In eigener Sache oder 1.500 x 99 Euro

Leser fragen, wir antworten: Zur Aktion „Freikäufer“ oder „Weniger als ein halbes Brötchen“

Die nachfolgende Frage (leicht ausgebessert) erreichte uns zu unserer Aktion Freikäufer und warum wir 99 Euro im Jahr für ein Abonnement verlangen: „Aber warum gibt es keine Monats- und Tageszugänge?! Ich kann sicherlich selbst im Umfeld niemanden finden, der sich mal eben schnell für soviel Geld verpflichtet. Der Hunni sieht eben einfach ganz schön viel aus. Ich kann mir auch direkte Artikelzugänge vorstellen, diesen hätte ich gern gelesen und bezahlt, aber nicht im Jahresabonnement.“

Weniger als ein halbes Brötchen

Ein eigenes sogenanntes Micropayment-System zum Bezahlen von Kleinstbeträgen für einzelne Artikel oder die erfragten Tagespreise aufzubauen, ist uns technisch/finanziell unmöglich. Wie auch anderen, weit größeren Zeitungen. Bei normalen Transaktionen (Überweisung, PayPal etc.) sind die Umgebungskosten so hoch, dass von Centbeträgen kaum noch etwas bei uns ankommt.

Bestehende Systeme, welche Bezahlungen in Kleinstbeträgen ermöglichen, wie z.B. Flattr, sind am Desinteresse der Leser im Netz schon vor Jahren gescheitert. Da uns auch diese Frage bereits erreichte: Mit dem Anbieter „Blendle“ haben wir verhandelt, man sei derzeit „voll“, will 2016 keine weiteren Zeitungen aufnehmen und in der Branche in Deutschland heißt es derzeit – kaum Geld verdienen möglich.

Es scheint also, als fehlten auch da wieder mal (noch) die Leser/Nutzer.

Zwischenfazit

Die Nutzung von bestehenden Bezahl-Systemen für Kleinstbeträge (wie beim Tagespass) ist kompliziert, teils unsinnig, weil zu wenige Leser im Netz mitmachen. Und manchmal schlicht unmöglich, weil manche Anbieter auch bloß Transaktionskosten berechnen, welche deutlich zu hoch sind (bis zur Hälfte der Centbeträge). So zum Beispiel noch bei Bezahlungen per Handyrechnung. Hier verdienen unter anderem die Telefongesellschaften noch zu viel mit, wenn man ein angeblich kleiner Kunde ist.

Weshalb wir uns zu unserem Abo-Angebot entschieden haben, bei welchem 1.500 Menschen 8,25 Euro im Monat, also 99 Euro brutto im Jahr zahlen können, damit auch ALLE anderen Leser wieder auf der L-IZ.de alles lesen können.

Dazu mal aus unserer Innen-Sicht: Netto stehen uns davon (die Transaktions- und Verwaltungskosten mal abgezogen) gerundet 6,50 Euro (also rund 78 Euro im Jahr) zu, da zudem (zu Unrecht) „Zeitungen im Netz“ immer noch mit 19 % Mehrwertsteuer berechnet werden, während Printzeitungen nur 7 % haben.

Egal wie, der „Tagespreis“ liegt somit derzeit bei gerundet 0,225 Euro netto bei 99 Euro im Jahr. Preislich ein kleines Brötchen mittlerer Qualität also.

Scheint es

In der Praxis bedeutet ein Tagespass oder Zugänge längerer Laufzeiten (egal) bei einer Onlinezeitung wohl eher, dass der Bäcker den Laden gegen 0,27 Euro (brutto) am Tag einfach aufschließen würde und man kann mitnehmen, soviel man tragen kann. Denn jeder Text (oder eben ganz viele an einem Tag aus dem gesamten Archiv) ist mit einem Zugang kopierbar, verschickbar, runterladbar, teilbar per Mail, PDF usw. – dies gilt für Tages-, Monats-, Jahres- oder sonstige Flats.

Warum auch nicht, solange sie nicht einfach woanders nochmals veröffentlicht werden? Dann könnte es derzeit auch mal haarig mit uns werden, denn in anderen Branchen nennt man so etwas Diebstahl.

Zur Gesamtsumme von 99 Euro im Jahr und die Bezahlbarkeit von einzelnen Menschen

Wer, wenn nicht wir wüssten um die oft nicht einfachen Lebensbedingungen der Leipziger? Und dass 99 Euro viel Geld ist?

Dennoch mal eine Gegenfrage. Wir suchen 1.500 x 99 Euro, natürlich auch gern die 1.500 Menschen dazu. Doch die Erfahrungen der LVZ (olala, sie haben LVZ gesagt ;-) und unsere Lehren seit Langem: Login-Accounts können und werden manchmal unter mehreren Menschen aufgeteilt. Weil es im Netz kaum zu verhindern ist. Sagen wir also Herr und Frau Schmidt oder Herr und Herr Schmidt oder Herr Schmidt und seine Tochter (usw., wir haben uns sicher verstanden) oder eine ganze Studenten-WG nutzen einen Account gemeinsam. Natürlich sinkt so die Chance, Konzertkarten zu gewinnen etwas ab, aber man hat gemeinsam vollen Zugriff auf die L-IZ.de mit allen Angeboten.

Nun sind es pro Person also noch maximal 49,50 Euro (Brutto) im Jahr, also pro Monat 4,125 Euro oder eben 0,136 Euro (brutto) am Tag. Die Studenten-WGs können selber rechnen, wie das zu dritt, viert usw. aussieht.

Weniger als ein halbes Brötchen (7 % MwSt. ;-) am Tag also. Ob das viel oder wenig ist, werden wir nicht festlegen.

PS 1: Eine gedruckte Tageszeitung unter 1,10 Euro (7 %) ist nichts wert. Denn nein: Man hat dabei nie nur das Papier bezahlt, es gab mal Zeiten, da haben Journalisten sogar Geld mit ihrer Arbeit verdient. Wahnsinn, oder? ;-)

PS 2: Wenn manche 99 Euro als „unsozial“ ansehen sollten, verweisen wir darauf, dass wir 1,5 Jahre lang ein Sozial-Abo zu 25 Euro p. Jahr und „Förderabos“ für 60 Euro im Jahr angeboten haben, bei denen dann ein weiterer für 0 Euro mitlesen konnte. Es wurden davon gesamt rund 20 zu 60 Euro gebucht. Es gab Monats- und Wochenabos. Diese wurden nahezu nie gebucht (im Verhältnis). In Brötchen ließ sich das kaum noch berechnen.

So wie jetzt eigentlich immer noch, bedenkt man die Praxis mit.

Eine L-IZ.de für alle: Wir suchen „Freikäufer“

Die L-IZ.de auf dem Weg zur "Clubzeitung" oder für alle? Grafik: L-IZ.de

Die L-IZ.de auf dem Weg zur „Clubzeitung“ oder für alle? Grafik: L-IZ.de

MedienFreikäuferLeipzig
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 
3 Kommentare


Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

NPD und AfD eingeladen: Klimadiskussion in Dresden nach Kritik abgesagt
NPD und AfD sollten an einer später abgesagten Klimadiskussion teilnehmen. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDie Klimadiskussion unter dem Titel „Fakten statt Geblubber“, die am Freitagabend, den 23. August, in Dresden stattfinden sollte, ist abgesagt. Die Organisatoren, die Dresdner Gruppen von „Parents for Future“ und „Scientists for Future", reagierten damit auf massive Kritik, nachdem unter anderem die rechtsradikalen Parteien AfD und NPD eingeladen waren.
Von Diktatur halten die Berliner nicht viel
Diskriminierungserfahrungen der Berliner. Grafik: Berlin-Monitor

Grafik: Berlin-Monitor

Für alle LeserBerlin hat jetzt auch einen Monitor. So wie Thüringen einen Thüringen-Monitor hat und Sachsen einen Sachsen-Monitor. Und die ersten Ergebnisse, die am Mittwoch, 21. August, vorgestellt wurden, zeigen etwas, was der Sachsen-Monitor eher verwischt als deutlich macht: In Großstädten ticken die Menschen anders als in ländlichen Regionen. Nicht nur die Lebenswelten driften auseinander, auch die Einstellungen zu Demokratie und Weltoffenheit.
LVB sehen keine Zukunft mehr für die Straßenbahnverbindung zum Völkerschlachtdenkmal
Buslinie 70 auf der Schlachthofbrücke. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserOb das so eine gute Idee ist? Leipzig denkt zwar intensiv über den Ausbau des Straßenbahnnetzes nach, um den Anteil des ÖPNV im täglichen Verkehr deutlich zu erhöhen. Aber die bis jetzt noch bestehende Ausweichstrecke über die Richard-Lehmann-Straße soll 2021 im Zuge der Komplettinstandsetzung der Schlachthofbrücke am MDR zurückgebaut werden. Eine notwendige Sanierung der Gleise, so die LVB, sei nicht förderfähig.
Was kann man tun, wenn Vorgesetze kein Vorbild sind und mit den Mitarbeitern nicht kommunizieren?
Treppenhaus im Neuen Rathaus. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDie Bilanz, die Leipzigs Verwaltungsbürgermeister Ulrich Hörning am Dienstag zog, war knapp, aber deutlich: „Stadt-Mitarbeiter sind zufrieden und dennoch kritisch“. Die Stadtverwaltung von Leipzig bietet zwar eine Menge interessanter und abwechslungsreicher Arbeitsplätze. Aber in der Mitarbeiterführung gibt es in einem Viertel der Stadtverwaltung spürbare Probleme.
Dornier 328NEU soll ab 2023 am Flughafen Leipzig/Halle gebaut werden
Wirtschaftsminister und Vize-MP Martin Dulig und Fertigungsleiter Nico Neumann betreten die D328NEU. Foto: SMWA/Bonss

Foto: SMWA/Bonss

Für alle LeserSeit ein paar Tagen schon wurde gemunkelt. Seit Mittwoch, 21. August, ist es jetzt offiziell: Das US-amerikanische Luft- und Raumfahrtunternehmen Sierra Nevada Corporation (SNC) und die 328 Support Services GmbH (328SSG) haben am Mittwoch, 21. August, ihre Pläne zur Gründung eines neuen Flugzeugherstellers am Flughafen Leipzig/Halle bekannt gegeben.
Wessen Erbe ist eigentlich die ostdeutsche AfD?
Ein Ei und das andere: AfD und Pegida als Einheit auch in der Optik. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDa ackern sich die demokratischen Parteien die ganze Zeit ab, sich in einem relativ fairen politischen Wettbewerb zu behaupten – und dann kommt eine Marketingtruppe in Blau-Rot und beansprucht einfach mal die Wende für sich. Oder doch die Friedliche Revolution? Zahlreiche bekannte Bürgerrechtler verwahren sich gegen den Missbrauch. Aber hat nicht eher Andreas Wassermann recht, der in seinem „Spiegel“-Essay schreibt: „Die AfD gehört zum Erbe von '89“?
Warum kann die SPD ihre Erfolge in der Regierungskoalition nicht in Wählerstimmen ummünzen?
Klare Ansage in Lindenau. Foto: Marko Hofmann

Foto: Marko Hofmann

Für alle LeserWie macht man eigentlich Wahlkampf als Noch-Regierungspartei, auch wenn man die ganzen fünf Jahre immer nur der kleine Koalitionspartner war wie die SPD in Sachsen? Eine nicht ganz unwichtige Frage in einer Zeit, wo die SPD immer wieder dafür abgestraft wird, weil sie als kleiner Koalitionspartner der CDU das Weiterregieren ermöglicht. Da geht selbst das unter, was die SPD gegen den großen Partner durchgesetzt hat. Wie soll der Wähler das sortieren?
Mehr als 1.000 Menschen protestieren gegen Mini-Poggenburg-Kundgebung + Video
Etwa 1.000 Menschen demonstrierten in Connewitz. Foto: René Loch

Foto: René Loch

Für alle LeserEtwa 1.000 Menschen beteiligten sich am Mittwochabend, den 21. August, an einer antifaschistischen Demonstration des Aktionsnetzwerkes „Leipzig nimmt Platz“ durch Connewitz. Anlass war eine Kundgebung von André Poggenburg auf der Richard-Lehmann-Straße. An dieser beteiligten sich zehn Personen.
Ticketverlosung: Wassertropfen & Seifenblase. Ein Ringelnatz-Abend
Ringelnatz-Lesung im Botanischen Garten. Foto: Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik

Foto: Gesellschaft für zeitgenössische Lyrik

VerlosungAm 13. September gibt es im Botanischen Garten Lesung Nr. 2 der neuen Reihe Die besondere Edition „Joachim Ringelnatz. Wassertropfen & Seifenblase“. Das Text-/Hörbuch ist anlässlich des 4. Gedichtfilmwettbewerbs zur Lyrik des 1883 in Wurzen als Hans Bötticher geborenen Ringelnatz erschienen. Freikäufer haben die Möglichkeit, 1x2 Freikarten zu ergattern.
„Friedlich einschlafen und nicht mehr aufwachen“: 80-Jährige Seniorin soll wegen versuchten Mordes ins Gefängnis
Erika S. nimmt zum Prozessauftakt neben ihrem Verteidiger Hagen Karisch Platz. Foto: Lucas Böhme

Foto: Lucas Böhme

Für alle LeserÄußerlich gefasst nahm Erika S. am Mittwoch ihr Urteil entgegen: Die 80-Jährige soll wegen versuchten Mordes an ihrem Ehemann ins Gefängnis. Sie hatte versucht, ihn und sich selbst mit Schlaftabletten zu töten, da sie mit der Pflege des schwer Demenzkranken überfordert war. In seiner Urteilsbegründung ging der Richter auch auf die Frage ein, warum die Kammer trotz schwieriger Umstände diese harte Entscheidung traf.
Grüne machen sich Jugendparlaments-Antrag zum Klimanotstand zu eigen und fordern eine Klimaanpassungsstrategie
Gewitterzelle über Leipzig. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserImmer deutlicher wird, dass die älteren Politiker in einem völlig anderem Verhältnis zur Zeit leben. Sie haben sich augenscheinlich daran gewöhnt, dass alles seinen gemächlichen Gang geht und dass man selbst für wichtige Richtungsentscheidungen jahrelang Zeit hat. Und nur die jungen Leute scheinen zu spüren, dass auch eine Stadt wie Leipzig keine Zeit mehr hat, sich auf die Folgen des Klimawandels einzustellen. Im April stellte das Jugendparlament seinen Antrag zum Klimanotstand.
Vielfalt der Industriekultur: Eröffnung der 7. Tage der Industriekultur
Zur feierlichen Eröffnung der 7. Tage der Industriekultur kamen heute Akteure aus der Stadt Leipzig und der Region in die VDI-GaraGe, um gemeinsam über das facettenreiche Thema „Industriekultur und Strukturwandel" zu sprechen. © Industriekultur Leipzig e.V.

© Industriekultur Leipzig e.V.

Mit einem Netzwerktreffen der diesjährigen Akteurinnen und Akteure aus Leipzig und der Region sowie dem bereits traditionellen Industrie|Kultur|Festival #4 unmittelbar im Anschluss werden am Mittwoch die 7. Tage der Industriekultur Leipzig feierlich eröffnet.
Innenminister Wöller hat drei mobile Verkehrsschulen für Kinder und Jugendliche übergeben
Prof. Dr. Roland Wöller, Staatsminister des Innern. Foto: Pawel Sosnowski

Foto: Pawel Sosnowski

Innenminister Prof. Dr. Roland Wöller hat heute auf dem Verkehrsübungsplatz am Stadion Heiliger Grund in Meißen gemeinsam mit dem Präsidenten der Landesverkehrswacht Sachsen e.V. (LVW), Andreas Nowak, drei Fahrzeuge, die zukünftig als mobile Verkehrsschulen genutzt werden, übergeben. Diese werden durch die Gebietsverkehrswacht Meißen e.V., die Gebietsverkehrswacht Torgau e.V. sowie die Kreisverkehrswacht Vogtland e.V. zur Verkehrserziehung von Kindern und Jugendlichen eingesetzt.
SPD-Fraktion legt nach: Wo bleiben die Prüfergebnisse für die anderen geplanten Fahrradstraßen in Leipzig?
Ausweisung für eine Fahrradstraße. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserDa war sich Leipzigs Straßenverwaltung im Juli ziemlich sicher: Die nördliche Karl-Liebknecht-Straße, die die Leipziger eigentlich nur noch KarLi nennen, kann nicht zur Fahrradstraße umgewandelt werden. Es gibt dort zu wenige Radfahrer/-innen. Beantragt hatte das das Jugendparlament. Aber so will das zumindest die SPD-Fraktion nicht stehen lassen. Sie beantragt jetzt eine richtige Vorlage zu den Fahrradstraßen in Leipzig. Nur über der KarLi bleibt ein Fragezeichen.
Am 25. August: Familienführung im Völkerschlachtdenkmal
Foto vom Fundamentbereich des Völkerschlachtdenkmals , "Foto: SGM"

"Foto: SGM"

Das Völkerschlachtdenkmal hat neben einer schönen Aussicht noch vieles mehr zu bieten. Was dies alles ist, zeigt die Familienführung am Sonntag, dem 25.8., um 10.30 Uhr, bei welcher der beeindruckende Denkmalbau gemeinsam erkundet wird.