Ein Interview über das Wagnis, einen Film zu drehen

Der schwarze Nazi stürmt die Kasse

LEIPZIGER ZEITUNG/Auszug aus Ausgabe 31Für alle LeserAbendfüllende Kinofilme aus Leipzig sind v. a. eines: eine absolute Seltenheit. Erfolgreiche Produktionen erst recht. Während in anderen Regionen Deutschlands eher mit seichten Komödien und dem einen oder anderen Genre-Movie durchaus Geld verdient wird, punktet Leipzig seit Jahren neben Szenefestivals wie dem „Kurzsüchtig“ mit dem DOK-Filmfestival. Doch ist der Boden für Filmemacher mit Stoffen außerhalb von Dokumentationen, Kurzfilmen und TV-Produktionen hart, gewachsene Produzentenstrukturen und Vermarktungswege rar. Dass es den Film „Der schwarze Nazi“ überhaupt gibt, ist ein kleines Wunder, an welchem die beiden Brüder Tilman und Karl-Friedrich König mehr als zehn Jahre lang gearbeitet und geglaubt haben.

Dafür fanden sie nicht nur in der Geschichte über den einbürgerungswilligen Kongolesen Sikumoya (Aloysius Itoka in der Hauptrolle), welcher aus dem Koma erwacht und der „perfekte Deutsche“ wird, einen bezaubernd verdrehten Blick auf die sächsischen Verhältnisse, sondern auch ungewöhnliche Wege in der Finanzierung ihres Streifens. Vielleicht haben die Königs damit auch einen mutigen Anfang gemacht, welcher weit über den aktuellen Run auf die Kinokassen der Messestadt hinaus reicht.

Während mit dem Kinostart in nahezu ausnahmslos allen Medien Jubel ausbrach, hat sich Michael Freitag mit den nach Leipzig „eingewanderten“ Söhnen des Jenaer Jugendpfarrers Lothar König unterhalten. Über den Mut, eine 70.000-Euro-Independent-Produktion zu wagen, die es ohne die vielen Unterstützer und Freunde der Idee wohl nie gegeben hätte.

LZ: Ihr habt lange gebraucht, um euren „Schwarzen Nazi“ in die Kinos zu bringen. Seit wann arbeitet ihr nun eigentlich an dem Stoff?

Tilman König: 2006 entstand eine kürzere Version des Films, die technisch relativ schlecht war, aber uns und anderen trotzdem schon ziemlich gefallen hat – es hat uns dann nicht mehr losgelassen, den Stoff mit ziemlich stark geändertem Drehbuch noch mal zu verfilmen, wenn wir uns selber bereit dafür fühlen, technisch, künstlerisch und handwerklich. Die Zeit war dann 2013 gekommen, und wir haben angefangen, Geld für das Projekt zu sammeln; Crowdfunding lief sehr gut, und dann ist auch noch Bernd Schumacher mit seiner Produktionsfirma „99pro independent“ als Co-Produzent eingestiegen und hat uns komplett freie Hand gelassen.

Und es gab viel Unterstützung aus verschiedensten Ecken. „Maza Pita“ oder die „Vleischerei“ haben uns unterstützt – genauso wie die „Gieszer 16“ oder eine Druckerei in Connewitz. Also Unterstützung war da und am Ende auch knapp 70.000 EUR.

LZ: Das ist eine Menge Geld …

TK: Ja, aber das reicht eigentlich nicht, um einen Kinospielfilm zu machen, wir haben ja vier Wochen gedreht, mit über 300 Beteiligten. Also haben Karli und ich die ganze Zeit noch nebenher gearbeitet, um Geld zu verdienen – parallel zur Postproduktion – daher zog es sich ein bisschen hin. Andererseits ist es für einen Spielfilm als Produktionszeitraum – also Dreh 2014 bis Kinostart 2016 – durchschnittlich bis schnell. Für so ein 100%iges Independent-Projekt war es dann doch eher schnell.

LZ: Es gab ja zwischendurch Befürchtungen, weil euch jemand den Stoff sozusagen „geklaut“ hat, ihn also – auch noch schlecht – adaptieren wollte. Das Ergebnis war ein Flopp, euer Film hingegen tritt gerade einen gewissen Siegeszug durch die Kinosäle an – späte Genugtuung oder gute Basisarbeit?

Karl-Friedrich König: Wir haben uns letztes Jahr in Berlin mit dem Regisseur des anderen Films verabredet, dass wir die Sache jetzt ruhen lassen und sich wieder jeder auf sein Projekt konzentriert. Irgendwann wollen wir mal eine Triple-Vorführung machen – also unseren alten, dann seinen und dann unseren neuen Film. Ob er von unserer Idee was übernommen hat oder das Ganze nur ein ganz, ganz, ganz großer Zufall war, das weiß nur er selber …

Wir freuen uns natürlich, dass unser Film gerade vom Publikum so gut angenommen wird – ihn im ausverkauften Kino zusammen mit Zuschauern zu sehen, die dann unseren etwas speziellen Humor und unsere spezielle Filmästhetik verstehen und annehmen: das ist jedes Mal eine Freude. Ganz egal, ob in Berlin mit über 350 Leuten oder im ausverkauften LURU-Kino mit 60 Leuten.

LZ: Der Film scheint angesichts der ersten Erfolge tatsächlich an der Kinokasse zu punkten. Seid ihr überrascht?

KK: Ja, freudig überrascht – man ist ja während der Produktion so in einer Blase und hat den Film, bevor er Premiere hat, dann auch schon 200 bis 300 Mal gesehen und kann einfach nicht mehr so richtig einschätzen: Ist er gut oder ganz großer Mist? Wie er ankommt, das weiß man erst, wenn man ihn dann zusammen mit anderen im Kino sieht und spürt, dass sie mitgehen, dass es auch mal komplett still ist, oder großes Gelächter – die Spannung ist bei unserem Film zum Glück da, und wir freuen uns, das hinbekommen zu haben.

Der „schwarze Nazi“ Aloysius Itoka. Foto: Patrick Meischner

Der „schwarze Nazi“ Aloysius Itoka. Foto: Patrick Meischner

LZ: Kann es sein, dass die Verzögerungen gut für euch waren und ihr jetzt angesichts der aktuellen sächsischen Verhältnisse voll auf den Punkt getroffen habt?

TK: Na ja, wenn man einen Film macht zu einem aktuellen Thema, das kann sehr leicht schiefgehen, weil sich die Ereignisse überschlagen können, und dann hat man was erzählt, was irgendwie von gestern ist. Wir mussten den Film zu diesem Thema einfach machen und sind das Risiko bewusst eingegangen. Dass er jetzt von der Thematik und den Elementen, die behandelt werden – Wutbürger, Nazi-Kameradschaften und Sachsen an sich – so aktuell ist, das freut uns einerseits, andererseits ist es natürlich keine schöne Situation, gerade in Sachsen und auch deutschlandweit.

Der Rechtsruck und die Gewalt und Aggression gegen Geflüchtete – das sind schlimme Zustände, und wir hoffen mit dem Film da auf kultureller Ebene etwas entgegensetzen zu können.

LZ: Nur im Kino?

TK: Ab Herbst läuft auch unsere Bildungsauswertung an, wo wir in soziokulturelle Zentren in Kleinstädten oder an Schulen gehen, den Film zeigen und mit den Leuten vor Ort diskutieren werden.

LZ: Ihr habt ja meines Wissens nach sogar während der Dreharbeiten in Leipzig Stress gehabt. Was ist da vorgefallen?

KK: Bei einem Nachdreh wurde uns ein Nazi-Hool-Schlägertrupp im Transporter vorbeigeschickt, von einem Typen, der uns vom Fenster aus die ganze Zeit beobachtet hatte. Das war eine krasse Situation damals, die uns zwar aus alten Tagen in Jena bekannt war – wo wir unsere Jugend verbracht haben – aber nicht aus Leipzig-West. Wir haben dann im Filmteam entschieden, nicht abzuhauen, und uns mit Tonangeln „bewaffnet“.

Das Nummernschild haben wir natürlich auch gleich fotografiert. Wir hatten Glück, dass die Typen daraufhin wieder abgezogen sind. Vielleicht wollten sie uns einfach nur am Drehen hindern und Angst einjagen – keine Ahnung. Auf jeden Fall erschreckend, dass die organisiert genug sind, um innerhalb von 20 Minuten am Sonntagmorgen um 9:30 Uhr einen Schlägertrupp zu organisieren und zu uns zu senden.

LZ: Wo wir gerade bei Vorfällen sind: Wie kamen eigentlich eure freundlichen Hinweise letztens bei einer Pegida-Demonstration in Dresden an?

TK: Die Leute waren vor allem irritiert, als sie von einem schwarzen Mann per Megafon belehrt wurden, dass Pegida „undeutsch“ sei und Lutz Bachmann abgeschoben werden müsse. Es gab auch ein paar Stinkefinger und einen wütenden Typ, der von innen an die Scheibe der Straßenbahn geschlagen hat, als er uns sah. Das waren die sichtbaren Reaktionen. Die Polizei hat sich ja auch gleich an uns drangehängt und hing uns dann vier Stunden am Hintern – das war so ein Mix aus Schutz und Bedrohung, da wir im berühmten „Lauti“-Bus aus Jena dort rumgefahren sind.

Also der Bus, der ja schon mal lange als „Tatwaffe“ beschlagnahmt in Dresden stand. Am Morgen der Dresden-Premiere hatte ein Pegida-Mitglied unsere Veranstaltung mit Zeit und Ort auf der offiziellen Pegida-Facebook-Seite geteilt. Darunter ging dann die Diskussion mit Hasskommentaren und offenem Rassismus voll ab. Das Kino Schauburg Dresden liegt ja in der Neustadt – also in einem alternativen Viertel. Es war ein schöner Abend in Dresden, wir haben zwar selber nicht mehr ins Kino reingepasst, aber hatten danach ein tolles Publikumsgespräch und Riesenapplaus.

Der neue Integrationsbeauftragte der NPO. Foto: Patrick Meischner

Der neue Integrationsbeauftragte der NPO. Foto: Patrick Meischner

LZ: Welche Städte zeigen mittlerweile den Film, und warum schlafen die anderen noch?

TK: Kurz gesagt, in Ostdeutschland gibt es ein sehr großes Interesse, im Westen halten sich die Städte noch zurück bzw. sind die in der Programmplanung starrer und nehmen Filme im Selbstverleih oft gar nicht ins Programm. Aber wir haben trotzdem ein paar tolle Kinos gefunden in Nürnberg, Hamburg, Frankfurt, München und vielen anderen Städten. Ein paar sind auch durch unseren Trailer aufmerksam geworden und haben uns dann von sich aus kontaktiert.

Ein tolles Erlebnis war Wiesbaden: Die Murnau-Filmstiftung hat uns eingeladen, den Film in der Reihe „Der besondere Film“ zu zeigen. Das war ausverkauft, aber es gab wieder andere Reaktionen als hier. Auch viel mehr Afrodeutsche als hier saßen im Kino und haben ziemlich mitgefiebert, abgelacht und sich danach persönlich bedankt – das war toll.

LZ: Wenn ihr euch von den öffentlichen Förderstrukturen für junge Filmemacher etwas wünschen könntet, was wäre das, was könnte für den „Schwarzen Nazi – Teil 2“ besser laufen?

KK: Das ist ein großes Thema, wir haben uns ja bei diesem Film gegen die offizielle Gangart entschieden und keine große Filmförderung beantragt, einfach um den Film nicht erst zwei Jahre später produzieren zu können. Bei einem Teil 2 wäre Förderung natürlich toll, einfach um das Team bezahlen zu können, andererseits gibt es auch viele, viele Vorteile, wenn man so „independent“ dreht und arbeitet, wie wir es getan haben. Es schlaucht, aber macht manchmal auch unheimlich Spaß. Es waren ja auch zwei Verleiher interessiert – aber das konnten wir uns einfach nicht leisten, nachdem wir den Film selbst produziert hatten und damit schon finanziell im Minus waren.

Klar, wenn der Film gefördert ist und alle ihr Geld haben, kann man den Verleih einfacher abgeben, und wenn es dann ein Hit werden sollte, bekommt man einen Bonus. Wenn er aber nur ein paar Tausend Leute erreicht, bekommt man mit Verleih gar nichts raus und gibt auch noch die kompletten Rechte für mehrere Jahre ab. Es sind auch sehr interessante Erfahrungen, die wir gerade sammeln, indem wir sozusagen die komplette Kette von der Idee bis zum Versand der Filmkopie an das Kino selbst übernehmen. Unter den Kinobetreibern gibt es extrem interessante Charaktere – das sind ganz besondere Menschen.

LZ: Was habt ihr nun vor, nachdem ihr schon mindestens der Region hier bewiesen habt, was ihr könnt? ´

K: Es gibt schon einige Ideen, eine hieß „Jesus von Leipzig“, aber das haben wir erstmal wieder verworfen. Mir selber schwirrt schon lange eine Science-Fiction-Idee im Kopf rum, aber das ist noch nicht ausgegoren; Lust hätte ich da aber voll drauf. Wir halten uns aber gerade das Genre noch total offen – so, wie z. B. Lars von Trier hin und her springt zwischen den Erzählweisen und Genres, zwischen Riesenbudget und kleinem Low-budget-Experiment, das gefällt uns sehr gut. Wir werden auf jeden Fall nach einer kurzen Pause bald das nächste Projekt angehen, wir beide träumen auch vom Format Serie, da kann man noch mal ganz anders erzählen …

LZ: Überhaupt – Geld verdienen. Verdient man mit Filmen wie den euren eigentlich wirklich noch Geld, oder ist das eher eine Zukunftshoffnung und Spaß am Machen?

TK: Geld verdienen, im Sinne von abgesichert sein und einigermaßen fair bezahlt werden, tun wir nicht, da verdiene ich mit einem Werbefilm, für den ich ungefähr eine Woche Arbeitszeit brauche, schon fast mehr als bei diesem großen Projekt. Aber wir sind froh, dass wir gerade in der Lage sind, einen Film zu machen, der dann auch wirklich im Kino läuft und die Zuschauer beschäftigt, zu lernen und sich handwerklich und künstlerisch weiterzuentwickeln und das Gefühl zu haben, zu leben – mit den ganzen Geschichten, die in so einer intensiven Zeit passieren. Das wiegt dann eigentlich alle Strapazen auf und ist uns wichtiger als das Geld, das wir in normaler Arbeit hätten verdienen können. Wir sind unseren Freunden, Mitarbeitern und Unterstützern sehr dankbar dafür.

Alle aktuellen Kinotermine findet man unter:
http://www.derschwarzenazi.de/kalender

Dieser Artikel erschien am 13.05.16 in der aktuellen Ausgabe 31 der LEIPZIGER ZEITUNG (LZ). Die kommende Ausgabe Nr. 32 der LZ erscheint am 10. Juni 2016 in Leipzig überall, wo es Zeitungen zu kaufen gibt.

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