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Künftige Grundschule in der Max-Planck-Straße soll Hoffläche für die Feuerbachschleife opfern

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    Die Sportoberschule ist ausgezogen. Augenblicklich wird das alte Schulgebäude in der Max-Planck-Straße 1 - 3 am Waldstraßenviertel als Interim für die 94. Schule genutzt, deren Gebäude in Grünau derzeit saniert wird. Aber das Waldstraßenviertel selbst braucht ja auch noch ein neues Schulgebäude. Denn der Containerbau für die 5. Grundschule am Sportforum ist nur ein Provisorium. Deshalb beginnen jetzt die Planungen für den Umbau des 1888 erbauten Schulgebäudes in der Max-Planck-Straße.

    „Das Objekt wird bis Sommer 2022 als Auslagerungsobjekt durch die 94. Oberschule genutzt. Die Sanierung des Gebäudes soll unmittelbar nach dem Auszug der 94. Schule beginnen“, kündigt das Dezernat Jugend, Soziales, Gesundheit und Schule jetzt die anstehenden Baumaßnahmen an. Denn im gegenwärtigen Zustand ist das Gebäude nicht als Grundschule nutzbar.

    „Das Objekt Max-Planck-Str. 1–3 wird bisher als Oberschule genutzt, für eine zukünftige Grundschulnutzung sind umfangreiche Umbau- und Sanierungsmaßnahmen durchzuführen. Dies umfasst u. a. die Herstellung der Barrierefreiheit des Gebäudes, die brandschutztechnische Ertüchtigung, die Erneuerung der Sanitärinstallationen, die Anpassung des Gebäudes an die Vorschriften der Unfallkasse Sachsen, raumakustische Maßnahmen, die Instandsetzung/Erneuerung von haustechnischen Anlagen, die Anpassung/Umgestaltung der Freiflächen etc.“, zählt das Schuldezernat auf.

    Und dann ist ja da noch die Feuerbachschleife, die für Großveranstaltungen benötigte Wendeschleife der Straßenbahn, die Stadt und LVB unbedingt wieder im alten Verlauf neu bauen wollen. Und dazu soll auch noch ein ganzes Stück vom Pausenhof geopfert werden.

    Derzeit in Containern untergebracht: die 5. Grundschule. Foto: Ralf Julke
    Derzeit in Containern untergebracht: die 5. Grundschule. Foto: Ralf Julke

    Nutzungskonkurrenzen nennt es das Schuldezernat: „Auf einer Teilfläche des Flurstücks 2098/p ist auch die Errichtung einer behindertengerechten Straßenbahnhaltestelle für Bedarfsverkehre zum Stadion geplant. Nach derzeitigem Planungsstand werden hierfür etwa 200 bis 250 qm des Flurstücks benötigt, die dann als Schul- und Hortfreifläche nicht mehr zur Verfügung stehen.

    Im Rahmen der Vorplanung soll deshalb geprüft werden, ob Kompensationsflächen zur Verfügung stehen oder durch eine besonders flächenoptimierte Planung der Anteil der bebauten Fläche verringert werden kann. Da auf dem Flurstück 2098/p sehr wertvoller Baumbestand besteht, bei dem im besonderen Maße auch der Wurzelschutz gewährleistet sein muss, sollen die Freiflächenplanung für die Schule und die Haltestellenplanung in einem abgestimmten Planungsprozess erfolgen.“

    Und dass die Schleife da wieder hin soll, hat schlicht mit den völlig fehlenden Planungen der LVB für eine wirklich leistungsfähige Haltestelle am Sportforum zu tun. Den Vorplatz des Sportforums versperrt das Umweltdezernat, das hier seit Jahren an den Träumen vom Neubau der Alten Elster festhält, die im Hochwasserschutzkonzept der Stadt überhaupt keinen Sinn macht und in den Finanzplanungen der Landestalsperrenverwaltung auch nicht vorkommt.

    Also dürfen die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) die Planungen für eine eigene leistungsfähige Stadionlinie nicht weiterverfolgen, die direkt auf dem Stadionvorplatz hält und auch im Dauerbetrieb fahren könnte. Was natürlich auch die Stellplatzproblematik im Waldstraßenviertel entspannen würde.

    Aber da sich die Dezernate im Rathaus gegenseitig blockieren, geraten die anstehenden Projekte zu mehr oder weniger seltsamen Provisorien, beschneidet man lieber Grünflächen und Pausenhöfe, um eine nur zeitweilig bediente Haltestelle hineinzuquetschen. Mit „nach vorn denken“ hat das wirklich nichts zu tun. Das ist „am Alten festhalten“.

    Dass der Umbau der Schule nicht ganz billig wird, liegt daran, dass die letzte (Teil-)Sanierung schon 30 Jahre zurückliegt und jetzt eine Komplexsanierung ansteht. Die wird nach dem jetzigen Berechnungsstand 12 Millionen Euro kosten. Wie viel Fördermittel möglich sind, weiß man erst 2021. Die jetzige Vorlage soll erst einmal die für 2020 und 2021 nötigen Planungsmittel in Höhe von 700.000 Euro sichern. Gebaut werden soll dann von 2022 bis 2024, sodass die 5. Grundschule zum Schuljahresbeginn 2024 einziehen kann.

    Und damit das Ganze dann auch den Lehrern und Kindern gefällt, dürfen sie vorher noch ein Wörtchen mitreden: „In einer frühzeitigen Planungsphase ist vorgesehen, ein Beteiligungsverfahren mit der Schule 5 durchzuführen. Diese Maßnahme wird vom Amt für Jugend, Familie und Bildung gesteuert. Hierbei wird es im Wesentlichen um die innere Gestaltung des Gebäudes und die Gestaltung der Freianlagen gehen.“

    Wie die Pläne zur Alten Elster jede vernünftige Lösung für eine Straßenbahnhaltestelle am Stadionvorplatz verhindern

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