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Beim kunZstoffe e. V. kann man lauter Dinge mit Erinnerungen und die Geschichte dazu abgeben

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    Seit neun Jahren schon gehört der kunZstoffe e.V. zu den Leuchttürmen auf der wiedererwachten Georg-Schwarz-Straße im Leipziger Westen. Die urbane Ideenwerkstatt in der Georg-Schwarz-Straße 7 ist ein Anlaufpunkt für kreative Köpfe. Und immer wieder macht der Verein mit Aktionen auch darauf aufmerksam, dass man Dinge nicht einfach wegschmeißen sollte. Erst recht nicht, wenn haufenweise Erinnerungen dranhängen.

    Von Mai bis Ende August sammelt der Verein nun innerhalb des Projekts „Materialreise – Erzählspende“ nicht mehr genutzte Gegenstände und dazu die Geschichten, die mit eben diesen verbunden sind.

    „So können wir Zeitgeschichte und persönliche Geschichte dokumentieren, archivieren, sichtbar und für alle in einer abschließenden Ausstellung im Oktober/November zugänglich machen“, erklärt Marlene Schön.

    Das Projekt ordnet sich natürlich ein in das Hauptziel des kunZstoffe – urbane Ideenwerkstatt e.V., das sich unter dem Schlagwort Teilhabe zusammenfassen lässt.

    „Wir organisieren Kultur- und Begegnungsangebote, geben diverse Workshops zu Themen wie Nachhaltigkeit, Upcycling, Handwerk und soziale Ökonomien“, sagt Marlene Schön. „Unsere Kooperationspartner*innen bilden mit uns zusammen ein gut ausgebautes Netzwerk, welches die Menschen dazu befähigt, soviel wie möglich selbst, nachhaltig, kostensparend und eigenverantwortlich zu gestalten.“

    Materialreise - Erzählspende. Plakat: kunzstoffe e.V.
    Materialreise – Erzählspende. Plakat: kunzstoffe e.V.

    Aber damit das Projekt einen aussagekräftigen Umfang bekommt, muss jetzt erst einmal gesammelt werden. kunZstoffe e.V. begibt sich deshalb auf eine Materialreise und sammelt Geschichten. Seit 2009 sammelt der kunZstoffe e.V. Dinge, die zu schade zum Wegwerfen sind, um sie an diejenigen weitergeben zu können, die mit ihnen basteln, handwerken und sie weiternutzen. Vor allem ältere Menschen bringen Wolle, Knöpfe oder Kleiderstoffe aber auch andere nützliche Dinge, die ewig schon im Schrank lagen und die sie nicht mehr verarbeiten werden.

    Und nicht selten erzählen sie dazu kleine Geschichten, woher sie zum Beispiel die Stoffe haben, wie schwer es war, diese in der DDR zu bekommen, was sie daraus früher fertigten. Oder alte Fotografien und Postkarten werden gebracht, die ein Stück Zeitgeschichte erzählen, vieles davon ist den jüngeren Menschen oft fremd aber sie interessieren sich dafür – für die damalige Alltagsgeschichte, um genau zu sein.

    Und so landen Eierschneider, Waschbrett, Küchenreibe, Wählscheibentelefon, Hackbrett, Ziehharmonika, Schaufensterpuppen, Linolschnittset, Kinderholzwerkbank, Webrahmen usw. bei kunZstoffe. Tausenderlei alte und geliebte Dinge landen in den Regalen. Und daraus entstand die Idee, gerade auch die Geschichten zu den gespendeten Materialien zu sammeln, um sie zu bewahren und sichtbar für andere zu machen.

    Abgeben kann man seine Erinnerungsstücke direkt im Laden in der Georg-Schwarz-Straße 7 mitsamt den damit verbundenen kleinen Geschichten. Das geht natürlich auch ohne, beruhigt der Verein. Aber mit Geschichte ist natürlich viel aufregender.

    Abgeben kann man sein Sammelstück bis spätestens August 2018. Beachten aber sollte man: Im Juli ist Schließzeit. Die Spendenannahme ist immer Dienstag und Donnerstag von 15 – 19 Uhr. Das Projekt „Materialreise – Erzählspende“ wird gefördert von der Kulturstiftung der Stadt Leipzig, dem Verfügungsfonds Georg-Schwarz-Straße sowie der Stiftung „Bürger für Leipzig“.

    Spendenannahme: kunZstoffe – urbane Ideenwerkstatt e.V., Georg-Schwarz-Straße 7, 04177 Leipzig-Lindenau
    Dienstag & Donnerstag 15-19 Uhr oder Terminvereinbarung unter Tel. (0163) 4846916 oder E-Mail: buero@kunzstoffe.de

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