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Im Kulkwitzer See fehlen rund 1 Million Kubikmeter Wasser

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    Die eine oder andere Zeitung machte gleich ein Drama um den Kulki draus. Und natürlich ist es ein Drama. Aber es ist dasselbe Drama, das auch Teiche, Flüsse und Grundwasser betrifft. Wenn es so wenige Niederschläge gibt wie seit 2018, trocknen auch die Grundwasserleiter aus. Also bekommt auch der Kulkwitzer See keine Grundwasserzuflüsse mehr. Der Wasserspiegel sinkt.

    Es war die SPD-Fraktion, die bei der Stadtverwaltung angefragt hatte und wissen wollte, wie es dazu kommt, dass der Wasserspiegel des Tagebausees für alle Nutzer sichtbar deutlich abgesunken ist.

    Das Dezernat Umwelt, Ordnung, Sport bestätigt jetzt das unübersehbare Phänomen und erklärt auch, warum das so kommen musste.

    „Der Wasserspiegel im Kulkwitzer See ist stark von den Niederschlagsbedingungen abhängig und ,antwortet‘ relativ schnell auf Niederschläge oder Trockenheit“, teilt das Dezernat mit und hat auch Zahlen zu aktuellen Messungen: „Die Stadtverwaltung kann bestätigen, dass sich der See augenscheinlich um ca. 70 cm abgesenkt hat. Die Wasserstände werden regelmäßig vom Landesamt für Umwelt, Landwirtschaft und Geologie erfasst. Hier spiegeln sich auch die extrem geringen Niederschläge sowie die hohen Temperaturen mit einhergehender starker Verdunstung in 2018. Wasserstandsmessungen werden durch die Stadtverwaltung Leipzig nur im Rahmen von Stichtagsmessungen, so letztmalig in den Jahren 2012 und 2017, durchgeführt. Die Messungen selbst ergaben für den Kulkwitzer See keine wesentlichen Unterschiede.“

    Was eben bedeutet: Wenn die Niederschlagsmenge im Raum Leipzig den üblichen Jahresdurchschnitt erreicht, füllen sich auch die natürlichen Grundwasserleiter und der Kulkwitzer See behält seinen stabilen Normalwasserstand.

    Besorgt zeigte sich die SPD freilich auch zu den „ökologischen und tourismuswirtschaftlichen Folgen einer dauerhaften Absenkung des Wasserspiegels“.

    Das Umweltdezernat zeigt sich darüber freilich derzeit noch nicht besorgt.

    „Der Kulkwitzer See besitzt ein gutes ökologisches Potential“, betont es in seiner Antwort. „Ökologische und touristische Folgen sind bei einem temporären Rückgang des Wasserspiegels, was aufgrund des trockenen Jahres 2018 hier vermutlich der Fall ist, vernachlässigbar. Unabhängig davon wird der Wassertourismus auf dem Kulkwitzer See bereits jetzt im wasserrechtlichen Vollzug streng reglementiert, um die Gewässerverträglichkeit zu gewährleisten.“

    Und da die SPD auch noch einmal extra zur Absenkung des Wasserspiegels und der Ursache dafür fragte, erklärt es das Dezernat noch etwas genauer: „Wie bereits unter Frage 1 benannt, ist die Absenkung des Wasserspiegels im Kulkwitzer See vorrangig auf die Trockenheit in 2018 zurückzuführen. Es war das trockenste Jahr seit Beginn der Niederschlagsaufzeichnungen. Zudem war es sehr heiß, die Verdunstung von der Seefläche damit sehr hoch. Die Grundwasserleiter haben sich, trotz vergangener Regenereignisse, noch nicht wieder vollständig gefüllt. Es herrscht nach wie vor, flächendeckend im gesamten Freistaat Sachsen, ein Wasserdefizit im Oberflächen- und Grundwasser. Künstliche Eingriffe (wie z. B. Abpumpen von Grundwasser) werden grundsätzlich ausgeschlossen.“

    Was eben auch bedeutet, dass der Kulkwitzer See, wenn es weiter bei solchen Niederschlagsdefiziten bleibt, auch dauerhaft weniger Wasserfüllung hat. Für die Badelustigen wird so auf jeden Fall schon einmal sichtbar, was heißere und trockenere Jahre, die der Klimawandel für Sachsen mit sich bringt, für eins der beliebtesten Badegewässer direkt bedeuten.

    Die SPD-Fraktion wollte trotzdem wissen, wie man den See wieder auf Normalmaß bringen könnte: „Welche Maßnahmen sind aus fachlicher Sicht der Stadtverwaltung denkbar, um den Wasserspiegel am Kulkwitzer See zu stabilisieren? Wie sind solche Maßnahmen grob nach Kosten, weiteren Folgewirkungen und Genehmigungsfähigkeit zu beurteilen?“

    Aber das wäre, wie es aussieht, reine Geld- und Wasserverschwendung. Das Umweltdezernat betont: „Der Kulkwitzer See wird durch Grundwasser gespeist. Würde man z. B. das derzeitige Defizit von ca. 1 Million Kubikmeter Wasser mit Wasser aus dem öffentlichen Trinkwassernetz ausgleichen wollen, würden Kosten in Höhe von ca. 2 Millionen Euro entstehen. Andere Quellen zur Auffüllung des Kulkwitzer Sees gibt es nach Kenntnislage nicht.“

    Und dann würde das Wasser trotzdem wieder verdunsten bei heißen Sommertemperaturen und Wochen ohne den nötigen Regen.

    Eine Sorge hatte die SPD-Fraktion noch: „Sind der Stadtverwaltung Raumplanungen in der Umgebung bekannt, welche in absehbarer Zukunft einen weiteren Einfluss auf den Grundwasserleiter zum See haben könnten? Falls ja, welche sind das und in welcher Dimension kann nach heutigen Erkenntnissen der Einfluss eingeschätzt werden?“

    Aber die Antwort fällt kurz und knapp aus: „Der Stadtverwaltung Leipzig sind keine diesbezüglichen Raumplanungen bekannt.“

    Grillen ist auch am Kulki nur erlaubt, wenn dadurch die Umgebung nicht beschädigt wird

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    2 KOMMENTARE

    1. Tourismus – es ist einfach unglaublich. Es gibt ein paar Camper (vor allem Dauercamper) und Taucher. Alles andere ist Naherholung. Naherholung. Und nocheinmal: Naherholung. Wobei die Wiederholung für diejenigen, die nicht lesen können oder wollen und die Tatsachen ignorieren, für die Katz ist.
      Ich finde es unglaublich, daß diejenigen, die sich über Trump und sonstige Fake-Verbreiter (zu Recht) aufregen, beim „Tourismus“ nichts anderes tun.

      Und wer im Kulkwitzer See seine Nase (na gut, die besser nicht) unter Wasser gesteckt hat, weiß, daß das ökologische Potential (die Formulierung ist auch klasse, meint sie doch ein Potential zur Verbesserung) den Bach runter geht. Wofür nicht nur die Nährstoffeinträge durch den Kippenwald verantwortlich sind, sondern auch die immer mehr zunehmende Nutzung durcu

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