verwaltung liegen keine Informationen über eine erhöhte Unfalllage vor, so dass davon ausgegangen wird, dass die Situation von allen Verkehrsteilnehmern gut eingeschätzt werden kann und beherrscht wird.“

Trotzdem hat das Verkehrsdezernat dort einiges unternommen, um die Situation gerade vor der Schule etwas sicherer zu machen.

„Dessen ungeachtet wurden im Umfeld der Erich-Zeigner-Grundschule bereits zusätzliche Maßnahmen umgesetzt, um insbesondere die Schulwegsicherheit zu verbessern. So wurden auf Grundlage des Ratsbeschlusses zur Einrichtung von Tempo-30-Zonen vor Schulen, Kitas und Horten im Abschnitt zwischen Amalienstraße und Weißenfelser Straße Tempo 30 angeordnet. Um im Bereich der an der Schule gelegenen Fußgängersignalanlage das ordnungswidrige Parken und Befahren des Gehweges zu verhindern sowie die Sichtbeziehungen zu verbessern, wurden zudem ein Absperrbügel und vier Fahrradbügel errichtet“, zählt das Dezernat auf.

„Auch die Situation beim Bringen und Holen der Schüler konnte durch die Anordnung eines zeitlich eingeschränkten Halteverbotes (Mo-Fr, 7-9 h, 15-17 h) im Bereich der Weißenfelser Straße verbessert werden. Auf ca. 35 m können Eltern hier mit ihren Pkw’s zum Ein- oder Aussteigen halten. Darüber hinaus werden vom Ordnungsamt regelmäßig Verkehrsüberwachungsmaßnahmen durchgeführt, um ein ordnungswidriges Parken zu ahnden.“

Aber da gibt es ja noch ein Altenheim und Kindergärten in der Ecke, hatte die Linksfraktion angemerkt. Warum wurde da kein Tempo 30 angeordnet?

„Auf Grundlage des Beschlusses RBV-2023/14/ zur Einrichtung von Tempo-30-Zonen vor Schulen, Kitas und Horten wird, dort wo es rechtlich möglich ist, eine Tempo-30-Regelung eingeführt“, merkt das Dezernat dazu an.

„Allerdings ist es erforderlich, dass an allen Standorten (300 Kindertagesstätten und Horte, über 70 Grundschulen und über 60 Oberschulen, Förderschulen und Gymnasien) Einzelfallprüfungen durchgeführt werden. Die Prüfung der angefragten Einrichtungen wird in Abhängigkeit der Personalsituation sukzessive abgearbeitet. Ein genauer Zeitrahmen für die Einrichtungen in der Erich-Zeigner-Allee kann aufgrund des Gesamtumfanges aller Standorte derzeit noch nicht benannt werden.“

Und natürlich fehlen in der vielbefahrenen Straße noch Radfahr-Schutzstreifen. Auch das war schon Stadtratsthema. Aber bis es dazu überhaupt eine Aussage gibt, wird es noch dauern, vertröstet das Dezernat.

„Die Prüfung zur Anordnung von Schutzstreifen in der Erich-Zeigner-Allee konnte leider noch nicht abgeschlossen werden. Da es diesbezüglich noch erheblichen Abstimmungsbedarf gibt, können konkrete Ergebnisse erst Ende des 1. Halbjahrs 2018 benannt werden.“

Das ist ja bald.

Radfahrstreifen in der Erich-Zeigner-Allee sollen erst mal amtlich geprüft werden

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