Auch dem Parkteich Abtnaundorf haben die letzten Jahre zugesetzt. Dabei besitzt er immerhin noch einen natürlich Zufluss. Aber über den werden immer neue organische Schwemmstoffe in den Teich gespült, der in den letzten 30 Jahren wieder zusehends verschlammt ist und nur noch ahnen lässt, wie er in seinem ursprünglichen Zustand aussah. Doch jetzt soll der Parkteich Abtnaundorf wieder saniert und vom Schlamm befreit werden.

Dies geht aus der Sitzung der Verwaltungsspitze am Dienstag, 6. Juli, hervor. Die Reaktivierung des Gewässers und des angeschlossenen Grabensystems für insgesamt rund 400.000 Euro soll im August 2022 beginnen und möglichst schonend unter Erhalt der natürlichen Biotope sowie denkmalgeschützten Strukturen und Parkelemente verlaufen.Das letzte Mal war das Gewässersystem im Jahr 1991 entschlammt worden. Infolge des ständigen Eintrags von Biomasse wie Laub und Geäst durch den vorhandenen Uferbaumbestand sowie zusätzlicher Nährstoffe hat sich zwischenzeitlich eine erhebliche Sedimentauflage auf der Gewässersohle gebildet.

Aktuell beträgt die Sedimentschicht im Teich im Mittel etwa 30 Zentimeter. In den Gräben werden sogar Sedimentauflagen von bis zu 100 Zentimetern Stärke erreicht. Zudem kommt es insbesondere in den Sommermonaten zu Beeinträchtigungen der Wasserqualität, die auch zu Geruchsbelästigungen für Spaziergänger und Anwohner führt.

In der Vorlage des Umweltdezernats wird der Zustand noch deutlich dramatischer beschrieben: „Weiterhin treten regelmäßig lokale Vernässungserscheinungen im Umfeld des Teiches und der Gräben auf, was darauf hinweist, dass ein ungehinderter Wasserabfluss aus dem System nicht mehr in ausreichendem Maße gewährleistet ist. Im Ergebnis der Entwurfsplanung aus 2018 wurde zudem festgestellt, dass die vorhandenen Bauwerke (Durchlässe an den Gräben und Auslaufbauwerk des Teiches) stark beschädigt und kaum mehr funktionstüchtig sind. Ein Ersatzneubau ist zwingend erforderlich, auch aus Gründen der Verkehrssicherheit.

Eine grundhafte Instandsetzung des Teiches sowie des angeschlossenen Grabensystems ist somit aus wasserwirtschaftlicher Sicht dringend erforderlich. Die Instandsetzung hat zudem auch einen positiven Einfluss auf das menschliche Wohlergehen sowie die Gesundheit und steigert die Lebensqualität im näheren Umfeld.

Des Weiteren ist die historische Uferlinie des Teiches schon lange nicht mehr erkennbar. Das historisch wertvolle Gesamterscheinungsbild der denkmalgeschützten Parkanlage, insbesondere im Umfeld des Teiches, ist kaum mehr wahrzunehmen. Deshalb ist die Instandsetzung des Gewässersystems auch unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten zu be­trachten und dringend erforderlich, um das Gartendenkmal Abtnaundorfer Park in seiner Ge­samtheit Schritt für Schritt wiederherzustellen.“

Allerhöchste Zeit also, das Teich- und Grabensystem überhaupt wieder funktionstüchtig zu machen und den mittlerweile 200 Jahre alten Teich mit Liebesinsel und Monopteros als Denkmalensemble wieder erlebbar zu machen.

„Schon lange nicht mehr zu erkennen ist die historische Uferlinie des Teiches“, betont die Stadtverwaltung. „Diese prägt das historisch wertvolle Gesamterscheinungsbild der denkmalgeschützten Parkanlage im Umfeld des Teiches. Deshalb ist die Instandsetzung auch unter denkmalpflegerischen Gesichtspunkten dringend erforderlich, um das Gartendenkmal Abtnaundorfer Park in seiner Gesamtheit inklusive der historischen Uferlinie wiederherzustellen. Die verschlissenen Bauwerke werden saniert bzw. abgebrochen und nach historischem Vorbild neu errichtet. Als Ausgleich für zu fällenden Gehölze werden alte, historische Baumstandorte wieder mit Bäumen bepflanzt.“

Wobei die Maßnahmen sich nicht nur am Denkmalschutz der Parkanlage orientieren sollen, sondern auch an den Rahmenbedingungen des Landschaftsschutzgebietes „Partheaue-Machern“ sowie des FFH-Gebietes „Partheaue“.

Und auch für den Hochwasserschutz soll der Teich wieder seine Aufgabe übernehmen können, die er derzeit als Tümpel mit besonderen Geruchsqualitäten und praktisch ohne funktionierenden Abfluss Richtung Parthe nicht mehr wahrnehmen kann.

Freilich richtig losgehen mit den Wiederherstellungsmaßnahmen soll es erst im August 2022. Das Umweltdezernat dazu: „Die Ausschreibung der Maßnahme soll im 2. Quartal 2021 erfolgen, sodass die Zuschlagserteilung Ende 2021 und der Baubeginn aufgrund naturschutzrechtlicher Auflagen ab August 2022 erfolgen kann.“

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