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Der Johannisplatz als Knotenpunkt für die Leipziger Kulturgeschichte des 18. Jahrhunderts

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    Na, dann tun wir uns eben zusammen. Das dachten sich jetzt zwei Vereine, die bislang um ihre Themen jeweils allein kämpften, sich aber thematisch und personell schon längst überschnitten: Ende April haben sich der Johanniskirchturm e.V. und der Freundeskreis Gellert e.V. zum Verein Johanniskirchturm Leipzig e.V. zusammengeschlossen.

    „Dieser Schritt war lange überfällig“, berichtet der neue Vereinsvorsitzende Olaf Graszt. Aus beiden Vereinen waren die Vorstände Mitglieder im jeweils anderen Verein. Man kannte sich und konnte gut miteinander.

    Gemeinsam wurde zum Beispiel in 2015 der 300. Geburtstag von Christian Fürchtegott Gellert vorbereitet und durchgeführt. Neben Gellert war und ist die verbindende Klammer der beiden Vereine das Areal des Johannisplatzes in Leipzig. In der Aufarbeitung der Historie und der gegenwärtigen und zukünftigen Gestaltung des Platzes finden sich beide Vereine wieder.

    Hier stand bis zu den Bomben des 2. Weltkriegs die Johanniskirche mit der Gruft für Johann-Sebastian-Bach und die beiden Gellert-Brüder. Der Turm der Johanniskirche stand noch bis in die 1960er Jahre und wurde dann trotzdem gesprengt. Bachs Gebeine bekamen in der Thomaskirche einen neuen Platz, der Sarkophag der Gellert-Brüder wurde erst in die Paulinerkirche verlegt. Als diese Kirche zur Sprengung vorbereitet wurde, bekamen der Dichter Christian Fürchtegott Gellert und sein Bruder, der Oberpostcommissarius Friedrich Leberecht Gellert, ein Grab auf dem Südfriedhof – lange Zeit sehr unscheinbar, kaum zu finden.

    Der Freundeskreis Gellert sorgte dafür, dass für Christian Fürchtegott Gellert noch ein extra Grabstein aufgestellt wurde, der sichtbar macht, dass Leipzig hier einen seiner berühmtesten Dichter beerdigt hat. Der dann 2015 auch noch sein 300. Geburtstagsjubiläum bekam.

    In der alten Johanniskirche trafen mehrere Linien der Leipziger Kulturgeschichte aufeinander. Die „Fusion“ war also folgerichtig. Auf den Mitgliederversammlungen votierten die Mitglieder einstimmig für diesen Schritt.

    Jetzt gelte es, die Vereinszwecke beider Vereine weiter mit Leben zu erfüllen, betont Olaf Graszt. Perspektivisch sehe sich der Verein aber auch als Plattform und als Forum für die Zeit des 18. Jahrhunderts in Leipzig, von wo aus bedeutende kulturelle und gesellschaftliche Impulse ausgingen. Als Logo und sozusagen Wahrzeichen des Vereines steht der Johanniskirchturm. Er soll den Vereinszweck symbolisch transportieren.

    Erinnerungstafel für die Bach-Gellert-Gruft. Foto. Ralf Julke
    Erinnerungstafel für die Bach-Gellert-Gruft. Foto: Ralf Julke

    Mit einem Rechteck auf der grünen Wiese, wo einst die Kirche stand, wurde der Standort der Bach-Gellert-Gruft schon sichtbar gemacht. Fernziel bleibe aber, so Graszt, der Wiederaufbau des Johanniskirchturmes. Flankiert würden diese beiden Themen von zahlreichen Aktivitäten.

    Momentan steht die fünfjährige Patenschaft des Gellertgrabes im Mittelpunkt. Dazu will der Verein eine Broschüre über die Umgestaltung der historischen Grabanlage vorlegen. Außerdem ist der Verein im Thema Parkbogen Ost aktiv, denn auch hier spielt der Johannisplatz durch seine Lage eine zentrale Rolle.

    Der langjährige Vorsitzende Johannes Schulze gab im Rahmen der Neuausrichtung den Vereinsvorsitz an Olaf Graszt ab, der sich wiederum freut, dass Schulze mit seinem Wissen und seiner Erfahrung im erweiterten Vorstand an Bord bleibt. Außer Graszt und Stefan Riedel, die für den Verein vertretungsberechtigt sind, komplettieren Dr. Johannes Hähle und Dr. Christian Jonas den fünfköpfigen Vorstand.

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