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Der Freistaat ist von einem echten Auenprogramm für Leipzig noch meilenweit entfernt

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    Seit Jahren fordern die Leipziger Umweltverbände gemeinsam Szenarien zu entwickeln, die Auenrevitalisierung und Hochwasserschutz verknüpfen. Doch immer, wenn es konkret wird, bleibt es beim Althergebrachten: Die komplette Aue wird seit Jahrzehnten trockengehalten. Ende Juni soll eine Analyse der Landestalsperrenverwaltung veröffentlicht werden, die verschiedene Flutungen der Nordwestaue simuliert. Dies wurde vorab in der LVZ präsentiert.

    „Von dem Ergebnis der Studie sind wir nicht überrascht. Allerdings hätten wir uns einen zeitgemäßen und konkreteren Ansatz unter Beteiligung der Umweltverbände gewünscht und weniger Alibi-Interpretationen, die den Auenverlust vorantreiben“, sagt Martin Hilbrecht, Vorsitzender des BUND Leipzig. „Offenbar sind die Untersuchungen so angelegt, dass theoretisch alle Auenbereiche überflutet werden sollen, was Konflikte mit dem Hochwasserschutz vorprogrammiert. Mit solchen Aussagen werden werden noch vor Erscheinen der Studie Ängste geschürt. Schon die Bemerkung, dass die Umweltverbände ‚alle‘ Deiche weghaben wollen und dadurch hundert Häuser unter Wasser stehen würden, ist falsch.“

    Durch Höhenabstufungen in der Aue werden nicht alle Bereiche überflutet. Im Zusammenspiel mit dem natürlichen Wasserdargebot entsteht daraus ein vielfältiges Auen-Mosaik. Auch wenn die Studie noch nicht veröffentlicht ist, ist sich der Umweltverband sicher, dass sich wirkungsvolle Auenszenarien entwickeln lassen, die mit Hochwasserschutz vereinbar sind. Die Vorabbekanntmachung in der LVZ zeigt allerdings, dass Stadt und Freistaat von einem echten Auenprogramm noch weit entfernt sind.

    Der BUND Leipzig kritisiert, dass das Staatliche Umweltfachamt Leipzig vor 20 Jahren schon weiter gewesen ist. Dessen Szenario mit partiellem Deich-Rückbau stand sogar als wirtschaftliche und ökologische Vorzugsvariante im Hochwasserschutz-Konzept 2004. Offenbar wurde es auch in der aktuellen Studie nicht aufgegriffen.

    „Wenn die rechtsseitigen Luppe-Deiche bis Modelwitz belassen werden, die Abflussbarriere der B186 überbrückt und Löcher in der Modellierung im Leutzscher Bereich geschlossen werden, ergibt sich ein ganz anderes Wasserausbreitungsbild. Mit Öffnung der Deiche am Binnendelta der Alten Luppe nahe Schlobachshof werden die alten Abflussbahnen der Aue reaktiviert und der Rückstau nach Süden in Richtung Gundorf reduziert. Mit Verwallungen ließen sich beispielsweise die Sportplätze und Kleingärten am Auenrand schützen, die 2011 und 2013 unter Wasser standen. Bei gleichzeitiger Umsetzung der damals vorgeschlagenen Maßnahmen im und am Poldergebiet wäre man bei allen Hochwasser-Ereignissen gut gerüstet und hätte ökologische Vorteile“, fasst der Vorsitzende des BUND Leipzig zusammen.

    „Verglichen mit der jetzigen Poldersteuerung der südlichen Luppe-Aue, mit Trockenhalten und schlagartiger Flutung noch unterhalb des Bemessungshochwassers ist das damalige Szenario empfehlenswerter. Insgesamt könnten so mehr als zehn Quadratkilometer Aue und ihre Gewässerstrukturen revitalisiert werden.“

    Wer Nahle und Neue Luppe nicht zu lebendigen Flüssen macht, rettet in der Nordwestaue gar nichts

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