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Baubeschluss geht ins Verfahren: Ab 2022 soll das Schraderhaus zum Gymnasium umgebaut werden

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    Jetzt wird es konkret, was sich seit 2018 andeutete: Damals erwarb die Stadt Leipzig das Schraderhaus im Täubchenweg, um es künftig als vierzügiges Gymnasium umzubauen. Bis 2024 soll das zuletzt als Büro- und Wohnhaus genutzte einstige Fabrikgebäude umgebaut und als Schule für den Leipziger Osten nutzbar sein. Der Stadtrat bekommt jetzt den Baubeschluss auf den Tisch.

    „Seit April 2018 ist die Stadt Leipzig Eigentümerin des Gebäudes Täubchenweg 26 / Heinrichstraße 36A“, gehen das Dezernat Stadtentwicklung und Bau und das Dezernat Jugend, Schule und Demokratie in ihrer gemeinsamen Vorlage auf die Geschichte des Gebäudes ein.„Das unter Denkmalschutz stehende Gebäude wurde ab 1917 für die grafische Produktion errichtet und bis 1990 als Fabrikgebäude genutzt. Der Umbau und die Sanierung zur Büronutzung erfolgten ab 1991, dabei wurde das Dachgeschoss für Wohnzwecke umgebaut. Der Ausbauzustand des Bürogebäudes wurde parallel zur laufenden Planung auf Rohbauzustand zurückgebaut. Die Schadstoffuntersuchungen des Gebäudes sind abgeschlossen. Alle im Gebäude vorhandenen Schadstoffe wurden bis auf einen kleinen Teilbereich einer Geschossdecke ausgebaut und fachgerecht entsorgt. Der verbleibende belastete Deckenbereich betrifft auch die Tragkonstruktion und wird im Zuge der Sanierung ausgebaut und ersetzt.“

    Attraktiv ist das Gebäude auch, weil hier mitten in Reudnitz ein richtiger kleiner Schulcampus entstehen wird: „Auf der gegenüberliegenden Straßenseite befindet sich die Wilhelm-Busch-Grundschule und die 125. Oberschule.“

    Rund 31,7 Millionen Euro kalkulieren die beiden Dezernate für Sanierung und Umbau des Gebäudes. Das sind freilich Kosten, die noch auf die 10,3 Millionen Euro obendrauf kommen, die Leipzig 2018 in den Grundstückserwerb investiert hat. Und die beiden Dezernate deuten in der Vorlage auch an, warum das trotzdem die richtige Entscheidung war. Denn gerade dringend benötigte innerstädtische Grundstücke für neue Schulen, Kitas und Sporthallen sind rar.

    Es ist der Preis der City-Nähe, der hier zu Buche schlägt, nachdem die Stadt selbst über Jahre viele wertvolle Grundstücke verkauft hatte, um den Haushalt zu sanieren. Und dazu kommt das überalterte deutsche Recht, dass Kommunen im Grunde kaum Spielräume lässt, ein wirksames Vorkaufsrecht auszuüben oder im Bedarfsfall auch ungenutzte Grundstücke für soziale Zwecke zu enteignen.

    Es ist wie so oft: Der viel gepriesene Markt regelt gar nichts. Auf dem Immobilienmarkt regiert das Recht des Stärkeren und Finanzkräftigeren. Und das deutsche Steuerrecht macht Kommunen erst recht nicht zu starken Playern im eigenen Gebiet.

    Entsprechend sorgen schon seit einiger Zeit steigende Boden- und Immobilienpreise mit dafür, dass auch das ambitionierte Schulbauprogramm der Stadt immer teurer wird. Dazu kommen die seit Jahren steigenden Baupreise, die auch die Kosten für die Sanierung von Bestandsgebäuden mittlerweile in Höhen treiben, für die man noch vor wenigen Jahren komplette Neubauten bekommen hätte.

    Um das Dilemma zu veranschaulichen, zeigt die Vorlage, wie die Baupreise gegenüber anderen aktuellen Schulbauprojekten gestiegen sind. Direktes Vergleichsobjekt ist die neu gebaute Oberschule auf dem Barnet-Licht-Platz, wo sich die Kosten für den Quadratmeter auch schon auf satte 2.538 €/m² bezifferten, für aktuelle Leipziger Schulbauten schon ein Spitzenwert.

    Allein die Komplexsanierung im Schraderhaus beziffert sich aktuell auf 2.299 €/m². Baubeginn soll 2022 sein, sodass die Schule zum Schuljahresbeginn 2024 in Betrieb gehen kann.

    „Es ist geplant, das Schulgebäude als 4-zügiges Gymnasium (5. bis 12. Klasse) zu aktivieren. Es wurde eine mögliche Auslastung bis Kapazitätsobergrenze geprüft, wonach sich die Schülerzahl von 896 auf 1.036 erhöht“, heißt es in der Vorlage.

    „Diese Auslastung wurde für die Bemessung der Sanitärräume, des Speiseraums, des Lehrerzimmers, der Brandschutztechnischen Anlagen, Lufttechnischen Anlagen, sowie der Pausenfreiflächen und Stellplätze zugrunde gelegt. Das Vorhaben umfasst die Sanierung (Brandschutz, innere und zum Teil äußere Modernisierung und Erneuerung der haustechnischen Anlagen sowie Wärmeschutz unter Beachtung der Anforderungen aus dem Denkmalschutz) des Bestandsgebäudes.

    Ein neues drittes Treppenhaus im Hof wird errichtet. Dieses ist direkt über das Foyer mit dem neuen Haupteingang an der Heinrichstraße verbunden. Im Gebäude werden zwei Brandabschnitte ausgebildet. Über den Eingang in der Mitte der Heinrichstraße erreicht man über eine neue Treppe das erhöhte Erdgeschoss. Der barrierefreie Zugang zum Aufzug wird über den Zugang der Baedeckerstraße gewährleistet.“

    Im Nachhaltigkeitsraster zur Bewertung ist zumindest der Punkt „Zukunftsorientierte Kita- und Schulangebote“ angekreuzt. Der eigentliche Punkt in diesem Raster fehlt aber. Denn damit wird ein ganzes Stadtquartier aufgewertet und für junge Familien, Arbeitskräfte und Unternehmen noch attraktiver. Was dann wieder Boden- und Mietpreise steigen lassen wird.

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