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Bürgerinitiative Rückmarsdorf gehört zu den Erstunterzeichnern der „Erfurter Erklärung“ und lädt am 12. September gleich zu zwei Kundgebungen ein

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    Am Samstag, 30. August, wurde in Erfurt eine besondere „Erfurter Erklärung“ verabschiedet: Initiativen aus ganz Deutschland legen damit einen Forderungskatalog zur Eindämmung des industriellen Abbaus von Sand, Kies und Gips vor. Denn immer öfter bedroht der hemmungslose Abbau dieser Rohstoffe wertvolle landwirtschaftliche und geschützte Naturgebiete. So wie bei Rückmarsdorf.

    Am Samstag trafen sich erstmalig Initiativen, die sich kritisch mit dem immer stärker voranschreitenden Abbau von Kies, Sand und Gips engagieren. Auf Einladung des Umweltnetzwerkes GRÜNE LIGA e. V. mit Unterstützung der Bewegungsstiftung kamen Bürgerinitiativen aus Baden Württemberg, Brandenburg, Sachsen und Thüringen in Erfurt zusammen. Nach einem über fünfstündigen Austausch verabschiedeten die Vertreter/-innen gemeinsam eine „Erfurter Erklärung“ mit einem Forderungskatalog auf Bundesebene.

    Die Kritiker/-innen fordern vor allem eine Reform des Bergrechts, um mehr Mitsprache und Schutz der Umwelt zu gewährleisten. Dazu sollen weiter Recyclingquoten in der Bauwirtschaft eingeführt werden, wie auch eine bundesweit einheitliche Steuer auf alle geförderten Gesteine geschaffen werden. Weiterhin braucht es ein Förderprogramm zur Entwicklung nachwachsender und alternativer Baustoffe. Bis die Forderungen umgesetzt sind, soll ein Moratorium verhängt werden. Es dürfen nur in Ausnahmefällen Genehmigungen für neue Abbaugebiete erteilt werden, fordern die Initiativen.

    „Die aktuelle Praxis der Baustoffproduktion sorgt für die Zerstörung unwiederbringlicher Natur und Landschaften. In Deutschland wächst seit Jahren der Unmut über den massiven Raubbau an der Natur. Zahlreiche Menschen, Initiativen und Verbände engagieren sich vor Ort gegen die Naturzerstörung und den weiteren Ausbau der Gesteinsförderung“, sagt Uli Wieland von der Bundeskontaktstelle Gesteinsabbau der GRÜNEN LIGA.

    Dabei gäbe es moderne Ansätze, die sehr viel sorgsamer mit Ressourcen umgehen. „Wir brauchen ein Ende der veralteten Rohstoffgewinnungsmethoden im gesamten Baubereich! Die Devise muss lauten ,Die Stadt als Steinbruch‘ anstatt Raubbau an der Natur“, fordert Wieland. Die Initiativen wollen zukünftig stärker mit einer gemeinsamen Stimme auftreten um im politischen Berlin Gehör zu finden. Die Erfurter Erklärung sei dabei ein erster Anfang.

    Zwei Kundgebungen am 12. September

    Der Kiesabbau, der nun auch direkt vor den Häusern von Rückmarsdorf droht, ist noch lange nicht vom Tisch. Das zeigt das zähe Ringen um den Regionalplan Westsachsen, in dem Leipzig sich mit Stellungnahmen wehrt gegen die Versuche, die Möglichkeit des Kiesabbaus auch noch auf die landwirtschaftlichen Flächen direkt vor dem Ort auszuweiten, der benachbarte Kiesbetrieb aber augenscheinlich alle Möglichkeiten nutzt, um im neuen Regionalplan ein Hintertürchen zu bekommen, um hier doch noch Kies fördern zu können.

    Am Samstag, 12. September, findet deshalb wieder eine Kundgebung in Rückmarsdorf statt.

    „Diese richtet sich gegen den geplanten Kiesabbau in Leipzig-Rückmarsdorf“, betont Detlev Ducksch von der Bürgerinitiative Rückmarsdorf. „Unser Kampf gegen den Kiesabbau ist noch nicht zu Ende! Mit dieser Kundgebung gegen den geplanten Kiesabbau wollen wir zeigen, dass wir den Tagebau mit wenigen Metern an unsere Wohnsiedlung heran nicht hinnehmen. Kommen Sie mit Postern, Plakaten, Trillerpfeifen, Rasseln, Trommeln und zeigen Sie Ihren Unmut.“

    Das Motto der Kundgebung gegen den Kies lautet: „Papenburg stoppen! Frischluft für Leipzig statt Feinstaub aus 120 LKW täglich! Bäume statt Bauschutt! Bäume pflanzen! Jetzt!“

    Treff für diese Kundgebung ist am 12. September um 13:30 Uhr am Fuchsbau (Zum Bahnhof 18, 04178 Leipzig). Die Demo beginnt um 14 Uhr an der Merseburger Straße zwischen Schönauer Landstraße und Zum Bahnhof.

    Am selben Tag gibt es auch eine Fahrraddemo. Diese Kundgebung verläuft mit Fahrrädern über die Merseburger Straße von der Miltitzer Straße bis zur Schomburgkstraße, um auf die Misere fehlender Radwege in diesem Gebiet im Westen Leipzigs aufmerksam zu machen.

    Treff hierzu ist um 13 Uhr am Fuchsbau (Zum Bahnhof 18, 04178 Leipzig). Es geht von dort zum Start an die Miltitzer Straße.

    Beide Kundgebungen werden durch die Bürgerinitiative Rückmardsorf und die Wählervereinigung Rückmarsdorf veranstaltet und durch den Ortschaftsrat Rückmarsdorf, Ortschaftsrat Burghausen, ADFC, Greenpeace Leipzig sowie „Fahrradfreude Leipzig“ tatkräftig unterstützt.

    Die Bürgerinitiative Rückmarsdorf befürchtet ein nicht mehr zu revidierendes Hintertürchen für 15 Jahre Kiesabbau direkt vor der Haustür

    Die neue Leipziger Zeitung Nr. 82: Große Anspannung und Bewegte Bürger

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