NABU Leipzig schreibt einen emotionalen Brief an die Leipziger

Gesetze werden missachtet, Behörden bleiben tatenlos: Die Stadt der toten Tiere

Für alle Leser„Wo sind meine Kinder hin, wo ist mein Zuhause geblieben?“ – Vor dieser Frage stehen tagtäglich mehrere Eltern in Leipzig – Vogeleltern. Bei Bauarbeiten werden Nester mit Jungvögeln einfach eingemauert oder in den Bauschutt geworfen, Ritzen und Höhlen werden verschlossen. An anderen Stellen werden Bäume mit Nestern gefällt, Nistkästen einfach geschreddert oder beim Heckenschnitt die Nester mit den Jungen in zwei Teile zersägt.

Verzweifelt fliegen die einstigen Bewohner bis zur Entkräftung umher, und das Vogelsterben geht immer weiter. Weitgehend unbemerkt setzt sich das Drama nach Sonnenuntergang fort: Ganze Fledermauskolonien stellen fest, dass der Weg in die Freiheit versperrt ist. Lebendig eingemauert müssen die Tiere qualvoll sterben, während draußen eine schöne neue Fassade strahlt.

Und selbst wenn die Tiere solche Massaker überleben, sind hinterher für sie kaum Unterschlupfmöglichkeiten mehr zu finden und auch keine Nahrung. Denn wo vorher Bäume und Sträucher und Wildnis in der Stadt den Tieren ein Überleben sicherten, sind nur noch Beton, Asphalt oder allenfalls Rasen zu finden.

Bürger werden allein gelassen

In Leipzig ist das leider seit Jahren und Jahrzehnten Alltag. Immer mehr Lebensräume gehen verloren und tagtäglich werden die letzten überlebenden Tiere in der Stadt umgebracht und vertrieben. Das ist herzlos, das ist eine ökologische Katastrophe, es ist aber auch rechtswidrig! Leider zeigen sich die Behörden nicht in der Lage, Recht und Gesetz durchzusetzen.

„Warum unternehmt ihr nichts gegen die Naturzerstörung und gegen die Gesetzes-Verstöße“, wird der NABU Leipzig immer wieder von empörten Bürgern gefragt. Nahezu täglich werden dem NABU-Büro mehrere Fälle gemeldet. Die NABU-Mitstreiter sind Vereinsmitglieder, die allesamt unentgeltlich in ihrer Freizeit für den Naturschutz arbeiten.

Viele Stunden und Fahrkilometer verbringen sie damit, im Vorfeld wertvolle Lebensräume zu erfassen, Zerstörungen zu dokumentieren und die zuständigen Behörden zu informieren, denn nur diese Behörden können mit den Mitteln des Rechtsstaats tätig werden. Doch sie tun es vielfach nicht, trotz der Zuarbeit durch den NABU.

Die besorgten Bürger und engagierten ehrenamtlichen Naturschützer werden allein gelassen von Ämtern und oftmals auch von der Polizei. Selbst bei Gefahr im Verzug, wenn das Leben gesetzlich geschützter Tiere bedroht ist oder wenn Bauleute die Anwohner einschüchtern, hat die Polizei andere vermeintlich wichtigere Einsätze. Das Naturschutzrecht wird nicht durchgesetzt.

Gesetze zum Schutz von Natur und Umwelt schützen letztlich die Lebensgrundlage der Menschen und sind auch ein Ausdruck unseres zivilisierten Umgangs mit den Mitgeschöpfen. Sie sind aber nichts wert, wenn sie nicht angewendet werden. Bürger fordern das, die Behörden zeigen sich dazu aber häufig nicht in der Lage. Oder weigern sie sich aus wirtschaftspolitischen Gründen?

Offensichtlich ist ein anderes Bewusstsein und vielleicht auch mehr Personal notwendig, um den staatlichen Aufgaben des Tier- und Naturschutzes nachkommen zu können!

In einigen Fällen ist es Unkenntnis der handelnden Personen, in vielen Fällen ist es aber auch ein vorsätzlicher Verstoß gegen Tier- und Naturschutzrecht. Strafen haben die Täter kaum zu befürchten. Wenn sie sich die Mühe machen und ihren Frevel vorher bei den Behörden beantragen, bekommen sie zudem auch in den meisten Fällen vollkommen rechtskonform eine Ausnahmegenehmigung, manchmal sogar nachträglich. So wird Naturfrevel legalisiert oder sogar illegales Handeln, das der NABU oder Anwohner zur Anzeige brachten, noch nachträglich legitimiert.

Einige Beispiele aus der jüngeren Zeit, die man endlos ergänzen könnte:

– Der NABU bemerkt Sanierungsarbeiten an einer Plattenbauschule in Mockau. Auf Nachfrage stellt sich heraus, dass der Bauherr (die Stadt Leipzig) vorher kein artenschutzfachliches Gutachten in Auftrag gegeben hatte. NABU-Experten finden mit Leichtigkeit Nistplätze von Haussperlingen sowie Fledermausquartiere in dem Gebäudeteil, in dem die Fassadensanierung noch nicht beendet war. Was im übrigen, bereits gedämmten Gebäudeteil inzwischen vernichtet und ermordet wurde, bleibt unklar. In letzter Minute ist es so noch gelungen, zumindest Ersatzniststätten an diesem Gebäude zu schaffen.

Lebensraum von gesetzlich streng geschützten Arten am Bayerischen Bahnhof wurde einfach plattgewalzt und mit Schotter überdeckt. Die Tiere wurden dabei umgebracht. Foto: NABU Leipzig

Lebensraum von gesetzlich streng geschützten Arten am Bayerischen Bahnhof wurde einfach plattgewalzt und mit Schotter überdeckt. Die Tiere wurden dabei umgebracht. Foto: NABU Leipzig

– Der NABU bemerkt, dass zur Abwehr von Vögeln illegal Klebepaste auf Gebäuden ausgebracht wurde. Mehrere Vögel sind bereits verklebt, ein krasser Verstoß gegen das Tierschutzgesetz. Zudem ist das Ausbringen der Klebepaste auch ein Verstoß gegen das Bundesnaturschutzgesetz. Außerdem sind gesetzlich besonders geschützte Arten akut gefährdet, so sind in Leipzig auch schon Hausrotschwanz, Haussperlinge, Mauersegler, Kohlmeisen und ein Turmfalke Opfer solcher Klebefallen geworden.

Aus Sorge vor den juristischen Folgen und Mühen schieben sich die Naturschutz- und die Tierschutzbehörde die Zuständigkeiten gegenseitig zu, greifen nicht ein, und die Vögel leiden weiterhin. NABU-Mitstreiter geben sich Mühe, die verklebten Tiere zu fangen und in wochenlanger Pflege zu reinigen und gesund zu pflegen. Zudem wird der Ort des Geschehens täglich beobachtet, um eingreifen zu können, falls Vögel durch die illegale Tierfalle zu Schaden kommen.

– Der NABU hat mehrfach die Behörden informiert, dass auf dem Freigelände am Bayerischen Bahnhof Lebensräume gesetzlich geschützter Tierarten existieren, die bei geplanten Baumaßnahmen so gut wie möglich erhalten werden müssen. Ausgleichsmaßnahmen wären für die Vorhabenträger erforderlich, und einige Bauprojekte könnten nicht ohne weiteres fortgeführt werden. Dennoch gibt es immer wieder Zerstörung von Lebensstätten.

So wurden im April Laichgewässer der Wechselkröte sowie Habitate der Zauneidechse einfach weggewalzt. Beide Arten sind gesetzlich streng geschützt und genießen auch den Schutz der EU-Fauna-Flora-Habitatrichtlinie. Die drohende Strafe wird der Bauherr wohl in Kauf nehmen, Kröten und Eidechsen sowie Recht und Gesetz wurden unter Schotter begraben. Bau- und Naturschutzbehörde haben sich offenbar in keiner Weise abgestimmt und die Hinweise der ehrenamtlichen Naturschützer ignoriert.

– Ermutigt durch Politiker, die von „lärmenden“ Vögeln, von „Kräheninvasion“ oder von einer „Taubenplage“ sprechen, werden einige Zeitgenossen selbst tätig und greifen zur Schusswaffe. Durch Projektile werden die Tiere verletzt, sterben qualvoll oder müssen eingeschläfert werden. Bürger, die solche Todesschützen kennen, müssen selbst Beweise sammeln, bevor Strafverfahren eröffnet werden, viele gehen vergeblich zur Polizei. Dabei liegt hier nicht nur ein Verstoß gegen das Naturschutz- und das Tierschutzgesetz vor, es handelt sich auch um Jagdwilderei und illegalen Schusswaffengebrauch.

 

Dieser Nistkasten im Park an der Corinthstraße wurde vom NABU betreut und von Blaumeisen bewohnt. Bei "Baumpflegearbeiten" wurde er illegal abgenommen. Zusammen mit den Ästen wurden der Nistkasten und das Blaumeisennest zerschreddert. Foto: NABU Leipzig

Dieser Nistkasten im Park an der Corinthstraße wurde vom NABU betreut und von Blaumeisen bewohnt. Bei „Baumpflegearbeiten“wurde er illegal abgenommen. Zusammen mit den Ästen
wurden der Nistkasten und das Blaumeisennest zerschreddert. Foto: NABU Leipzig

– Direkt vor dem NABU-Büro in Gohlis werden mitten in der Vogelbrutzeit die Bäume beschnitten (und das passiert auch an unzähligen anderen Stellen in der Stadt). Auf das Einschreiten einer Mitarbeiterin wird erklärt, dass die beteiligten Fachleute darauf achten, dass keine gesetzlich geschützten Niststätten zerstört und keine gesetzlich geschützten Tiere verletzt werden. Wenig später wurde ein von „Familie Blaumeise“ bewohnter und vom NABU betreuter Nistkasten von einem Baum abgenommen und zusammen mit den Ästen geschreddert.

Grausamer Vogelmord vor den Augen des Naturschutzbundes und denen entsetzter Anwohner. Viele Bürger haben kein Verständnis dafür, dass derartige Arbeiten in der Vogelbrutzeit stattfinden. Zudem können die beteiligten Arbeiter eben nicht sicherstellen, dass keine Nistplätze zerstört werden.

Dafür wäre im Vorfeld ein Artenschutz-Fachgutachten notwendig. Es kann nicht von Gartenarbeitern oder von Bauleuten während der Arbeit erstellt werden, dafür müssen Naturschutzexperten im Vorfeld beauftragt und bezahlt werden! Allein die dafür notwendigen Kosten würden vielleicht so manche Naturzerstörung verhindern. Leider sind die Gutachten nicht gesetzlich vorgeschrieben, der Tiermord jedoch ist sehr wohl ein Gesetzesverstoß.

Und was ist das für ein Signal, wenn ehrenamtlich gebaute und betreute Nistkästen brutal zerschreddert werden? Hier wird bürgerschaftliches Engagement zertrümmert!

Naturschutz für eine lebenswerte Stadt

Oft sind es Bürger, die den NABU oder die Behörden auf Naturfrevel und Tiermord hinweisen, in den meisten Fällen jedoch lässt sich die Naturzerstörung nicht verhindern. Entweder ist sie legal oder die Verstöße werden nicht geahndet oder die Täter nehmen die geringen Strafen in Kauf. Angesichts dessen werden Hinweise und Anfragen des NABU oder der Bürger in vielen Fällen von Behörden ignoriert, gar nicht oder erst bei wiederholten Nachfragen beantwortet. Das Vertrauen in staatliches Handeln schwindet.

Der Naturschutz ist eine Errungenschaft, die mehr und mehr anderen Interessen geopfert wird. Der NABU Leipzig wird sich bemühen, darauf immer wieder hinzuweisen. Wichtig wäre jedoch, dass Politik und Behörden auf diese Hinweise reagieren und die Entwicklung umkehren. Tier- und Naturschutz sind staatliche Aufgaben, denen man nicht allein durch Lippenbekenntnisse gerecht wird. In der Stadtentwicklungspolitik und darüber hinaus in unserer Wirtschaftsweise müssen Nachhaltigkeit und Schutz der Biodiversität nicht nur versprochen, sondern tatsächlich realisiert werden.

Die Stadtpolitik muss die Behörden so aufstellen, dass sie Rechtsverstöße ahnden können. Außerdem muss die Priorität des Naturschutzes bei politischen und behördlichen Abwägungsprozessen unbedingt erhöht werden, damit Leipzig eine lebenswerte Stadt für die Menschen, aber auch für die tierischen Bewohner bleibt.

Kahlschlag und Beton

Naturschutzgesetze sind keine Handlungsempfehlung, sie sind einzuhalten! Aber ganz unabhängig von Gesetzen sollte doch der Schutz der Stadtnatur und Mitgefühl für die Tierwelt eigentlich jedem ein Anliegen sein. Warum geben Entscheidungsträger meist anderen Interessen den Vorzug? Es ist nicht Anliegen des NABU, mit Paragraphen zu argumentieren und eine Naturschutzpolizei zu fordern. Der Schutz der Natur sollte vielmehr einen höheren Stellenwert bekommen. Gerade staatliche Stellen, also beispielsweise die Stadt Leipzig als Genehmigungsbehörde oder als Bauträger, sollten mit bestem Beispiel vorangehen. Leider wird die städtische Gehölzpflege an Straßenrändern und in Parks nicht naturverträglich, sondern vollkommen rücksichtslos realisiert, Bauprojekte kommunaler Einrichtungen werden ebenso umgesetzt wie alle anderen Betonideen. Eine Vorbildfunktion gibt es hier leider nicht.

Jetzt beginnt auch in Leipzig der aggressive Kampf gegen die geschützten Vögel

 

NABUTierschutz
Print Friendly, PDF & Email
Leserbrief

Hinweise zum Leserbrief: Bitte beachten Sie, dass wir einen Leserbrief nur veröffentlichen, wenn dieser nicht anonym bei uns eintrifft. Außerdem möchten wir darauf hinweisen, dass eine Teilnahme an Verlosungen des L-IZ Leserclubs mit dem Leserbrief nicht möglich ist.

Ihr Name *

Ihre E-Mail-Adresse *

Betreff

Ihre Nachricht *

Bild/Datei hochladen

Wären Sie mit der Veröffentlichung als Leserbrief einverstanden? *

 

Kommentar schreiben



Schneller informiert mit dem L-IZ-Melder
Weitere Nachrichten:Bewegungsmelder | Wortmelder | Rückmelder | Sport | Polizei | Verkehr





Weitere aktuelle Nachrichten auf L-IZ.de

Linke Abgeordnete kritisiert, dass Sachsen das Menschenrecht auf Bildung für geflüchtete Kinder nicht einlöst
16. Schule in Volkmarsdorf. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist eine symptomatische Antwort auf eine grundlegende Frage, die die Landtagsabgeordnete der Linken, Juliane Nagel, jetzt von der Staatsregierung bekommen hat. Laut der Antwort auf ihre aktuelle Anfrage bleibt die Zahl der Kinder und Jugendlichen, die in den Erstaufnahmeeinrichtungen (EA) des Landes untergebracht werden, hoch. Und damit bleiben sie auch monatelang der Schule fern. Sachsens Flüchtlingspolitik verhindert auch hier frühe und sinnvolle Integration.
Erste Wasserstofftankstelle der Region Leipzig im Güterverkehrszentrum eröffnet
Eröffnung der Wasserstofftankstelle in Leipzig. Foto: H2 MOBILITY/ Michael Bader

Foto: H2 MOBILITY/ Michael Bader

Für alle LeserDie Mobilität auf unseren Straßen wird sich ändern. Das steht fest. Ob tatsächlich das individuell besessene Auto die Zukunft sein wird, ist offen. Wahrscheinlich nicht. Das verkraften unsere immer kompakteren Städte nicht. Derzeit fokussiert sich die Entwicklung trotzdem erst einmal auf alternative Antriebe. Das erste E-Taxi fährt jetzt bei 4884 und die erste TOTAL-Tankstelle stellt jetzt auch Wasserstoff bereit.
Hochrechnung: Rund 490.000 Sachsen sind von Depression betroffen
Arbeiten, auch wenn's hart wird. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserWas passiert eigentlich mit einer Gesellschaft, in der die Ansprüche an Mobilität, Flexibilität und Verfügbarkeit der Beschäftigten immer weiter wachsen? In der auch die Freizeit immer weiter durchplant, optimiert und nutzbar gemacht wird? – Sie zeigt Überlastungserscheinungen. Die Menschen sind dafür nicht gemacht und erkranken psychisch. Die Barmer Ersatzkasse hat jetzt einmal Zahlen für 2016 vorgelegt.
Warum hat die Rheinische Post die Zahlen eher als der Abgeordnete, der gefragt hat?
Bundestagsabgeordneter Sören Pellmann (Die Linke). Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserSören Pellmann ist sauer. Und das wohl zu Recht. Seit 2017 sitzt er für die Linkspartei im Bundestag. Und er nimmt seine Arbeit ernst und beschickt die Bundesregierung auch immer wieder mit Anfragen zu Themen, bei denen die Regierung immer nur herumdruckst. Normalerweise bekommt ein Abgeordneter nach einer Woche Antwort. Aber nun tauchen dise Zahlen auf einmal in der Presse auf, ohne dass Pellmann die Antwort der Verteidigungsministerin bekommen hätte.
Gedichtetes und Geträumtes von Michelle Steinbeck: Eingesperrte Vögel singen mehr
Michelle Steinbeck: Eingesperrte Vögel singen mehr. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserMit Michelle Steinbeck hat der Verlag Voland & Quist eine neue große Autorin gewonnen. Eine mit einer richtigen Vor-Geschichte. Darauf spielt schon das Zitat an, das die 1990 geborene Schweizerin ihrem Buch beigegeben hat: Elke Heidenreich „Wenn das die neue Generation ist, dann gnade uns Gott.“ Hinter dem Zitat steckt der Skandal, den Heidenreich 2016 mit ihrem Auftritt im „Literaturclub“ ausgelöst hat.
Ein Gastbeitrag zu einem Lichtfest-Demontage-Artikel der LVZ
Endlich mal nur Frauen beim Lichtfest 2018 auf der Bühne. Das Thema? 100 Jahre Kampf um Gleichberechtigung. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle Leser„Politiker rechnen mit Lichtfest ab – nächste Feier ohne Meier?“, titelte die LVZ (auch online) am 13. Oktober. Ein Beitrag, der gegen den künstlerischen Leiter des Lichtfestes, Jürgen Meier, zielte, aber aus der Politik nur Vertreter der CDU und ausgerechnet der AfD zu Wort kommen ließ. Bewusst wurde darauf angespielt, es handele sich ja bei Meier um einen Westdeutschen. Völlig daneben jedoch fand die Übernahme rechter Argumentationsmuster dabei der Leipziger Professor für Romanische Literaturwissenschaft und Kulturstudien Alfonso de Toro. Sein Kontra dazu hier als Gastbeitrag.
DOK-Festival freut sich über hohen Frauenanteil und Eröffnungsfilm von Werner Herzog
Werner Herzog (l.) im Gespräch mit Gorbatschow. Foto: DOK Leipzig / Lena Herzog

Foto: DOK Leipzig / Lena Herzog

Für alle LeserAls angeblich erstes Filmfestival der Welt hatte sich das DOK eine Frauenquote für die Regie im Deutschen Wettbewerb auferlegt. Nun sind nicht nur in diesem Wettbewerb, sondern auch im gesamten Programm die Regisseurinnen in der Überzahl. Die Organisatoren freuen sich zudem über prominente Namen zum Auftakt: Der diesjährige Eröffnungsfilm kommt von Werner Herzog und porträtiert Michail Gorbatschow, den letzten Präsidenten der ehemaligen Sowjetunion.
Auch selbstständige Sachsen meiden, wo es geht, die Wohltaten des Jobcenters
Kassensturz mit Groschen. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserSachsen wollen arbeiten. Für sie ist Arbeit nicht nur Sinngebung, sondern auch ein Stück ihres Stolzes. Und das würde wohl auch funktionieren, wenn es kein „Hartz IV“ gäbe und die Sanktionspraxis der Jobcenter, bei der ja die sächsischen besonders eifrig sind. Da arbeiten die Sachsen lieber für einen Hungerlohn, als sich bürokratisch drangsalieren zu lassen. Oder sie versuchen sich als Selbstständige durchzuschlagen, auch wenn’s eigentlich nicht zum Leben reicht.
SPD-Stadträtin fordert den OBM auf, kleinere Müllfahrzeuge kaufen zu lassen
Sammelfahrzeug im Einsatz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserVerwaltungen machen es sich gern einfach. Viele neue Vorschriften haben oft nur den Zweck, Kosten und Aufwand (für die Verwaltung) zu reduzieren und sich anstrengende Änderungen zu ersparen. So auch bei der nun auch in der Leipziger Abfallwirtschaftssatzung auftauchenden Neuregelung, Straßen, die schmaler als 3,55 Meter sind, künftig nicht mehr mit Abfallfahrzeugen zu befahren. Da vermisste auch Nicole Bärwald-Wohlfarth ein bisschen Anstrengung im Eigenbetrieb Stadtreinigung.
Warum eine Umfrage zum Sicherheitsempfinden nur von rosa Elefanten erzählt
Kleiner Willy-Brandt-Platz. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle Leser„Der Artikel über den Fragebogen enthält mehr Vorurteile als der Fragebogen selbst....wie sicher fühlen sie sich in ihrem Umfeld....was ist an dieser Frage unwissenschaftlich?“, fragte uns Leser/-in „peku“ unter unserem ersten Bericht dazu. Zu Recht. Weil diese Frage den Blick auf das richtet, was an dieser Umfrage schon im Ansatz nicht stimmt. Der Fragebogen macht einen Frame auf, einen Rahmen. Oder noch genauer: Er verengt den Fokus. Damit wird er unwissenschaftlich.
Neue Thüringer Festtagskuchen: 60 neue Rezepte aus der fruchtigen Thüringer Backwelt
Gudrun Dietze: Neue Thüringer Festtagskuchen & mehr. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs gibt Erfolge, die erzählen sehr viel über das, was Menschen wirklich wichtig ist. So wie das Buch „Thüringer Festtagskuchen“ von Gudrun Dietze, das 1993 im Leipziger Verlag für die Frau erschien. Es stand damals auch für ein sich deutlich wandelndes Verlagsprofil. Und es verkaufte sich bis heute 250.000 Mal. Da ist selbst der Verlag überrascht.
Ein neues „Plakatgate“: Leipziger CDU kritisiert „linken Hass“
Unbekannte veröffentlichten dieses Plakat. Foto: Marco Santos

Foto: Marco Santos

Für alle LeserErneut sorgt ein satirisches Plakat in den Schaufenstern der Abgeordnetenbüros von Leipziger Landtagsabgeordneten der Linkspartei für Aufregung bei der CDU. Im Zusammenhang mit den rechtsradikalen Demonstrationen in Chemnitz sind dort „Fahndungsplakate“ mit Abbildungen von CDU-Politikern und Neonazis zu sehen. Bereits im Januar 2018 hatten ähnliche Plakate im Zusammenhang mit Polizeigewalt beim G20-Gipfel wütende Reaktionen und Strafanzeigen hervorgerufen.
Gastkommentar von Christian Wolff: SPD am Scheideweg
Mal wieder Wirbel bei der SPD. Foto: L-IZ.de

Foto: L-IZ.de

Für alle LeserDas Positive zuerst: Bei den Landtagswahlen im Freistaat Bayern hat es keinen Durchmarsch rechtsradikaler Parteien gegeben. Die AfD hat ein im Vergleich zu den Befürchtungen eher bescheidenes Wahlergebnis erreicht: 10,2 %. Dieser Stimmenanteil ist noch viel zu hoch, aber weniger als erwartet. Vor allem kann man das katastrophale Wahlergebnis der SPD nicht mit einem Erfolg der AfD erklären. Die SPD ist kein Opfer rechter Stimmungsmache geworden.
Mindestens 131.000 erwerbstätige Sachsen stecken in der Armutsfalle fest
Kassensturz, schön übersichtlich. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserArmut ist ein weites Feld. Was Armut wirklich bedeutet, wissen nur die, die schon lange vor Monatsschluss wissen, dass das Geld nicht zum Nötigsten reicht und sie wieder Abstriche an den normalsten Dingen der Welt machen müssen: keine Straßenbahnfahrt, kein Obst aus dem Frischeregal, kein warmes Essen unter der Woche, Billigfleisch nur aus dem Supermarkt usw. Und nach wie vor sind hunderttausende Sachsen arm, obwohl sie arbeiten.
Lene-Voigt-Gesellschaft feiert 20 Jahre Gaffeeganne wieder mit offener Vortragslust
Gaffeeganne 2013. Foto: Ralf Julke

Foto: Ralf Julke

Für alle LeserEs ist schon ein Weilchen her, dass der Wettbewerb um die Gaffeeganne der Lene-Voigt-Gesellschaft aus dem Kalender verschwand. Aus mehreren Gründen. Natürlich ging es um die Kraft, ihn zu organisieren, eine Vorsitzende, deren Fehlen sich auf einmal heftig bemerkbar machte. Aber eigentlich war er auch an seine Grenzen gekommen. Es musste sich etwas ändern. Aber nur was?