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Ergänzungsantrag zum Brückenprojekt: Linke beantragt Absprachen für die Radwegunterführung unter der Schlachthofbrücke

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    Falsches Denken führt zu falschen Entscheidungen. Und die haben dann oft Folgen für Jahrzehnte. Oder landen in deutschen Satire-Sendungen als „Irrsinn der Woche“. Und keiner will hinterher schuld gewesen sein am Dilemma. So gesehen kann Leipzigs Verwaltung eigentlich froh sein, dass der Stadtrat so aktiv ist und an wichtigen Projekten immer wieder Korrekturen vornimmt, die Fehlentscheidungen vermeiden helfen. So geschehen auch bei der Schlachthofbrücke. Die Entscheidung über ihren Neubau wurde vor einem Jahr vertagt.

    Im Frühjahr fiel dann die Entscheidung, die Brücke mit neuen Gleisen auszustatten. Auch weil die Ratsfraktionen es völlig inakzeptabel fanden, dass die Leipziger Verkehrsbetriebe (LVB) einfach für sich entschieden, dass sie die Gleise in der Richard-Lehmann-Straße künftig nicht mehr brauchen würden.

    Und das mitten in einer Zeit, in der der Stadtrat über einen Ausbau des ÖPNV debattiert und das Nachhaltigkeitsszenario Grundlage einer echten Verkehrswende in Leipzig werden soll. Gleichzeitig würde den LVB eine weitere wichtige Umleitungsstrecke verloren gehen, die bei Verkehrsunfällen und Sperrungen dringend gebraucht wird.

    Aber genauso unbeleuchtet war die Frage geblieben, ob wichtige Einrichtungen (wie die geplante riesige Mehrzweckhalle) nicht über eine Straßenbahnanbindung besser erreichbar sein sollten. Was den kompletten Südteil des Alten Messegeländes betrifft, aber auch MDR und Asisis Panometer. Auch wenn die Wohngebiete hier fehlen, heißt das nicht, dass eine Straßenbahnverbindung hier keinen Sinn macht.

    Aber gerade in der Septemberversammlung hat ja der Stadtrat auch emsig über die Pläne der Stadtwerke Leipzig diskutiert, auf dem Gelände an der Richard-Lehmann-Straße ihre neue Firmenzentrale zu bauen. Also weitere hunderte potenzieller Straßenbahnnutzer, die da bislang nur über die Arno-Nitzsche-Straße einen Straßenbahnzugang hätten.

    Aber das war nicht der Hauptdiskussionspunkt, auch wenn die Ratsfraktionen sehr vehement danach fragten, ob die Stadtwerke das Thema Umweltverbund überhaupt mitgedacht hatten. Am Ende wurde dann mit deutlicher Mehrheit beschlossen, dass gleich mit dem Bau der neuen Firmenzentrale die wichtige Radwegverbindung direkt an der S-Bahn-Trasse von der Richard-Lehmann-Straße bis zur Arno-Nitzsche-Straße mitgeplant werden soll. Auch so ein Thema, bei dem die Stadtplaner zuerst ausgewichen waren. Die Aktiv-Achse soll ja sowieso gebaut werden. Aber warum nicht jetzt? Warum erst irgendwann in fernen Zeiten?

    Die Verkehrswende ist jetzt dran, denn Leipzig verpeilt jetzt schon seine Klimaziele.

    Und bei der Diskussion wurde auch offenkundig, dass die Planer eine Unterfahrung der Schlachthofbrücke augenscheinlich völlig vergessen hatten. Als würde die eine Planungsabteilung einfach nicht mit der anderen reden. Vielleicht ist ja da schon seit Jahren ein Rosenkrieg im Gang und wir wissen es nur nicht.

    Jedenfalls greift die Linksfraktion das Thema jetzt auf und beantragt für die nächste Stadtratssitzung am 7. Oktober, wenn der Bau- und Finanzierungsbeschluss für die Schlachthofbrücke ansteht, als ergänzenden Beschlusspunkt: „Der Oberbürgermeister setzt sich bei der Deutschen Bahn dafür ein, dass unter Berücksichtigung der Sicherheitsaspekte die westliche Seite der Unterführung für Radfahrer und Fußgänger ertüchtigt werden kann.“

    Denn dann könnte auch endlich das nächste Stück der Rad-Aktiv-Achse angedacht werden – unter der Schlachthofbrücke hindurch am MDR vorbei zur S-Bahnstation MDR. Eine überfällige Wegeverbindung, wovon heute schon ein ausgetretener Trampelpfad erzählt, während auf dem Gelände nun seit zehn Jahren nichts passiert.

    Schlachthofbrücke wird jetzt mit neuen Straßenbahngleisen gebaut

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