Leipzig wird Schulen für mindestens 12.000 weitere Schüler/-innen bauen müssen

Für alle LeserAm 1. Oktober hat das Landesamt für Statistik die neue Schülerprognose für den Freistaat herausgegeben. Und in keiner Stadt werden die Schülerzahlen so stark wachsen wie in Leipzig. Die Schülerzahlen werden sogar noch weiter ansteigen, wenn sie sachsenweit schon wieder sinken. Leipzig bekommt bis 2030 auf jeden Fall keine Pause beim Schulneubau.
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„Der steigende Trend der Schülerzahlen in den letzten Schuljahren wird sich an den allgemeinbildenden Schulen im Freistaat Sachsen voraussichtlich bis zum Schuljahr 2026/27 weiter fortsetzen“, schreibt das Landesamt für Statistik zu dieser neuen Fortschreibung. „Dann werden im Vergleich zum Schuljahr 2019/20 zwischen 9 und 10 Prozent mehr Schülerinnen und Schüler erwartet. In den allgemeinbildenden Schulen in öffentlicher und freier Trägerschaft würden dann 413.100 (V2) bis 416.900 (V1) Schülerinnen und Schüler unterrichtet werden.“

Das ergab nach Mitteilung des Statistischen Landesamtes die 1. Regionalisierte Schüler- und Absolventenprognose für den Freistaat Sachsen bis zum Schuljahr 2035/36. Basis dieser Vorausberechnung ist neben der amtlichen Schulstatistik die 7. Regionalisierte Bevölkerungsvorausberechnung für den Freistaat Sachsen. Diese stellt die mögliche Bevölkerungsentwicklung in einem Korridor, der durch eine obere und untere Variante begrenzt wird, dar.

Nach den voraussichtlich höchsten Schülerzahlen im Schuljahr 2026/27 wird mit einem Rückgang der Schülerzahlen gerechnet. Im Schuljahr 2035/36 werden nach der unteren Variante (V2) 3 Prozent weniger und nach der oberen Variante (V1) 2 Prozent mehr Schülerinnen und Schüler als im Schuljahr 2019/20 erwartet. An den allgemeinbildenden Schulen würden dann 366.400 bzw. 386.400 Schülerinnen und Schüler unterrichtet.

Aber hinter der Bevölkerungsentwicklung stecken ja nach wie vor ungebremste Wanderungsbewegungen. Zahlreiche Regionen werden weiter an Bevölkerung verlieren und damit natürlich auch an Kindern und Jugendlichen, die in die Schule gehen.

Manche Kreise werden stagnieren – auch bei den Schülerzahlen.

Dresden wird bis 2025/2026 noch einen starken Anstieg der Schülerzahlen von 55.616 auf 63.450 erleben. Danach sehen die Landesstatistiker aber auch für Dresden wieder einen Rückgang.

Während das Leipziger Wachstum der Schülerschaft dann immer noch weitergeht.

„Während in den Kreisfreien Städten Dresden und Leipzig sowie in den Landkreisen Leipzig und Nordsachsen in beiden Varianten steigende Schülerzahlen bis zum Schuljahr 2035/36 erwartet werden, sind diese in den übrigen Landkreisen und in der Kreisfreien Stadt Chemnitz sowohl in V1 als auch in V2 rückläufig“, so die Landesstatistiker. „Der größte Zuwachs wird für die Kreisfreie Stadt Leipzig mit 22 (V2) bzw. 30 (V1) Prozent im Vergleich zum Schuljahr 2019/20 prognostiziert. Die größten Verluste werden für den Erzgebirgskreis mit 20 (V2) bzw. 16 (V1) Prozent bis 2035/36 erwartet.“

Das bedeutet für Leipzig, dass allein bis 2025 Plätze für rund 10.000 Schülerinnen und Schüler geschaffen werden müssen. Allein in diesem Zeitraum steigt die Zahl der Schüler/-innen in Leipzig von 53.218 auf 63.900. Und danach geht das munter weiter. In der oberen Varianten werden 2030/2031 dann 67.340 Schüler/-innen in Leipzig erwartet, 2035/2036 dann 69.000. Selbst wenn man pro Schule 500 Plätze annimmt, wären das für Leipzig 20 neue Schulen, die allein bis 2025 benötigt werden, deren Planung und Bau jetzt eigentlich beginnen müssten, damit sie dann auch zur Verfügung stehen.

In der niedrigeren Variante bekommt Leipzig nur Schülerzahlen knapp über 65.000 bis 2030. Denn natürlich haben alle diese Hochrechnungen immer ihre Unschärfen. Wie wird sich die gebremste Zuwanderung nach Leipzig auswirken? Werden die Kinder dann in den angrenzenden Landkreisen wohnen und dort zur Schule gehen? Oder bricht gar die Geburtenrate weiter ein, weil Leipzig keine Wohnungen für junge Familien zu bieten hat? Werden sich Wohnungsbaupolitik und Einwanderungspolitik ändern?

Das alles ist offen. Aber Leipzig wäre schlecht beraten, nicht vorzusorgen. Und der Freistaat wäre gut beraten, für den Schulneubau deutlich mehr Förderung zur Verfügung zu stellen. Denn leerstehen werden diese neuen Schulen in den nächsten 15 Jahren auf keinen Fall.

Wo man mit deterministischen Bevölkerungsvorausberechnungen herauskommt, wenn man die Störfaktoren einfach ignoriert

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