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Die Georg-Schumann-Straße ist für Stadt und LVB ein richtiges Jahrzehnteprojekt. Eigentlich hätte die Magistrale im Leipziger Nordwesten längst in voller Länge für den modernen Straßenbahnbetrieb umgebaut sein sollen. Doch immer wieder wurden die Pläne verschoben, fehlte es am Geld. Obwohl die Zeit drängt.

2027 kommen die neuen, breiteren Straßenbahnen im Liniennetz der LVB zum Einsatz. Aber durch die Georg-Schumann-Straße können sie noch nicht fahren. Denn ein wichtiger Abschnitt wird ab 2027 erst umgebaut.

Straße, Fußwege und Gleise sind in diesem Abschnitt zwischen Böhmestraße und Chausseehaus längst verschlissen. Seit acht Jahren sind die Pläne eigentlich schon konkret, die Georg-Schumann-Straße hier umfassend zu erneuern. Kalkuliert wird der Umbau mit Kosten von rund 9,5 Millionen Euro, bei einem städtischen Anteil von 6,5 Millionen Euro.

Den entsprechenden Bau- und Finanzierungsbeschluss hat die Stadtspitze jetzt auf Vorschlag von Baubürgermeister Thomas Dienberg auf den Weg gebracht. Der Stadtrat muss darüber noch abschließend entscheiden.

„Dies ist eine der wenigen Komplexmaßnahmen, die wir uns bei der aktuellen Haushaltslage als Stadt leisten können“, geht Baubürgermeister Thomas Dienberg auf die eklatante Finanzlage der Stadt ein.

Die Georg-Schumann-Straße ist seit sehr vielen Jahren ein Schwerpunkt unserer Stadtteilentwicklungsmaßnahmen. Nun muss endlich die reine Durchfahrtsstraße in einen Raum mit Aufenthaltsqualität umgebaut werden. Daran wurde seit 2018 auch mit mehrfacher Bürgerbeteiligung gearbeitet.“

Das Bauprojekt

Als Hauptachse verbindet die Georg-Schumann-Straße den Nordwesten Leipzigs mit dem Zentrum und wird von den Straßenbahnlinien 10 und 11 befahren. Doch der Bauzustand der Gleise ist schlecht, die Fahrbahn beschädigt und die Gehwege sind nicht einheitlich befestigt.

Zudem sind die Straßenbeleuchtung und die Leitungen der Wasserwerke und der Netz Leipzig veraltet und sanierungsbedürftig. In einer komplexen Baumaßnahme  mit der Leipziger Gruppe soll die Sicherheit für alle Verkehrsteilnehmer erhöht und der Straßenbahnbetrieb auch für nachfolgende Fahrzeuggenerationen langfristig gesichert werden.

Gebaut wird voraussichtlich zwischen April 2027 und Mai 2028 und von Hauswand zu Hauswand: Fahrbahnen, Geh- und Radwege, Parkflächen und Gleise. Diese werden teilweise als Rasengleis ausgeführt, um Lärm zu dämpfen sowie das Mikroklima und das Erscheinungsbild der Straße zu verbessern.

An den Kreuzungen mit der Mechler- sowie der Ehrensteinstraße werden neue Ampeln gebaut, um die Verkehrssicherheit zu erhöhen. Zudem verbessert eine neue Haltestelle im Bereich der Ehrensteinstraße künftig die Anbindung des Viertels an den ÖPNV.

Die Fußwege werden beidseitig neu gebaut und einheitlich befestigt. Es gibt weiterhin Radfahrstreifen und es werden 35 Radbügel aufgestellt, damit mehr Fahrräder sicher abgestellt werden können.

Auch die anliegenden Einmündungen zur Böhme-, Bleichert-, Kanal-, Preller- sowie Trufanovstraße werden als überfahrbare Gehwege umgebaut, sodass Fußgängerinnen und Fußgänger sicherer und mit Vorrang die Straße überqueren können.

Um die Aufenthaltsqualität zu erhöhen und das Quartier resilienter gegen Hitze zu machen, werden insgesamt 46 Bäume gepflanzt und Grünflächen neu angeordnet. Dies geht jedoch zulasten von Stellflächen: Künftig sind davon 23 statt wie bisher 82 vorhanden, geparkt wird dann längs der Fahrbahn.

Bauherren sind neben dem Mobilitäts- und Tiefbauamt auch die Unternehmen der Leipziger Gruppe. Die Gesamtkosten belaufen sich auf rund 21,5 Millionen Euro.

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