Breite weiße Streifen sollen rücksichtslosen Autofahrern zeigen, wo am Krankenhaus geparkt werden darf

Verkehrsdezernat hält ein Parkverbot vorm Diakonissenhaus für nicht umsetzbar

Für alle LeserDer Stadtbezirksbeirat Leipzig-Altwest beantragte im Dezember ein striktes Halte- und Parkverbot vor dem Diakonissenkrankenhaus. Immer wieder kommt es zu regelrechten Straßenbahnstaus, weil ein Krankenhausbesucher sein Auto auf den Gleisen geparkt hat. Aber kann man da ein generelles Parkverbot verhängen? Das Dezernat Stadtentwicklung und Bau schlägt etwas anderes vor.

„In dem Antrag wird ausgeführt, dass es in der Georg-Schwarz-Straße auf Höhe des Diakonissenhauses aufgrund zu nah an den Straßenbahngleisen parkender Autos vermehrt zu Störungen im Linienverkehr der Straßenbahnlinie 7 kommt. Aus diesem Grund soll ein Halteverbot zwischen der Einfahrt des Krankenhauses und der Diakonissenstraße eingerichtet werden“, kommentiert es den Antrag aus dem Stadtbezirksbeirat, den dieser als Wichtige Angelegenheit ins Verfahren eingebracht hat. Normalerweise dürfen Stadtbezirksbeiräte ja keine Anträge stellen. Aber sie können Themen, die den Bewohnern des Stadtteils auf den Nägeln brennen, als Wichtige Angelegenheit an den Stadtrat weitergeben.

Im Fall der Georg-Schwarz-Straße vor dem Diakonissenkrankenhaus vermag aber jetzt das auch für Verkehr zuständige Dezernat erst einmal kein Problem zu sehen.

„Der Abstand zwischen der Außenkante des Gleises und dem Bord liegt bei 2,70 m, teilweise sogar darüber. Der Abstand ist somit zum Parken ausreichend“, befindet das Dezernat. „Zum Parken werden 2,00 m benötigt. Der geforderte freizuhaltende Abstand von der Parkfläche zu den Gleisen beträgt aufgrund des in diesem Abschnitt geraden Verlaufs der Georg-Schwarz-Straße 0,70 m. Damit ist das Parken in dem Bereich erlaubt und kann aufgrund fehlender Ermächtigungsgrundlagen nicht unterbunden werden.“

Also rein bautechnisch ist alles in Ordnung. Aber was technisch in Ordnung ist, muss in der Realität trotzdem nicht funktionieren. Denn mit einem rechnen auch Verkehrsplaner fast nie: der alltäglichen Gedanken- oder auch Rücksichtslosigkeit von Menschen, die im Tunnelblick durch ihr Leben fahren. Und davon gibt es immer mehr.

Was das Dezernat auch zugesteht: „Zu den Beeinträchtigungen des Linienverkehrs kommt es, wenn Kfz nicht ordentlich am rechten Straßenrand abgestellt werden.“

Aber was kann man gegen unordentliche und gedankenlose Menschen und ihre Autos tun?

„Um dahingehend eine Verbesserung der Situation zu schaffen, wird die Verwaltung mit der Prüfung von Markierungen von Parkstreifen beauftragt. Diese sind 2,00 m breit und sollen den Verkehrsteilnehmern verdeutlichen, bis zu welchem Abstand zum Bord geparkt werden kann“, schlägt das Verkehrsdezernat jetzt als Alternative vor. Schöne breite Streifen, die den Gedankenlosen zeigen, ob ihr Auto ordentlich am Fahrbahnrand geparkt ist oder mal wieder halb auf den Schienen.

Wobei es ja nicht nur um die Breite des Parkstreifens geht, sondern auch um den Abstand zur Haltestelle, den viele Autofahrer schon aus Tradition nicht ernst nehmen.

Sodass der alternative Beschlussvorschlag nun lautet: „Die Verwaltung wird beauftragt, im ersten Quartal 2019 in dem in Rede stehenden Bereich die Markierung von Parkstreifen zu prüfen, um die Stellen zu verdeutlichen, in denen geparkt werden kann, ohne den Fahrbetrieb der Straßenbahn zu beeinträchtigen.“

Stadtbezirksbeirat Altwest beantragt ein striktes Parkverbot vorm Diakonissenkrankenhaus

Georg-Schwarz-StraßeDiakonissenkrankenhaus
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