180 Unterstützerinnen und Unterstützer

Leipziger „Aufruf 2019“ wirbt für eine mutig gelebte Demokratie

Für alle LeserDie Unterstützerliste ist lang und vereinigt viele Leipziger, die sich seit Jahren in der Leipziger Zivilgesellschaft engagieren. Und die aufs Höchste alarmiert sind durch die demokratiefeindlichen Entwicklungen in Europa und auch Sachsen. Scheinbar dominieren überall Akteure die Diskussion, die immer mehr Ängste verbreiten. Mit dem „Aufruf 2019“ wollen die Leipziger jetzt gegenhalten.

Am Montag, 22. Oktober, trafen sich über 180 Bürgerinnen und Bürger Leipzigs aus allen gesellschaftlichen Bereichen im Ariowitsch-Haus. Auf der Grundlage des „Aufruf 2019“ haben sie darüber diskutiert, was jeder Einzelne dazu beitragen kann, um die Demokratie zu stärken. Den Aufruf sowie die Ergebnisse des ersten Treffens haben die Initiatoren des Aufrufs am Freitag, 26. Oktober, vorgestellt.

Diese Initiatoren sind Oberbürgermeister Burkhard Jung, Gisela Kallenbach, Vorsitzende des Vereins Synagoge und Begegnungszentrum Leipzig, Jens Köhler, Betriebsratsvorsitzender BMW Werk Leipzig, der Musiker Sebastian Krumbiegel, Dr. Barbara Rucha von Pulse of Europe Leipzig, Britta Taddiken, Pfarrerin an der Thomaskirche, Erik Wolf vom DGB Leipzig-Nordsachsen und Christian Wolff, der ehemalige Pfarrer der Thomaskirche.

Es geht schlicht darum, dass man bei zunehmendem Getrommel der Nationalisten nicht mehr still sein kann. Demokratie lebt davon, dass ihre Verfechter ebenfalls deutlich werden und ihre Positionen öffentlich verteidigen und behaupten. So unterstützen natürlich auch viele ehemalige Bürgerrechtler und etliche aktive Stadträte den Aufruf.

Der „Aufruf 2019“:

„Deutschland braucht einen Aufbruch. Wir wollen gemeinsam: Gesellschaft gestalten, statt Ängste zu verbreiten; Probleme lösen, statt Sündenböcke zu schaffen; Demokratie leben, statt sie auszuhöhlen.

Wir treten für das ein, was Deutschland seit Jahrzehnten prägt:

– Ein geeintes, friedliches Europa. Das Projekt Europa darf keinen nationalen Egoismen geopfert werden.

– Sozialer Zusammenhalt durch gerechte Teilhabe an Bildung, Arbeit, Einkommen, Wohnen.

– Die Integration der Menschen, die bei uns Zuflucht gefunden haben, stärken: durch Bildung, Sprachvermittlung, Berufsausübung. Integration ist keine Einbahnstraße. Darum legen wir Wert auf das multireligiöse und multikulturelle Zusammenleben.

– Die freiheitliche Demokratie, in der wir streiten, aber auch die Grundwerte unserer Verfassung verteidigen.

Das kann nur erreicht werden, wenn sich viele Bürgerinnen und Bürger für ein friedliches Zusammenleben der so unterschiedlichen Menschen in unserem Land einsetzen. Das Grundgesetz eröffnet nicht nur allen, die hier leben, die Chancen zur Mitwirkung.

Es ist auch der Kompass für das bürgerschaftliche Engagement. Für uns sind die Grundwerte der Verfassung nicht verhandelbar: die Würde des Menschen, Meinungs-, Presse- und Religionsfreiheit, Recht auf Asyl, Gewaltenteilung, repräsentative Demokratie.

Wir treten ein für eine offene Gesellschaft, kulturelle Vielfalt und den streitigen demokratischen Diskurs. Darum werben wir für ein faires, respektvolles Miteinander und stellen uns gegen jeden Versuch national-völkischer Ausgrenzung. Wir unterstützen alle, die für wichtige Probleme Lösungen und auf Fragen Antworten suchen:

– Wie stärken wir die Gerechtigkeit in der Gesellschaft?
– Wie erreichen wir Bürgernähe und Vertrauen in die Kraft demokratischen Handelns?
– Wie entwickeln sich im ländlichen Raum Dörfer und Kleinstädte zu lebensfähigen Ortschaften?
– Wie gestalten wir die Integration der Migranten vor Ort?“

Leipziger Zeitung Nr. 60: Wer etwas erreichen will, braucht Geduld und den Atem eines Marathonläufers

Aufruf 2019
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